@VictoriaSiempre
Zitat:Während Du, wenn Du Kindesunterhalt zahlen musst, am Existenzminimum kratzt?
Das würde ich auch als ungerecht empfinden!
Also: von Existenzminimum spreche ich bei uns nicht.
Es ist nur so: ich habe einmal vollkommen neutral zu rechnen begonnen: beide haben eine Wohnung/Haus, die Kindgerecht ist - beide Wohnungen in etwa gleich ausgestattet, die Kinder jeweils ein eigenes Zimmer - schließlich werden die auch größer und dann ist das wohl auch so angebracht. Wir waren uns als Eltern einig, dass es gut für die Kinder ist, dass sie in beiden Wohnungen sich auch nicht eingeschränkt fühlen und gerne da sind. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe, dass ich ausziehe, löste das sofort bei beiden Begeisterung aus: "Ui, dann habe ich ja zwei eigene Zimmer". Ich mag hier keine Zahlen nennen, aber in der Tat die Wohnung kostet um einiges mehr als das Haus, in dem wir vorher gemeinsam waren, obwohl sie keinen Garten hat, weniger Wohnfläche und weniger Keller. Das liegt schlicht und einfach daran, dass Neuvermietungen immer um einiges mehr verlangen können, als alte.
Ich weiß ja ziemlich genau, was wir vorher gemeinsam Kosten hatten und was jetzt in den getrennten Haushalten nun anfällt. Auf der Basis habe ich dann alle Ausgaben zusammengezählt unter der Annahme, dass beide den selben Lebensstandard beibehalten, den wir vorher hatten (Also: Auto, Versicherungen, Altersvorsorge usw. - was halt jährlich anfällt).
Dann gab es eine Bottom-Up Rechnung von ihr, was an tatsächlichen Kindeskosten entstehen wird, was nicht rein die Wohnkosten, Ernährung usw ist, das ja bei beiden ohnehin anfällt. Ursprünglich war ihre Rechnung so, dass diese Kosten allein durch das Kindergeld gedeckt gewesen wären. Eine erneute Berechnung beinhaltete mehr Puffer, so dass das Kindergeld allein nicht ausgereicht hätte, aber ihre Steuerermäßigungen dies dann gedeckt hätten. Abweichend von einer ursprünglichen Abmachung verlangte sie dann diese Kosten dann doch von mir. Ich habe das einberechnet in meine Kalkulation und war da auch bereit, das zu zahlen. Damit Inflation und die zunehmenden Aufwände bei wachsendem Alter der Kinder auch mit berücksichtigt sind, haben wir diese Kosten an die Düsseldorfer Tabelle geknüpft - als Prozentsatz der Düsseldorfer Tabelle.Wir beide hätten damit weiterhin ein komfortables Leben geführt und ich hätte trotz eines Ungleichgewichts - ihr wäre monatlich um einiges mehr übrig geblieben als mir zugestimmt. Sonderausgaben für Kinder hätten wir übrigens auch geregelt, dass das in etwa abhängig vom Betreuungsanteil und vom Nettoeinkommen im Verhältnis aufgeteilt würde. Wir waren uns nach zähen monatelangen Verhandlungen einig, dass wir das so machen. Jetzt geb es noch ein paar Details zu klären und von einem Tag auf den anderen stieg sie aus den Verhandlungen aus.
Damit droht also die komplette Unterhaltszahlung, die dann jedoch mich tatsächlich so stark belasten würde, dass ich nicht mehr so sorglos weiter leben kann. Die einzige Konsequenz kann dann nur sein: ich ziehe um. Damit ist allerdings das intensive Kinderbetreuungsmodell nicht mehr sichergestellt und der Komfort, den die Kinder jetzt haben eben auch nicht mehr. Und im Umkehrschluss: meine Ex braucht dieses Geld überhaupt nicht, um die Kinder zu unterhalten, sondern sie kann sich davon ein schönes Leben machen. Aber andererseits: Deine Ex ist voll berufstätig, wie ist denn da die Kinderbetreuung geregelt, wenn mal was ist? Hast Du wirklich ne Ahnung davon, was Kinder in dem Alter kosten? Ich denke mit Schrecken an Schuhkäufe (ich hab viel auf Flohmärkten gekauft; Schuhe halt nicht. Die waren in gewissen Zeiten alle 2 Monate fällig - und nein: Kinderschuhe sind nicht günstiger, weil sie klein sind).
Zitat:Aber andererseits: Deine Ex ist voll berufstätig, wie ist denn da die Kinderbetreuung geregelt, wenn mal was ist? Hast Du wirklich ne Ahnung davon, was Kinder in dem Alter kosten? Ich denke mit Schrecken an Schuhkäufe (ich hab viel auf Flohmärkten gekauft; Schuhe halt nicht. Die waren in gewissen Zeiten alle 2 Monate fällig - und nein: Kinderschuhe sind nicht günstiger, weil sie klein sind).
Kinderbetreuung: wir haben ein Tagesheim, wo die Kinder den ganzen Tag sind und sich glücklich fühlen. Ihre Freunde sind dort. Natürlich habe ich eine Ahnung, was Kinder kosten: ich habe bis auf das jetzige Trennungsjahr ja auch Schuhe gekauft, Kleidung gekauft, Fahrräder gekauft, Geschenke gekauft, alles was so anfällt: ich bin in all diesen Dingen involviert gewesen.
Zitat:Okay, es gibt noch Variante 3: Du zahlst, was Du musst und machst in Sachen Kinderbetreuung auch nur, was Du musst. Joah, kann man(n) machen. Liebende Väter tun das meiner Meinung nach eher nicht. Aber es gab hier schon Väter, die konsequent den Kontakt zu ihren Kindern abgebrochen haben. Die sind damit auch fein gewesen…
Ich spreche doch gar nicht von einem kompletten Kontaktabbruch - höchstens aus Wut oder letzte Konsequenz oder Drohung der Ex gegenüber, was alles passieren könnte, wenn sie so hart spielt. Wenn sie mich bis aufs Unterhemd ausziehen möchte, dann kann sie vom Staat her das tun. Wenn sie von mir aber fordern will, dass ich die Kinder in einer bestimmten Regelmäßigkeit betreue, dann eben nicht. Ich will selbst Herr über meine Zeit sein und kann damit vielleicht den Kindern sogar mehr bieten, als wenn ich in einem starren Korsett verbleibe.