Pfeifchen
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Dann gibt es das auch tatsächlich angeboren, den Artikel hab ich irgendwo.... wenn Babys zu Notzeiten oder in Kriegsgebieten geboren werden, wird das Erbgut verändert. Ganz verrückt. Und ja, das war eine seriöse Zeitung.
Meine Oma ist durch ihre Erlebnisse psychotisch geworden. Würde sie heute leben, wäre sie irgendwo eine familienlose Top-Führungskraft, die mehrere Sprachen fließend könnte, unabhängig, und wäre glücklich damit.
Aber sie ist 1924 geboren, mit einem mega strengen Vater (Oberlehrer), musste zu *beep* in ein Arbeitslager, wie es alle für ein Jahr mussten, Krieg, den Bruder verloren (der war 19), den musste sie mit inzwischen dementem Vater identifizieren fahren. Der Bruder hatte 19 Eisensplitter im Kopf, erzählte sie mir immer. Der Vater wurde dann so dement, dass er weggelaufen war, weshalb man ihn irgendwann im Zimmer eingesperrt hat. Allerdings wollte er trotzdem weg und ist aus dem Fenster gesprungen. Das hat er nicht überlebt. Dann hat sie einen einarmigen Mann geheiratet (der muss mega lieb gewesen sein) und bekam meinen Vater. Die Geburt war das schlimmste, was sie je erlebt hat, sagte sie mir.
Unter solchen Umständen kann man nur psychotisch werden. Man sieht das auch auf Bildern von ihr. Als Jugendliche hat sie mega hübsch gestrahlt, das war dann alles weg. Wenn jemand verbittert war, dann sie.
Sie hat mir viel vom Krieg erzählt. Allerdings war ich da im Grundschulalter.
Das war für meinen zartbesaiteten Vater allerdings das pure Gift.
Und dann auch für mich, weil ich mit ihr 10 Jahre lang aufgewachsen bin.
Mich wollte sie nie, meine Mutter auch nicht. Aber mein Vater konnte sich nicht von ihr lösen, also zog meine Mutter in das Haus, weil sie ihn liebte. Als mein Vater dann tot war, ist meiner Oma aufgefallen dass ich ja seine Tochter war. Dann liebte sie mich, so auf ihre Art.... naja. Im weitesten Sinne vielleicht.