Zitat von Liv225: Mir geht dann auch durch den Kopf, wies früher war, einfach weil wir lange zusammen waren und vielleicht, weil gerade die Zeit ist, wo es alle erfahren haben.
Zitat von Heffalump: War es früher besser?
Gab es nie Situation, wo du mit dem Wissen von heute, die Vergangenheit neu bewertest?
Zitat von Liv225: Es waren wirklich schöne Jahre
Wie es früher war… Ich habe schon oft drüber nachgedacht. Er machte bei der Trennung unsere ganze Beziehung mies. Er hätte mich nicht heiraten sollen, sagte er, insgesamt zweimal bis zu seinem Auszug. Zwischendurch leugnete er das. Wenn es seit 22 Jahren so schlimm war, ist es traurig für ihn und für mich. Kann ich aber nicht glauben. Ich würde in den letzten Jahren ansetzen.
2017 kam mein kleiner Sohn zur Welt und mein Ex hatte eine kleine Midlifecrisis, die sich äußerte im Feiergehen während ich das Kind hütete. Ich hatte keinen negativen Verdacht, allerdings war es mir kurze Zeit ein Dorn im Auge, wie sehr er der damals frischen Ex seines einen Kumpels geholfen hat. Die hatten sich getrennt, weil sie fremdgegangen war, angeblich mit einem ihrer Arbeitskollegen. Plötzlich hat mein Ex ihr andauernd auf Zuruf geholfen. Ich war nicht ernsthaft eifersüchtig aber es passte manchmal zeitlich gar nicht und er sprang sofort. Und sein Kumpel und mein Ex waren plötzlich nicht mehr befreundet. Wer weiß, was da war. Aus heutiger Sicht vielleicht eine erste Annäherung oder mehr? Oder ich bilde es mir heute ein?
Dann kam bald die stressige Coronazeit und andere Sorgen im Weltgeschehen und mit mir ging es stressmäßig bergab. Ich habe aber nie geglaubt, dass wir als Paar in Gefahr sind und er hat mir den Rücken gestärkt.
Bei der Trennung sagte er, es ginge mit ihr seit Herbst (platonisch), dann seit Sommer (nur einmal ein bisschen nicht platonisch). Ich glaube mittlerweile, es geht seit mindestens einem Jahr, zumindest emotional. Er hat im April Geburststag und letztes Jahr wollte er schon niemanden mehr einladen, was sonst nicht seine Art war. Er war immer genervter, wenn meine Familie einen Besuch ankündigte. Von seiner Familie war nichts zu befürchten, weil die sich erst auf Extraeinladung zu uns bequemt haben. Wenn Besuch da war, hat er öfter genervt in der Küche gestanden. Er war manchmal auf Krawall gebürstet vor anderen. Entweder er hatte da mit sich zu tun oder er hat sich innerlich schon abgegrenzt. Es scheint ihm auch nicht schwer zu fallen, sein Umfeld aufzugeben.
Von daher kann ich aus heutiger Sicht nicht sagen, wann es nicht mehr echt war.
Er hat sich angeblich eine Therapie gesucht, vor Wochen schon. Warum er mir das erzählt, weiß ich nicht, wenn sein Leben mich doch nichts mehr angeht. Müsste man da kein einsichtigeres Verhalten bemerken?