singstein
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ich habe gar keine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen, denn so geht es ja ganz vielen von Euch hier; aber ich habe das Gefühl, ich kann nicht den ganzen Tag meine armen Freunde, Mitbewohner und Familie volljammern und muss mir einfach von der Seele schreiben, wie es mir geht...
Ich war drei Jahre mit meinem Freund zusammen (bin jetzt 31) und zwar eine Fernbeziehung. Er hat sich vor anderthalb Jahren schon einmal getrennt, weil er Zweifel an einer gemeinsamen Zukunft hatte, hat sich dann aber nach vier Wochen plötzlich entschieden, dass er sich jetzt doch sicher ist und mich liebt und nur mit mir zusammen sein will... Naja, damals ging es mir noch gar nicht sooo schlecht; ich bin eher jemand, der sich mit der Zeit immer mehr auf jemanden emotional einlässt und das war damals noch nicht ganz so extrem. Und trotzdem habe ich ihm eine zweite Chance gegeben, auch wenn mir alle davon abgeraten haben und ich natürlich Bedenken hatte. Es hat auch ewig gedauert, bis ich ihm wieder vertrauen konnte, aber langsam habe ich dann doch gedacht: Wir haben es überstanden, und nun starten wir wirklich in ein gemeinsames Leben. Wir haben durchaus unterschiedliche Ansichten zu Dingen im Leben, aber vieles hat auch sehr gut gepasst und ich bin niemand, der glaubt, dass es einen 100% perfekten Partner gibt (ich bin ja auch weit von perfekt). Wir haben viele Urlaube zusammen verlebt und uns jeden Tag gehört, trotz Fernbeziehung; wir konnten sehr gut miteinander reden, was mir sehr wichtig ist. Nun ja, jedenfalls dachte ich das. Und nun am zweiten Weihnachtsfeiertag, nachdem Weihnachten so schön und harmonisch war, ergab es sich in einem Gespräch, dass er immernoch Zweifel hat an einer gemeinsamen Zukunft; er weiß nicht warum, er liebt mich ja und ich bin das beste, was ihm je passiert ist, aber... Da habe ich die Reißleine gezogen; ich kann das psychisch nicht mehr. Es folgten noch einige dramatische Nachrichten von beiden Seiten (mit ganz viel Ich liebe dich und du bist einzigartig von seiner Seite) und ein furchtbares Telefonat mit viel Weinen, aber seit zwei Wochen haben wir keinen Kontakt mehr...
Ich bin wie vor den Kopf gestoßen und kann mich auf nichts anderes konzentrieren. Ständig versuche ich mir zu sagen STOP, wenn ich wieder in seinen Kopf kriechen möchte um endlich zu verstehen; dann sage ich mir: er liebt mich einfach nicht mehr oder nicht genug, das ist die simpelste Erklärung. Natürlich hoffe ich innerlich dann immer, dass er es sich doch anders überlegt; schaue ständig auf mein Handy oder in meine E-Mail; gleichzeitig denke ich das nicht (weil er das ja schon mal abgezogen hat) und ob ich das überhaupt jemals noch mal könnte und wollte ist ja auch die Frage ... Am schlimmsten ist es nachts und morgens und trotz aller Pläne für dieses Jahr, die ich mir jetzt schon gemacht habe, ist einfach alles so öde und sinnlos...
Ich habe mich jetzt auch für eine Therapie angemeldet, um mein fehlendes Selbstwertgefühl endlich mal anzugehen. Das führt in meinen Beziehungen nämlich immer dazu, dass ich Verlustängste entwickel und mich oft mal dämlich verhalte (auch wenn mir mein Ex-Ex-Freund lange nach unserer sechsjährigen Beziehung gesagt hat, ich war eine tolle Freundin). Momentan suche ich die Schuld für alles natürlich bei mir und nehme in Gedanken alle Handlungen auseinander, die falsch waren, hättehättefahrradkette...
Natürlich weiß ich, dass Liebeskummer wieder vergeht, aber mit Anfang 30 habe ich auch viel mehr Angst, allein zu bleiben und niemals jemand so tollen zu finden - naja, ihr kennt das ja
Vielen Dank fürs Zuhören/Lesen! Es hilft schon, das alles mal losgeworden zu sein... Liebeskummer ist wirklich grausam
Anna
. Uns trennten ebenfalls etliche hundert km, aber er entschloss sich schnell, zu mir zu ziehen und da ist er heute noch.

Und natürlich versuche ich mir dann zu sagen, vielleicht ist er einfach nicht beziehungsfähig (von der Scheidung der Eltern nach seiner Aussage auch traumatisiert) und findet nie jemanden, mit dem er lange zusammen bleiben will; das rede ich mir ein, damit es mir bisschen besser geht. Wirklich glauben tu ich es aber nicht; ich nehme an, er liebt mich einfach nicht genug... Daher war aber die Fernbeziehung sicher ein negativer Faktor, aber nicht der auslösende. Ich hoffe nur, er findet nicht in den nächsten Monaten die große Liebe und heiratet, diese Vorstellung macht mich ganz verrückt
und über meine Freunde, die ich reihum, um niemanden zu überlasten, mit Telefonanrufen nerve.
Da bin ich realistisch genug, um mir das verstandesmäßig einzugestehen (nur gefühlstechnisch, naja)...
Ich habe ihm gestern doch eine Abschluss-E-Mail geschrieben, wie ich wollte, und er hat auch gleich geantwortet, aber eben auch sehr gesammelt und vernünftig und kein Wort, dass er mich vermisst oder dass er an seinen Entscheidung noch zweifelt. Natürlich habe ich auf etwas anderes gehofft, so innerlich emotional, und jetzt haut mir das wieder den Boden unter den Füßen weg. Obwohl ich es mit dem Kopf ja gehofft hatte um die Hoffnung endlich zu verbannen. Jetzt tut es nur unglaulblich weh und fühle mich wieder wie in den ersten Tagen... Ich hoffe, dass es bald besser wird. Auf jeden Fall denke ich, hilft das bestimmt dabei, langfristig nicht mehr zu hoffen... Ich will doch damit abschließen 