Zitat von finita:
Mein Leben ist heute wieder relativ normal und ok. Ich wache nicht mehr mit Gedanken an ihn auf und schlafe auch nicht mehr damit ein. Mein Leben ist gut. Trotzdem komme ich mit dem, was da passiert ist, bis heute nicht zurecht. Mensch...erklär mir das mal bitte einer, ich verstehs einfach nicht!
Ich würde es Dir gerne erklären, aber so ganz bin ich der Sache auch noch nicht "draufgekommen". Meine logischste Erklärung: es war sicherlich bei den meisten AM durchaus echt, wenn sie von Gefühlen sprachen. Aber - Gefühle kommen und gehen eben. Auch in "normalen" Beziehungsanbahnungen, es geht ja nicht jede Beziehungsanbahnung gleich gut, die meisten enden nach 1-1,5 Jahren. Affären können sehr viel länger halten, weil man sich ja nicht so häufig sieht wie in einer normalen Beziehungsanbahnung, so bleibt eben die Projektion länger erhalten, und durch die vielen erzwungenen Pausen hat man genug Zeit und Raum, um die Verliebtheit voranzutreiben, wo sie normalerweise, wenn man sich sehr oft sieht und Alltag miteinander teilt, eben rascher verschwindet.
Und wenn es dann "hart auf hart" kommt, ist wohl immer auch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Stellt die AF ihn zu einem Zeitpunkt vor die Wahl, wo seine Gefühle gerade schon ein wenig erkaltet sind, fällt ihm die Entscheidung wohl leichter. Oder wenn er sich seinerseits der Gefühle der AF zu dem Zeitpunkt nicht mehr wirklich sicher ist.
Ansonsten habe ich den Eindruck gewonnen, dass den meisten wohl die Variante am liebsten wäre - sie können ihr bisheriges Leben behalten und einfach "nur" die Frau austauschen

Dass das nicht geht, wissen sie halt auch. Wenn Kinder im Spiel sind, ist das ja eh noch mal was anderes. Ich zum Beispiel setze die Bedürfnisse meines Kindes auch ganz klar über meine, heißt also - ich würde mich bei aller Liebe jederzeit gegen einen Mann entscheiden, mit dem meine Tochter nicht zurechtkommt oder der von mir Veränderungen meines Lebens erwartet oder erfordert, die meine Tochter nicht akzeptieren könnte. Das ist ja im Prinzip das gleiche ... von daher habe ich durchaus Verständnis für verheiratete Familienväter, die ihre Familie nicht wegen hormonell bedingter Gefühle zerrupfen möchten. Allein die anschließenden Schuldgefühle, die so was mit sich bringt, würden doch jede neue Beziehung sowieso zum Scheitern verurteilen?
Ich habe ein Sonderheft hier von "Psychologie heute" - Thema: Die Qual der Wahl. Wie trifft man Entscheidungen?
Sind ein paar sehr spannende Artikel drin, und natürlich kommt auch das Thema "Partnerwahl" zur Sprache. Es ist ja schon als Single schwierig, sich für einen Menschen als Beziehungspartner zu entscheiden. Wie soll man sich dann erst zwischen zwei Menschen entscheiden, die einen beide wollen und die jeder auf seine Art einem etwas geben, was der andere nicht kann? Ich fürchte, ich wäre mit so was selbst total überfordert und könnte das nicht. Hoffentlich komme ich nie in diese Situation
