Vielen Dank erstmal für eure Antworten. Die gehen ja durchaus in sehr unterschiedliche Richtungen. Genau so zerrissen fühle ich mich!
Auf einige der Fragen will ich versuchen zu antworten.
Zitat:Wie alt sind denn die Kinder?
Der Große ist 10, meine Tochter 7. Und wenn ich das sagen darf, beide sind soweit gut gelungen. Das soll natürlich weiter so bleiben. Das geht ganz sicher auch für Scheidungskinder, aber in jedem Fall erfordert es einiges (egal ob getrennt oder nicht), irgendwie ist Kindererziehung ja auch Arbeit. Neben dem Verlust, nicht mehr so viel am Leben der Kinder teilzuhaben finde ich es auch unfair, mich aus der Erziehung einfach so zu einem großen Teil raus zu stehlen. Immerhin waren die Kinder unsere gemeinsame Entscheidung.
Zitat:Es ist immer dasselbe: du wirst leiden unter dem, was du zerstört hast.
Ist das so? Habe ich auch gedacht. Aber ich habe viel hier im Forum gelesen und bin überrascht, wie viele dann doch glücklich werden. Sieht man u.a. an den vielen Ex-Partnern, die noch nach Jahren auf eine Rückkehr hoffen, obwohl diese aufgrund der immer noch funktionierenden, neuen Beziehung unwahrscheinlich erscheint.
Zitat:Du hast die Kinder gezeugt, bist verantwortlich für ihre Existenz und ihr Wohlergehen.
Die Kinder unglücklich zu machen, damit du glücklich bist, ist mehr als egoistisch.
Sehe ich ja durchaus genauso. Aber ich bin so hin und her gerissen. Weil es sich einfach auch wieder gut anfühlt "zu leben". (diesen Ausspruch habe ich hier im Forum mehrfach gelesen und er beschreibt meine Gefühlslage diesbezüglich sehr gut)
Zitat:Das liest sich, als hättest du psychische Probleme, zB Depression. Ist dem so?
Du schreibst, insbesondere wegen der Alltagsprobleme vermutest du das. Nein, das habe ich sicher nicht. Klar, durch die Arbeit habe ich aktuell viel Stress. Aber eigentlich bin ich in unserer Ehe eher der psychisch stabilere und meine Frau kann manchmal etwas labil sein. Erstaunlich, dass sie das gerade so stark mit macht. Dabei ist es sicher keine leichte Situation für sie.
Zitat:aber ich würde meine Kinder nie im Stich lassen, es sei denn die Ehesituation wäre unerträglich. Das ist aber bei dir nicht der Fall
Sehe ich ja genauso. Vom Verstand her. Da wusste ich nicht, wie es sich anfühlt, wirklich in so einer Situation zu sein.
Zitat:Für die Frau ist es also "ok", auseinandergelebt zusammenzuleben wegen der Kinder.
Prima.
Um ehrlich zu sein, da war ich etwas überrascht, als sie das auch so deutlich gesagt hat. Siehe allerdings noch nächste Antwort.
Zitat:zu unterstellen, dem TE sei S. wichtiger als seine Familie, ist anmaßend, vor allem wenn eine der möglichen Alternativen an der Stelle heißt, ins eheliche Zölibat einzutreten
Womit ich nicht gerechnet hatte. Im Rahmen der Diskussionen mit meiner Frau würde sie dieses "Zölibat" durchaus beenden. Hätte sie die letzten Wochen schon, wenn ich dazu bereit gewesen wäre.
Zitat:Und denkst Du dann nicht, dass sich diese Charaktereigenschaften auch in der Beziehung zur neuen Frau bemerkbar machen würden?
Ja und nein. Nein, weil ein Teil dessen ist, dass es auch stark auf mich zurück geht, dass wir das Wohl der Kinder höher als unser eigenes gestellt haben. In der Situation wäre ich ja in der neuen Beziehung nicht. Aber auch ja, kann sein. Ich bin normalerweise eher auf körperliche Distanz aus (leider auch zu meinen Kindern). Wenn man es so psychologisieren will, ich bin wahrscheinlich einer von denen, wo sich die Eltern mal besser hätten scheiden lassen sollen. Ob ich dann irgendwann auch in der neuen Beziehung wieder die Distanz suchen würde, kann ich nicht abschätzen.