Ich gebe Konrad recht - auch als Vertreterin der weiblichen Art. Aber das ist auch meine Quintessenz aus den zahlreichen Affärengeschichten, die ich gehört habe.
Warum das ganze Drumherum? Die Gefühle? Weil S. ohne Gefühle halt nur ... S. ist. Mit Gefühlen ist S. doch ungleich schöner. Und wie erzeugt man im Gegenüber am einfachsten Gefühle? Indem man eigene vorgaukelt. Oder sich in eigene reinsteigert, um im Gegenüber Resonanz zu erzeugen. Und das Drama? Ja, das nehmen einige sogar gerne mit. Schließlich ist so eine Affäre mit Gefühl und Drama und Auf und Ab und Schmetterlingen und Achterbahn und überhaupt halt erst so eine "richtige" Affäre, bringt Aufregung und Spannung ins langweilige Leben ... nur S. - das will keiner so wirklich. Die allerwenigsten jedenfalls, und die, die das wollen, nehmen lieber mal einen ONS mit und tun sich keine Affäre an. Die meisten wollen aber wieder das Gefühl, verliebt zu sein. Das Gefühl, dass ein anderer Mensch in sie verliebt ist und sie will, sie begehrt, ihnen Aufmerksamkeit, Bestätigung und Zuneigung schenkt. Das ist ein Ego-Push vom allerfeinsten, besser als Dr.
Die meisten Männer wissen aber, dass all diese schönen Gefühle sowieso temporär sind. In normalen Beziehungen halten sie 1-1,5 Jahre, in Affären manchmal über mehrere Jahre, das gibt die Konstellation ja her durch die Unsicherheit und die permanenten Trennungen zwischendurch, die die Sehnsucht schüren und die Leidenschaft erhalten. Und nein, auch eine "gute" Geliebte ist nicht so leicht austauschbar - Gefühle kann man ja schließlich auch nicht zwingen, so häufig trifft man nicht auf einen Menschen, in den man sich verliebt und der das auch noch erwidert. Und die geben Männer deshalb nicht so gern wieder her, denn eine neue Geliebte zu finden, kann unter Umständen Jahre dauern.
Ich weiß, das hört hier niemand gern, und das gilt auch sicherlich nicht für
alle Affären - aber für die meisten. Dass manche Affären aus dem Ruder laufen und die Gefühle überhand nehmen, sich echte Gefühle entwickeln, manchmal sogar auf beiden Seiten - ja, das passiert. Die ursprüngliche Intention bei den meisten Affären, von denen ich weiß, war aber tatsächlich - S.
Und da Männer wissen, dass die meisten Frauen durch häufigen S. auch einen Bindungswunsch entwickeln, und sie aber trotzdem ja auf die Affäre nicht verzichten wollen, sich aber auch nicht trennen möchten - wie Konrad so treffend schrieb, die Familienkutsche in der Garage, das Cabrio vor der Tür, und wenn man eins von beiden aufgeben
muss, weil man sich beide nicht mehr leisten kann, trennt man sich halt eher vom geliebten, aber verzichtbaren Cabrio - wird dann gern mal gelogen.
Es kommt noch schlimmer - mehrere Männer haben mir gesagt, dass sie ihren Geliebten natürlich vormachen, eine Beziehung mit ihnen zu wollen, weil Frauen, die um einen Mann "kämpfen", beim S.
alles geben
Und idealerweise kriegt auch noch die Gattin irgendwie Wind von der Konkurrenz, wenn auch oft nur unbewusst durch Hormone und Ausstrahlung des Gatten, und gibt ihrerseits plötzlich auch wieder mehr Gas im Bett. So profitiert der Herr gleich doppelt, stabilisiert nebenbei noch seine Beziehung, wenn er es geschickt anstellt und nicht auffliegt, und ist richtig glücklich. Das Risiko, entdeckt zu werden, sorgt dann auch noch für einen Schuss Adrenalin, und fertig ist der hauseigene Chemiecocktail. Hach ...
Das Leben kann so schön sein, wenn man ein egoistisches Ar...loch ist
