Zitat von MiriZini:der Weg zur Akzeptanz ist so schwer weil der Zustand der damit einhergeht, nämlich das ungefilterte Fühlen des Unglückes, nicht aushaltbar ist,
Zitat von MiriZini: ich mache alles ich weiß nicht weiter, ich hab Beendigungsgedanken.
Liebe MiriZini,
ich fühlte mich mit dir auf seltsame Weise verbunden, als ich deinen Beitrag las, weil ich Ähnliches erfahren muss.
Leider kenne ich auch keinen Trick, der verzweifelte Geliebte aus dem Tief einer Trennung befreit. Wie du schon geschrieben hast, ist der Weg, zu akzeptieren, ein schwerer und für viele, gerade in der Trauerphase kaum zu verkraften.
Ich hoffe nur, dass du deine Beendigungsgedanken irgendwann in einen Karton packst, ihn vergräbst und ihn nie wieder hervorholst.
Meine eigenen Gedanken kreisen morgens beim Aufwachen und abends vorm Einschlafen täglich um ihn und einen Satz, den ich gerade gestern nochmal per SMS bekam : "Mein Gewissen lässt es nicht zu, B. allein zu lassen. Verantwortungsgefühl! Aber die Frau, die ich wirklich liebe und zu der ich passe bist du".
Was für ein Egoist und Lügner, wenn man wirklich liebt, dann unternimmt man auch was dafür, um diese Liebe leben zu können.
Nach 15 Monaten des Planens unserer gemeinsamen Zukunft, nach einer Flucht seinerseits aus einer krisengeschüttelten, kaputten 16 jährigen Ehe, blieb für mich dann nach einer wundervollen liebevollen Zeit, wie durch einen plötzlichen Sinneswandel meines Freundes, nur noch der "Posten" einer eintägigen wöchentlichen Affäre übrig.
Ich wurde "verwöhnt und konnte nicht klagen". Habe alles gegeben, was ich geben konnte, nämlich mich mit Haut und Haar. Hätte alles getan für ihn. Wir hatten wirklich ein harmonisches Miteinander, nur hat im Endeffekt die Liebe bei ihm nicht ausgereicht, sie war aber groß genug um den s.uellen Entzug auszugleichen!
Wenn man mich fragt, wie war dein Tag gestern oder heute, dann kann ich nur antworten, dass er genauso war wie vorgestern, nämlich pure Verzweiflung, mit den immerwährenden Gedanken an das, was vor kurzem noch war. Der Gedanke an ein gemeinsames Zuhause, an unser "es passt alles", mehr geht nicht! Jeder Versuch des Vergessens oder Verdrängens scheitert. Panik und Trauer .....und... und... und
Ich selber habe die Affäre beendet, erst vor wenigen Tagen.
Von ihm aus hätte das noch Jahre so weiter gehen können. Ich war sein Halt, sein Anker, der ihm das Leben bei seiner Frau überhaupt erst ermöglichte.
Erst zuletzt habe ich es in dieser Form akzeptiert, um ihn nicht ganz zu verlieren. Dann merkte ich, ich konnte so nicht leben mit meinen intensiven Gefühlen, meinem Urvertrauen und meiner Liebe. Ich bete, dass ich konsequent bleibe.
Ich wäre zerbrochen daran.
Habe nachts, wenn er sich anzog und ging, noch stundenlang gesessen und geweint. Mein Selbstbewusstsein ist im Keller, aber ich will es schaffen, nicht wieder schwach zu werden. Ich leide unter Ängsten und Schlafstörungen, nur fing das schon vor einigen Monaten an, als ich als AF abgestempelt war.
Er ist ein schwacher Mann, kann keine klaren Entscheidungen treffen, leidet an Depressionen durch die verkorkste Ehe. Ist völlig verzweifelt über meinen Entschluss. Wie er mich letztens anrief, weinte er und meinte ich solle es mir doch nochmal überlegen, er könne ohne mich nicht leben. "Was für ein Heuchler" denke ich, "du hättest doch alles haben können. Lag doch an dir, dass du mich verloren hast".
Ich erkenne genau wie du, was mir im Weg steht, um Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann oder besser gesagt, nicht mehr ändern will.
Wie du schon schreibst, der Stolz, das verminderte Ego und das innere hungerige Kind, dass sich nach der Anfangs-Liebe zurück sehnt, das es vor einiger Zeit noch erfahren hat und vertraute auf das, was es gesagt bekam und glaubte.
Ich wünsche und hoffe für alle, die in dieser Situation sind, dass es irgendwann wieder eine Zeit der Zufriedenheit und des Glücks gibt.
Für dich auch eine geruhsame Weihnachtszeit und denk daran, du bist nicht allein, es geht so vielen so wie uns.
LG
Santosha
Zitat von MiriZini:Wer da im Weg steht ist schon erkennbar, es ist das wertmindere Ego, der Stolz, die Kränkung, die unendliche unersättliche defizitäre Einsamkeit in einem, das weinende innere hungrige Kind, der unfertige Weg zum eigenen Erwachsenen in einem.
Die Kränkung und die unersättliche Einsamkeit