juliet
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warum sind umgekehrt menschen in langjährigen beziehungen allzu gern bereit und empfänglich, die verbotene frucht zu genießen, die sich ihnen da bietet?
und warum sind wiederum die Verlassenen nach einer Trennung oftmals ganz plötzlich bereit, keinen Stein mehr auf dem anderen zu lassen und ihr Leben komplett zu ändern, nur, um den geliebten wieder zurückzubekommen...., wo es vorher absolut nicht möglich war, Zugeständnisse zu machen ?
ich glaube, dass es etwas ganz einfaches ist, was sich hier immer und immer wieder vollzieht:
menschen neigen von anbeginn ihres seins doch dazu, meist dem mehr bedeutung und "wert" zuzumessen, was sie gerade mal "nicht" haben. schauen wir auf ein kleinkind, auf die kindliche entwicklung , eigentlich auf unseren gesamten menschlichen werdegang....
neid, mangelnde wertschätzung dessen, WAS ich habe, die gier nach mehr.... wir finden doch meist das toll, was der andere hat, was uns verboten ist, was wir uns nicht leisten können usw
und die dinge, die wir haben, allem voran zb Gesundheit, wertschätzen wir oftmals gar nicht bzw erst dann, wenn wir sie verlieren. dann sind wir auch bereit, alles zu tun, um das verlorene wiederzubekommen.
also kurzum: daher gibt es affären und wird sie auch immer geben!
wenn wir alle unsere AP bekommen würden, davon bin ich absolut überzeugt, dann würde sich die anfängliche Begeisterung, die natürlich auch über Jahre anhalten kann (solange ich eben diesen AP nicht habe !) bald in Selbstverständnis und vielleicht irgendwann auch in Überdruss verwandeln
meine meinung : ein AP ist also nur deshalb so unvergleichlich, der Seelenpartner, so unerreicht wundervoll, weil wir ihn eben NICHT haben können.
wie ein kind mit dem größten weihnachtswunsch- wie lange bleibt das Geschenk noch attraktiv, nachdem es ausgepackt ist?
mir hat das geholfen, einen AP, den ich wie alle anderen vor Jahren total idealisiert hatte, irgendwann realistischer zu sehen und mich mehr im hier und jetzt umzusehen, dankbarer zu werden über das, was DA ist.
das ist schon lohnend!