KingsCross
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Hallo Manuela,
es tut mir sehr leid zu sehen, wie schlecht es Dir gerade geht und das auch Unternehmungen mit anderen nicht viel helfen, Dich auf andere Gedanken zu bringen. Das Dein Vater jetzt noch erkrankt ist, tut mir sehr leid. Ich wünsche Euch, dass es ihm wieder besser gehen wird. Es ist schwer, sich in solchen Zeiten aufzumuntern und daran zu glauben, dass es einem irgendwann wieder besser gehen wird. Aber es wird irgendwann besser, ganz langsam, manchmal so, dass man es kaum merkt und dann vielleicht überrascht ist, dass da gerade ein Moment war, in dem sich das negative Gedankenkarussel nicht gedreht hat und man auch mal wieder kurz lächeln konnte.
Bei mir war es in den ersten Wochen nach der Trennung ähnlich, dass alles, was mich sonst mit Sicherheit abgelenkt hatte, nicht so richtig half. Und das Kopfkino, wie schön es die anderen beiden vielleicht gerade haben, macht es nur noch schlimmer. Es ist leicht gesagt, nicht daran zu denken. Aber man fühlt sich damit letztlich nur selbst schlechter, die rosaroten Wolken der Beiden kann man damit leider nicht damit platzen lassen. Mit der Zeit ist es mir tatsächlich leichter gefallen, die Gedanken zwar zuzulassen, aber sie dann auch wieder gehen zu lassen und nicht mein ganzes Denken beherrschen zu lassen. Einfach in dem Moment traurig und wütend zu sein, wenn die Gefühle in mir hochkommen. Aber auch versuchen, die kleinen positive Momente in meinem Leben zu erkennen, die irgendwann wieder auftauchen.
Ich kann verstehen, dass es umso schwerer ist, wenn man in einer Umgebung sein muss (euer Haus), in der man ohnehin nie richtig angekommen ist und wo man sich nicht zuhause fühlt. Vielleicht hilft es Dir rauszugehen und in der Natur zu sein oder einfach nur so ein Stück zu laufen. Mir ging es in solchen Momenten immer draußen besser als drinnen. Mich mit Fernsehen oder Filmen abzulenken, hat kaum funktioniert. Ich habe dagegen für mich Hörbücher entdeckt und habe auch viel in Büchern gelesen, die sich mit solch schwierigen Lebensphasen beschäftigen. Bisher hatte ich um solche Ratgeber immer einen Bogen gemacht, aber ich habe dort viele Gedanken gefunden, die mir geholfen haben, mich und meine Situation besser zu verstehen und mit ihr umzugehen lernen.
Sich mit anderen Männern zu treffen, zumindest in der Absicht, evtl eine nähere Beziehung aufzubauen, ist im Moment sicherlich nicht das Richtige. Das Gefühl sollte von alleine kommen, dass man merkt, man ist dazu wieder bereit. Ich selbst bei mir das Gefühl, dass es noch ein weiter Weg ist, bis ich wieder so viel Vertrauen in jemand anderen haben kann. Ich genieße mittlerweile die Zeit alleine erst einmal, auch wenn sich das sonderbar anhört. Natürlich bin ich trotzdem oft noch traurig, aber es ist nicht mehr das allein bestimmende Gefühl. Auch in den Zeiten, wenn die Kinder nicht da sind, komme ich mittlerweile besser klar. Am Anfang hatte ich vor diesen Abenden ganz alleine besonders Angst. Aber das hatte sich schnell als unbegründet erwiesen.
Ich wünsche Dir, dass Du Wege findest, mit Deiner Trauer umzugehen. Sie zuzulassen ist wichtig, um alles zu verarbeiten. Aber glaube daran, dass es besser werden wird.