Zitat von TheArtist: Lieber TE, ich finde es gut ,dass du dich auf das Framing "Die Kinder sind das wichtigste", mit dem dir die Unterhalskröten verkauft (besser abgenommen) werden sollen, nicht einlässt!
„Die Kinder sind das wichtigste“ ist tatsächlich mein Framing. Ansonsten wirst Du von mir hier keinen Beitrag finden, der sich gegen ein 50:50-Modell ausspricht; im Gegenteil: Ich befürworte das sehr.
Aber anders, als hier oft gedacht und geschrieben (mit gefährlichen Halbwissen

) wird, entfällt bei einem Wechselmodell nicht grundsätzlich der Kindesunterhalt. Dabei kann z. B. das Einkommensgefälle zwischen den Elternteilen eine Rolle spielen.
Ich kann die Wut eines verlassenen Vaters, der gefühlt nur blechen soll, total verstehen. Genauso wie die der verlassenen Mutter, die sich zwar über vollen Kindesunterhalt freuen darf, wo der Vater sich aber nur alle 2 Wochenenden und dazwischen 1x abends kümmert. Klar gilt im Umkehrschluß, dass verlassende Mütter sich a) zwar über den Unterhalt freuen dürfen und b) in Kauf nehmen müssen, dass die Väter sich nur 6 Tage im Monat um die Kinder kümmern

Darüberhinaus gibt es Mütter und Väter (davon deutlich mehr), die weder zahlen noch sich kümmern. aber das ist ein anderes Thema.
Das Schuldprinzip ist in D abgeschafft, klar kann man trotzdem vieles gerecht oder ungerecht finden. Nützt aber nix. Wenn ich eines gelernt habe bei meiner Scheidung: Irgendwann geht es oft nur noch um Zahlen. Da sind Gesetze und Tabellen eine Entscheidungshilfe.
Und ja, ich finde ganz schlimm, wenn Kinder im Spiel sind, einen Rosenkrieg anzuzetteln. Ich bin eine große Verfechterin von Mediation.
Warum die Nochfrau des TE plötzlich den fast unterschriftsreifen Vertrag nicht mehr unterzeichnen mag, weiß der Geier. Ich kenne es auch, dass der Wind schärfer weht, wenn Next mitmischt.
Zitat von Linus2021: Bisher war es ein reiner Kindesunterhalt auf Basis geschätzter Kosten 2022 und dann gekoppelt an die Düsseldorfer Tabelle. Einen anderen Mann mit ins Kalkül zu bringen, halte ich für unrealistisch und auch nicht sinnvoll. Ich will mir bei einer künftigen Beziehung auch nicht reinreden lassen.
Da Du keinen Trennungs- und vermutlich erst recht keinen nachehelichen Unterhalt zahlst/zahlen muss, spielt es ja tatsächlich auch keine Rolle, ob Deine Nochfrau mit einem Lover oder ner ganzen WG zusammen zieht. Zum letzten Satz:
Zitat von Linus2021: Dazu gehört aber auch, vorzuleben, dass ich glücklich bin und das Leben abwechslungsreich gestalte.
Ja! Wobei das, wenn Du es gut vorleben willst, völlig unabhängig von Geld ist. Was natürlich vieles erleichtert, überhaupt keine Frage!
Zitat von Linus2021: Es klingt in den ganzen Dialogen irgendwie immer mit, je mehr Zeit man mit den Kindern verbringt, desto besser ist es.
Nicht besser. Alltag halt. Ich hab hier oft von Vätern gelesen, dass sie genau das vermissen

Zitat von Linus2021: Das stimmt ja auch nicht immer. Wenn man viel Qualität in das Zusammensein reinbringt, dann haben die Kinder doch mehr davon, als wenn man nur gemeinsam in einer Wohnung Zeit verbringt.
Qualität in das Zusammensein. Hmm. Hört sich nach Entertainment an

Wenn Deine Ex dann für den ganzen anderen Schaiz zuständig ist, dann hat sie sich den Unterhalt wenigstens richtig verdient

Ehrlich: Ich verstehe Dich total! Ich mag hier absolut nicht in die Rolle der Verteidigung von Müttern gesteckt werden, das bin ich nicht!
Es ist halt dumm gelaufen, dass Du aus dem Haus bist - sonst hätte Deine Ex jetzt das Problem mit der teureren Wohnung, aber hätte, hätte, Fahrradkette….
Wenn das Gericht entscheidet, dann wird es sich an der Düsseldorfer Tabelle orientieren (es sei denn, Deine Anwältin findet noch gute Abzugsmöglichkeiten). Das scheint mir jedenfalls recht wahrscheinlich.
Ich verstehe auch, wenn Du dann den Kindesumgang auf das übliche Minimum reduzieren wirst. Ist dann halt so: Du zahlst was Du musst und Du tust was Du musst. Vielleicht ist Deine Ex später mal kompromissbereiter, wenn sie keinen Bock mehr darauf hat, ständig für alles zuständig zu sein. Weiß keiner hier!
Ganz persönlich hätte ICH es niemals ausgehalten, wenn ich mein Kind (in dem Alter. Pubertät sah anders aus!

) jede Woche nur einmal mehr oder weniger lange gesehen hätte. Aber das ist mein persönliches Empfinden und ich kann akzeptieren, dass für andere Quality-Time wichtiger ist.