Man kann es doch ganz simpel eigentlich zusammenfassen - wer fremdgeht, ob Mann oder Frau, ist ein Opportunist, ein Feigling, ein konfliktunfähiger, schwacher, entscheidungsschwacher Mensch. Wer all das nämlich nicht ist, der geht nicht fremd, sondern trennt sich, wenn er in der Beziehung unzufrieden ist oder spricht zumindest die Konflikte und Bedürfnisse offen an und versucht, diese mit dem Partner gemeinsam zu lösen. Wer weder das eine noch das andere macht, sondern den "einfachen", aber eben feigen und unehrlichen Weg geht, hat ein Charakterproblem.
Und wer sich auf eine Affäre mit einem gebundenen Mann einlässt und vorher oder währenddessen darauf hofft und spekuliert, dass sich dieser trennt, hat auch ein Charakterproblem. Wie man dann am Ende der Affäre damit umgeht, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Viele Fremdgänger ändern gar nichts, behalten also ihr Charakterproblem. Manche Affäre ändert womöglich auch nichts und behält ihres auch - was dann unter Umständen zur nächsten Affäre führt und zum nächsten Unglück.
Hier aber sehe ich viele reflektierte, starke Frauen, die mit Sicherheit an ihren Charakterproblemen arbeiten in Folge der Affäre. Und allein diese Tatsache sollte einem klarmachen, dass man einen charakterschwachen Mann, der nicht mal willens ist, an seiner Schwäche zu arbeiten, doch ganz bestimmt nicht für sich haben möchte. Ganz egal, ob er mit seiner Frau zusammenbleibt, ob er sich trennt, ob er eine andere kennenlernt ... es spielt gar keine Rolle.
Eine starke, selbstbewusste Frau kann mit so einem Mann nichts anfangen. Niemals. Die einzige Stärke, die dazu führte, dass man sich überhaupt in so jemanden verlieben konnte resultierte aus seiner gebundenen Situation. Er hatte allein dadurch die emotionale Stabilität und Sicherheit, die ihn so souverän wirken ließ. Ohne diesen Rückhalt fällt diese souveräne Maske, und dann offenbart sich eben, wen man da wirklich geküsst hat - der Frosch ist ein Frosch und bleibt einer. Nur höchst selten anscheinend wird aus ihm doch noch ein Prinz. Ob man den Frosch nun geküsst oder an die Wand geklatscht hat, spielt keine Rolle.
Er wird auch in zig Jahren noch quaken - bei uns, bei seiner Frau, bei seiner neuen Frau, gegen die Wand, wo auch immer ...
