Waris07
Mentorin
- Beiträge:
- 2257
- Danke erhalten:
- 10262
- Mitglied seit:
Zitat von Maiko:Meine Affäre kommt gut ohne mich klar.. Das stimmt wohl.. Aber was mir nicht verständlich ist..
Warum vermisst Sie mich.. Warum meldet Sie sich immer wieder..
Warum befeuert Sie es immer mit "wir sehen uns zu eine besseren Zeitpunkt wieder".. "man trifft sich immer ein zweites Mal"..
Diese Sätze von ihr treffen genau ins Ziel.
Den sie halten die Tür einen Spalt offen: nicht weit genug für Verbindlichkeit, aber genug, um in deinem Kopf präsent zu bleiben.
Vermutlich testet sie damit (un)bewusst, ob du noch reagierst, hoffst oder innerlich nicht abgeschlossen hast – und du machst bereitwillig mit.
Nicht, weil du schwach bist, sondern weil es dich in einem Mix aus Spannung, Verlangen und dem kleinen Hoch, wieder "gesehen“ zu werden, hält.
Faktisch läuft hier eine klassische Push-and-Pull-Dynamik: Nähe, Distanz, Kontrolle, Reaktion – Intensität ohne Bindung.
Du fütterst diese Dynamik selbst: jedes Grübeln, jede Nachricht, jede Erinnerung ist ein Signal, dass sie noch Macht über dich hat. Und jetzt mal ganz ehrlich - Du bist innerlich jederzeit bereit, wieder "in den Ring zu steigen", wenn sich die Gelegenheit ergibt – ohne dass es dich wirklich erfüllt.
Das ist keine Liebe.
Es ist Dynamik aus Ungewissheit und dem Reiz des Spiels mit dem Feuer.
Spannung entsteht – Stabilität nicht.
Die eigentliche Frage ist daher nicht, warum sie das tut, sondern warum du dir diese offene Schleife weiterhin erlaubst – obwohl du weißt, dass sie dich emotional nicht weiterbringt.
Es geht weniger um Tiefe als um Dynamik, weniger um Verbindung als um Intensität, um das Gefühl, noch eine Option zu sein.
Zitat von Maiko:Prinzipiell die letzten Jahre.. Natürlich auch Kind und Finanzen..
Ich gebe vielen hier recht.. Es ist asozial meiner Frau gegenüber.. Der Hardcut / 0 contact wäre folglich die beste Lösung..
Wir haben uns in der ehe meiner meinung nach schon länger verloren.
Wir haben tolle Urlaube.. Sind finanziell eher unabhängig.. Aber gefühlstechnisch ist das weniger geworden die Jahre..
Du sagst, ihr habt euch verloren. Gleichzeitig beschreibst du funktionierende Rahmenbedingungen: gemeinsame Urlaube, finanzielle Stabilität, ein organisiertes Leben mit Kind ( Wie alt ist das denn?) . Das spricht nicht für das Ende, sondern für einen stabilen Rahmen, in dem Verbindung und Nähe entstehen könnten – wenn ihr aktiv daran arbeitet.
Eine Ehe mit Kind lebt von Dauer: Verantwortung, Wiederholung, Organisation, Müdigkeit.
Intensität kann aufregend sein, Herzklopfen erzeugen, das Leben kurzzeitig elektrisieren. Stabilität dagegen wirkt oft unspektakulär, wird leicht übersehen, aber gerade sie trägt die Verbindung langfristig.
Sie wird schnell fälschlich als "Gefühl ist weniger geworden" interpretiert, obwohl sie die Grundlage für Nähe, Vertrauen und emotionale Sicherheit bildet.
Nähe verschwindet nicht einfach. Sie wächst nur, wenn man bewusst in sie investiert – durch kleine Gesten, Aufmerksamkeit, Hinwendung, emotionale Reaktionsfähigkeit, Präsenz im Alltag.
Wer aufhört, sich bewusst zu zuwenden, wird schnell das Gefühl haben, sich "verloren" zu haben – in Wahrheit ist es ein Abstand, der selbst erzeugt wird.
Hier liegt der entscheidende Punkt: Eine Ehe baut Tiefe durch Investition auf. Wer sich engagiert, hört hin, reagiert auf Emotionen des Partners, zeigt Wertschätzung und Zuwendung, stärkt langfristig Bindung und Vertrauen. Wer sich zurückzieht, erlebt Leere und Distanz
Die zentrale Frage lautet daher: Bist du bereit, die Energie, die du aktuell ins Grübeln über die Affäre steckst, bewusst in deine Ehe zu lenken – wenn du sie noch willst?
Im Grunde ist es doch so: Intensität kann man überall finden. Verbindliche Nähe entsteht nur dort, wo man bleibt, arbeitet und wirklich präsent ist.