Zitat von Roja:Zitat von Vegetari:Kätzchen schrieb
Ganz ehrlich?!
Diese Aussage kotzt mich mittlerweile sowas von an! Denn auch hier kann man nicht sagen, dass es so gelaufen ist, sich so angebahnt hat. Da ist jede Geschichte anders, auch wenn sie sich von Grund auf ähneln.
Ja, es gibt auch "andere" Affären. Ich kenne eine, da war der AM an sechs Tagen die Woche für mehrere Stunden bei der AF. Hat mit ihrem Sohn Hausaufgaben gemacht, mit ihr gekocht, ferngesehen, eingekauft ... ab und zu waren sie ein ganzes Wochenende miteinander weg. Aber sorry, das ist dann für mich eben
keine Affäre mehr, sondern eine Parallelbeziehung. Und das gilt wohl für einige Affären hier. Denn wenn eine Affäre eben nicht mehr unverbindlich, locker und von Spaß geprägt ist, wenn es eine emotionale Verbindung und teilweise sogar eine emotionale Abhängigkeit gibt - dann ist es keine Affäre mehr, sondern eine Beziehung. Spätestens, wenn das Gerede über "uns" anfängt, und womöglich in Zukunftsversprechen, Drama, Vorwürfen, Forderungen, Erwartungen usw. endet, kann man doch nun wirklich nicht mehr von einer Affäre reden meiner Meinung nach.
Das ist wohl auch der Hauptunterschied für mich - hatte jemand eine Affäre, könnte ich das sicherlich verzeihen, je nachdem, wie lange sie ging und so weiter. Hatte jemand eine Parallelbeziehung - und für mich ist eine Beziehung nicht erst dann eine Beziehung, wenn man verheiratet ist und zusammen lebt, sonst hätte ein Großteil der Menschheit ja nie eine, denn nicht jeder will heiraten oder zusammenleben - würde ich das niemals verzeihen. Denn damit hätte er sich ja so oder so gegen die Hauptbeziehung entschieden und zumindest versucht, parallel eine neue Beziehung anzubahnen, warum auch immer die dann letztlich gescheitert ist. Der Versuch allein wäre für mich ein Todesstoß.
Und eine Affäre, die geführt wird wie eine Beziehungsanbahnung, ist für mich keine Affäre mehr. Deshalb würde ich als betrogene EF durchaus Details wissen wollen. Wie häufig getroffen, wie lange jeweils, was miteinander gemacht (da ist für mich ein Unterschied, ob man wirklich nur S. hatte oder auch darüber hinausgehende Dinge, die eben in eine Beziehung gehören), wie oft Kontakt (regelmäßiger täglicher Kontakt spricht für mich eher für eine geplante Beziehungsanbahnung und nicht für eine Affäre) und so weiter.
Das wären die Rahmendetails, die ich wissen wollte um mir ein Bild davon zu machen, ob es sich wirklich nur um eine Affäre handelte oder ob da mehr dahintersteckte. Mit einem Mann, der zumindest versucht hat, während unserer Beziehung eine neue Beziehung anzubahnen würde ich nicht länger zusammen sein wollen. Denn der hätte ja damit bewiesen, dass er insgeheim (heimlich) nach was Neuem Ausschau hält und mich offenbar nicht mehr für gut genug empfindet. Was bei einer reinen Affäre nicht unbedingt der Fall ist, auch wenn diese sich manchmal so entwickeln kann, wenn plötzlich Gefühle auftauchen.
Aber die Frage ist ja - was war die eigentliche Intention für diese Zweitbeziehung? Nur das Auffüllen von temporären Defiziten (mal wieder begehrt werden, S. mit jemand Fremden haben, Aufmerksamkeit bekommen usw.) oder "ernsthafte Absichten", per Warmwechsel aus der aktuellen Beziehung auszusteigen? Das kann man durchaus aus dem Rahmen einer Affäre ableiten, meiner Meinung nach. Und das wäre für mich persönlich als betrogene Ehefrau das, was ich wissen wollen würde. Unabhängig vom Ausgang.