@Kaetzchen
Tja, wenn Du in Deinem Elfenbeinturm mehr oder weniger schon eingefroren bist, dann solltest Du vielleicht einmal ins Ösiland auswandern - das würde Dich sicher gleich gehörig erwärmen, bei all den Spezialitäten, die es hierzulande gibt

.
Bist das in dem Video eigentlich Du?

Das schaut nämlich auch verdammt nach Elfenbeinturm aus. Und bei diesen klaren Ansprüchen ist die Gute dort wohl auch am besten aufgehoben!
Ich halte das aber wirklich für ein interessantes Phänomen, das Deine Freundin mit ihrer These angesprochen hat. Bei mir war es nämlich tatsächlich so, daß es mich gewissermaßen aus dem größten Elend in einen wahren Gefühlsrausch hineingerissen hat. (Hineingerissen ist vielleicht etwas zu viel gesagt, so plötzlich ging es auch wieder nicht, aber ich bin immer mehr hineingesogen worden wie ein einen Strudel.) Allerdings ging es da nicht allein um eine Trennung, sondern es gab zudem einige Todesfälle im engsten Familienkreis, Verlust meines Domizils (bzw. eigentlich zweier, durch Trennung) usw. Das ging über zwei Jahre nahezu im Monatsrhythmus Schlag auf Schlag, und obwohl ich ansonsten ja durchaus nicht instabil bin und nicht so leicht aus der Bahn geworfen werde, war ich dann schon wirklich am Sand. Und gerade in dieser Situation ist dann dieser Liebeswahnsinn ausgebrochen. Offenbar funktioniert es etwa so: Je tiefer das Leid, um so tiefer die Liebe. Sollte es wirklich so sein, daß die Liebe die Asche braucht, um Phönix zu sein? Das wäre ja nahezu deprimierend.
Allerdings wirft sich mir zumindest in meinem eigenen Fall die Frage auf, warum, stimmt diese These, meine Ex in einen ja noch weit heftigeren Gefühlsrausch geraten ist. Denn sie hat ein durchaus zufriedenes durchschnittliches Leben geführt. Was sie aber nicht daran gehindert hat, mich geradezu zu vergöttern. Das ließe ja nur den Schluß zu, daß manchen aus einem Errettungsverlangen heraus sozusagen Engelsflügel wachsen.
Jedenfalls stimmt das nachdenklich, wenn solche Dinge tatsächlich der Urgrund der Liebe sein sollten. Das wäre doch reichlich banal und einem etwas verfeinerten Gemüt ja gar keine Verlockung. Da verlockt ja sogar ein an alk. Vollrausch trotz Katerbewußtseins noch mehr

. Den ist man zumindest schneller wieder los.
Was Dir wegen einer anderen Freundin Angst macht, die offenbar gerade schwer verliebt ist, halte ich hingegen nicht für so bedenklich. Eine Verliebtheit, die nicht den Glauben macht, alles sei absolut richtig, auch wenn es objektiv noch so unsinnig erscheinen mag, wäre ja auch keine richtige Verliebtheit. Da muß es doch krachen in allen Balken, und vielleicht ist es ja nicht einmal in jedem Fall schlecht, wenn dieses und jenes daraufhin einstürzt. Wer liebt, geht dafür bis ans Ende der Welt, und alles, was darunter liegt, sollte nicht einmal zu einem Schritt veranlassen (dies als alter Romantiker gesagt

).
Bei der anderen Freundin mit den verhängnisvollen Affären halte ich es aber auch für möglich, daß das bereits zu einer Sucht geworden ist. Wobei von Sucht zu sprechen halt immer etwas problematisch ist, weil dieses Wort ja reichlich negativ besetzt ist. Es kommt halt auf den Schweregrad an, ob diese "Sucht" tatsächlich alles an sich zieht, das ganze Leben bestimmt und Alternativen gar nicht mehr möglich sind. Eine gelinde "Sucht" hingegen würde ich nicht notwendig als negativ ansehen, das kann auch Stimulus sein. Wie etwa die erste Zig. am Morgen - vielleicht würde man sonst gar nicht aufstehen

.
Wenn ich mir Deine Aufzählung Deiner Männertypen ansehe, würde ich auch dringend empfehlen, einmal den Zoo zu wechseln!

Oder es zumindest einmal mit einem Mischtypus aus allen dreien zu versuchen. Stier, Schwein und dazu noch Affe - das könnte unter Umständen ja sogar der männliche Idealtypus sein.
Mit den weiblichen Pendants hatte ich es zum Glück noch nie zu tun, und ich wage um diese fortgeschrittene Stunde auch gar nicht darüber nachzudenken, was diese konkret wären, um nicht mutwillig Alpträume heraufzubeschwören.

Wer will schon mit einer Frau ins Bett und mit einem Ferkelchen aufwachen?

PS: Das mit dem Herausholen der Potentiale gefällt mir übrigens sehr, das hat tatsächlich etwas! Und erstaunlicherweise beschäftige ich mich gerade mit diesem Thema. Du lebst wohl in einer Art Parallelwelt

.