Zitat von frischgeföhnt:Die kann man doch kommunizieren ohne das Geständnis. Das eine schließt das andere nicht aus.
Ich finde diese Variante hat sehr sehr große Aussicht auf Erfolg.
Ich glaube nicht, dass jeder nicht aufgeflogene Betrüger sich sofort die nächste Affäre nimmt. Das machen doch nur notorische Fremdgänger...
Ich bin da ein bisschen "befangen", denn eine sehr liebe Freundin von mir hat 12 Jahre lang während ihrer Ehe darunter gelitten, dass ihr Mann sie ständig betrogen hat, sie das sehr wohl "gespürt" hat, er ihr aber so vehement eigene Probleme eingeredet hat, dass sie jahrelang in psychologischer Betreuung war wegen Depressionen, Angstzuständen, "Verfolgungswahn" (den sie ja gar nicht hatte, sie hatte ja immer Recht, hat aber ihrem Mann geglaubt, dass SIE das Problem hat und nicht er). Sie hatte nie einen Beweis, obwohl sie wirklich viel versucht hat, ihm auf die Schliche zu kommen, und er war sehr überzeugend ihr gegenüber. Im Ergebnis hatte sie null Selbstwertgefühl mehr, gar kein Selbstvertrauen, war eingeschüchtert, psychisch krank und wahnsinnig unglücklich. Und hat sich jahrelang selbst die Schuld dafür geben, weil sie ihrem doch so lieben Mann einfach nicht vertrauen konnte.
Erst ein Jahr nach der Trennung (in beiderseitigem Einvernehmen) kam die Wahrheit durch einen unschönen Zufall bei der Bearbeitung der Scheidungsunterlagen ans Licht. Sie ist jetzt wieder in psychologischer Betreuung. Die Schäden, die das Ganze über die vielen Jahre in ihr angerichtet hat, sind ohne Worte.
Ich weiß, dass die Folgen eines aufgedeckten Betrugs für die Betrogenen schrecklich sind. Genauso schlimm sind aber die Folgen, die das Unbewusste hat. Und als Frau spürt man meistens, dass da "was ist", vor allem bei länger andauernden Affären. Wenn man dann der eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann und einem sogar eingeredet wird, dass man "spinnt", stellt das einfach das ganze Selbstbild in Frage. Wie es ja eben auch den Ex-AF oft so geht, das macht ja so ein Affärenende oft so schwierig.