Zitat von Dummda2:Ich schließe mich der Frage an, wie kann man von ehrlichkeit ausgehen, wenn man weiß derjenige belügt und betrügt gerade seinen Partner.
Zynisch? Zynisch finde ich es, wenn man von der großen Liebe, Wahrhaftigkeit und Roamntik träumt, wenn man weiß, dass es mit jemanden umgesetzt werden soll, der gerade seine Familie ins Unglück stößt.
Und dann noch die feststellung "weiß gar nicht was ich falsch gemacht habe!. Sorry, ich glaube jede betrogene EF ist bereit mehr Fehler im eigenen Verhalten anzuerkennen, als die meisten AF`s hier im Forum zusammen.
Verantwortung? ja, die anderen bitte immer.
Nicht hilfreich mein Kommentar? Meinetwegen, aber bei der Haltung die hier ständig gezeigt wird, kommt ihr nicht aus eurer Opferrolle raus. Aus Erfahrung kann ich sagen, das ist der einzige Weg. Einfach machen
Im Grunde hast du ja recht, in der Opferrolle zu verharren, ist nicht sehr hilfreich für einen selbst. Aber mit "einfach machen" machst du es dir ein bisschen leicht, findest du nicht?
Und verharrst du nicht selbst in der Opferrolle, wenn du unterstellst, eine AF müsste wissen, dass die Affäre mit jemandem "umgesetzt werden werden soll, der gerade seine Familie ins Unglück stößt"? Das klingt ja sehr dramatisch. Ich sehe den brutalen Kerl gerade vor mir, wie er mit Hilfe der AF, der alten Hexe, das treusorgende Weib und das hilflose Kind die Klippe hinabwirft und dabei kalt lächelt. Ist dein Weltbild echt so einfach gestrickt?
Ok. Sorry. Jetzt war ich mal zynisch.
Aber im ernst: Ist das in deinen Augen wirklich so einfach? Also, bei meinem AM zum Beispiel sind die Kinder aus dem Haus und somit erwachsen. Das zum einen. Und selbst wenn nicht, dann gibt es Ehen, in denen es für die Kinder weit besser wäre, würden die Eltern mal den Mumm aufbringen sich zu trennen. Was da manche ihren Kindern vorleben, das wird es einem geradezu schlecht. Zumal Kinder solche Beziehungsmuster häufig unbewusst übernehmen.
Ich wohne hier in einer Gegend gutsituierter Leute, manche davon schon im Ruhestand. Wenn ich im Sommer mit meinem Buch draußen sitze, dann komme ich nicht umhin zu hören, worüber diese Ehepaare miteinander reden und vor allem
wie sie miteinander reden. Da ich mit meinem Buch oder meinem Schreibkram sehr still bin, kriegen die oft wahrscheinlich gar nicht mit, dass jemand sie hört. In meinem direkten Umkreis leben vier Ehepaare. Weißt du, wie oft ich mir schon gewünscht habe, das nicht hören zu müssen, was die sich gegenseitig antun? Und das tun sie nicht erst seit gestern. Und damit meine ich jetzt nicht einen gelegentlichen Streit.
Nur eins dieser vier Paare geht im Grundton liebe- und respektvoll miteinander um. Eins von vier!
Bei den anderen frage ich mich täglich, wie die das aushalten. Und bin dann gottfroh, dass ich allein und in Frieden mit meinem Buch da sitze.
Es geht hier nicht um lautstarke Auseinandersetzungen, sondern von einem Umgang, in dem jeglicher Respekt und jede Achtung vor dem anderen fehlen. Von Liebe ganz zu schweigen. Oft geht das auf den ersten Blick von einem aus, während der andere es duldet. Und bei beiden frage ich mich: Warum tun sie sich das jeweils an? Selbst wenn ich der aktive Part bin: Ich will doch nicht mit jemandem zusammensein, dem ich permanent durch meinen Tonfall und den Inhalt meiner Worte zu verstehen gebe, wie sehr ich ihn verachte, wie sehr er mich nervt? Und dulden will ich das umgekehrt doch auch nicht?
Wieso sollte ich also in dreiteufelsnamen davon ausgehen, dass ein Am automatisch irgendjemanden ins Unglück stürzt, wenn er sich von seiner Frau trennt? Kannst du mir das sagen? Vor allem, wenn ich aus seinen Erzählungen entnehmen muss, dass es bei ihm zu Hause so ähnlich ist? Selbst wenn er vielleicht lügt - wissen kann ich das ja nicht.
Bei vielen Ehepaaren - und die hier um mich herum habe ich jetzt nur als Beispiel genommen - wäre es kein Schaden, wenn sie den Mut aufbrächten, sich zu trennen und sich jemanden zu suchen, mit dem sie besser zurechtkommen.
Das ist meine Beobachtung.
Und ich denke, auch für eine Ehefrau, die diese Entscheidung nicht aktiv getroffen hat, kann es in einigen Fällen durchaus auch eine Chance sein, noch einmal eine neue, vielleicht bessere Beziehung mit jemandem zu beginnen, der sie wirklich liebt und schätzt. Meinst du nicht?