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Trennung nach 14 Jahren Er war mein Retter

alleswirdbesser
Zitat von Arnika:
Menschliche Kinder besitzen Spiegelneuronen. Sie beobachten ab dem Kleinkindalter jeden Tag, wie die Eltern eine Gabel benutzen, sich waschen, Türen ...

Ich bin gerade am grübeln, möchte aber nicht so sehr ins Detail gehen, da es auch um meine Kinder geht.

Ich finde es hängt auch viel vom Kind und seiner Persönlichkeit ab, was es sich bis zur Volljährigkeit eineignet, eineignen möchte und was es tut oder später umsetzt, während es bis zum Auszug alles mitbekommen hat, aber selbst nie gemacht hat. Mein Sohn konnte irgendwann alles selbst, obwohl er zu Hause nie etwas gemacht hat. Es gab da so einige Auseinandersetzungen dazu, oh ja. Bei den Mädels habe ich nicht so die Energie für die Auseinandersetzungen und mache den Haushalt allein. Aber sie bekommen ja mit wie das geht. Die eine hat immer ein aufgeräumtes Zimmer, die andere ist ein Chaosqueen, die eine kocht nicht, macht höchstens Spiegelei, die andere kocht und bäckt gern und das hat sie irgendwann einfach von sich aus angefangen. Und ich bin mir sicher, wenn sie eines Tages allein Leben, ist das, was sie hier gesehen, aber nie selbst gemacht haben, nicht vergessen. Sie werden es bestimmt packen. Brot schmieren für die Schule tat ich, solange sie welches wollten, aber beim Frühstücken haben sie das allein gemacht und ich kann mich nicht an gezieltes beibringen erinnern, genauso das duschen. Alles kam irgendwie von selbst, spätestens beim DLRG, aber ich glaube sie konnten das auch so. Sie badeten damals aber lieber. Ich überlege gerade, ob ich als Mutter ebenfalls versagt haben soll. Denn gezieltes beibringen aller möglichen Sachen gab es so nicht. Es hat sich irgendwie immer ergeben. Kinder fragen, machen nach, schauen zu…. War ein natürlicher Prozess. Meine zwei können sich zum Beispiel perfekt schminken, das haben sie sich vor Jahren selbst beigebracht, denn ich kann das nicht mal.

x 7 #121


D
Ich bin gerade erst über den Thread gestolpert.
Hast du ihn mal gefragt, wie es ihm mit der Trennung geht?
Denn wenn ein Mensch sich so verbiegt, geht eine Trennung vermutlich auch an ihm alles andere als Spurlos vorbei.
Ich wünsche dir und ihm (Ich kenne halt auch seine Seite) ganz viel Kraft und hoffe sehr, ihr schafft es Freunde zu bleiben.

x 1 #122


A


Trennung nach 14 Jahren Er war mein Retter

x 3


alleswirdbesser
Zitat von alleswirdbesser:
eineignet, eineignen

Aneignet 🙈

#123


Winza
@ZeldaFan
Ich finde du bist auf einem guten Weg und nur du kannst beurteilen wie was war.
Du musst dich hier auch nicht rechtfertigen.

Aber manches Hyänen-artige hier wirst du mit egal wievielen Erklärungen nicht beseitigen.

x 5 #124


Ouabain
Zitat von alleswirdbesser:
Ich bin gerade am grübeln, möchte aber nicht so sehr ins Detail gehen, da es auch um meine Kinder geht.


Das Klima, was die TE beschreibt, Stelle ich mir so vor: Kind will Brot alleine schmieren.
Mutter nimmt dem Kind das Messer und das Brot aus der Hand und sagt: "Das kannst Du nicht. Du bist zu klein/ zu dumm/ zu irgendwas".
Immer und immer wieder.
Egal, was das Kind versucht. Es wird gehindert, bekommt einen blöden Kommentar obendrauf. Und wenn es doch mal was macht, wird das Ergebnis runtergeputzt.
Und natürlich ist es möglich, mit so einer Technik eine kleine Seele sehr nachhaltig zu brechen

x 10 #125


Ouabain
Zitat von Ouabain:
Das Klima, was die TE beschreibt, Stelle ich mir so vor: Kind will Brot alleine schmieren. Mutter nimmt dem Kind das Messer und das Brot aus der Hand ...


Und da ich mich gerade in diese echt kranke Welt hinein begeben habe. Ich bezweifle, dass SOLCHE Eltern zahlen, weil sie so nachsichtig sind. Es dürfte eher darum gehen, dass die finanzielle Abhängigkeit mit Einfluss einhergeht. Sich selbst den Beweis zu erschaffen: "ohne uns geht es nicht".

x 2 #126


Z
@Ouabain DANKE! Genau so ist es. Du hast die komplette Dynamik verstanden mit der ich aufgewachsen bin und mein Ex hat es genau so erkannt und mich da raus geholt. Und nicht nur aufgewachsen bin... Ihr müsst euch vorstellen, diese Dynamik fahren meine Eltern bis heute! Das hat ja nicht nur was mit Kind sein und Brot schmieren zu tun... Das war nur ein zufälliges Beispiel. Ob ihr es glaubt oder nicht. Das kann man immer genau so fahren. Auch mit einem erwachsenen Kind.

x 4 #127


Löwenzeh
Zitat von ZeldaFan:
Auch mit einem erwachsenen Kind.

Aber das erwachsene Kind kann sich entziehen.
Es kann das Geld nicht nehmen,
auf eigenen Beinen stehen und
nie wieder zurückblicken.

Du bist (noch) nicht bereit, deiner Familie den Rücken zu kehren, oder?
Denn du hast es gut erkannt:
Zitat von ZeldaFan:
diese Dynamik fahren meine Eltern bis heute!


Dort würde ich die Emanzipation beginnen.
Aber vielleicht zuviel verlangt im Augenblick; die Trennung musst du erstmal etwas wegstecken?
Alles zu deiner Zeit.
Aber mir persönlich wäre dieser Schritt wichtig.

x 7 #128


Ouabain
Zitat von ZeldaFan:
Ob ihr es glaubt oder nicht. Das kann man immer genau so fahren. Auch mit einem erwachsenen Kind


Natürlich können sie die Schiene weiter fahren. Sie kennen alle Deine Knöpfe. Es ist ein mühevoller Weg, sich da abzulösen.

Kann es sein, dass der Burnout Deines Partners teilweise daher rührt, dass Deine Eltern immer noch so stark in Deinem Leben sind?

Das würde - zumindest für mich - die seltsame Lücke schließen, die ich anfangs bei Deinem Thema hatte.

x 3 #129


Z
@Ouabain sie waren es 4 Jahre lang. Mein Ex hat natürlich meine Eltern oft miterlebt und ja selbst zu ihm waren sie teilweise wirklich respektlos. Also ja. Er hat da viel mitbekommen. Auch wie meine Eltern mich behandelt haben. Und er hat oft versucht mit denen zu sprechen aber ohne Erfolg. Ich habe den Kontakt mittlerweile zu meinen Eltern abgebrochen. Diese wollen aber sowieso nichts von mir wissen und interessieren sich nicht für mich. Und wenn ich mich für sie interessiert habe dann kam sowieso keine Antwort darauf. Aber mir haben sie dann immer vorgeworfen ich würde mich nicht interessieren...

x 2 #130


Löwenzeh
Unter den Umständen wundert es mich etwas, dass sie bezahlen; nach dem Studium bist du auf dich gestellt, oder wie ist der Status Quo?

Wenn der Kontakt eingestellt ist (super), würde ich auch Geld ohne Verpflichtungen nehmen.
Aber was haben deine Eltern davon?
Den Schein wahren?
Irgendwo ist der Familienhaken versteckt.
In der Annahme, dass du ihnen was schuldig bist?

x 1 #131


Löwenzeh
Ich würde eine eigene Bude empfehlen, wenn irgend möglich.
Du wirst nie wieder mit anderen wohnen wollen.
Ging mir zumindest so.

Ich vermisse meine kleine 27qm Bude mit integrierter Küchenzeile im Schlafzimmer 🤣
War alles ranzig, aber alles meins.
500Euro warm und ich hatte noch 300Euro zum Leben. Ich war glücklich.
Gut, zehn Jahre später kommste mit 300Euro weniger weit...
Aber möglich isses.
Manche Entbehrungen geben einen Selbstwert und der ist unbezahlbar.

Keiner kommt dir quer, keiner quatscht dir rein.
Dein Reich, deine Regeln.
Zumindest die Erfahrung mal mitnehmen, ehe man sich ewiglich bindet. Und was hält schon ewig.

WG kann ich nicht empfehlen.
Bin eher so Typ Eigenbrötler und WG heißt mind. zwei Leute, mit denen man sich absprechen muss.
Geht alles, wenn finanziell nötig.

Aber du musst mal zur Ruhe kommen.
Und zu dir kommen.
Dafür ist Stille unentbehrlich.

x 1 #132


VictoriaSiempre
Zitat von ZeldaFan:
Du hast die komplette Dynamik verstanden mit der ich aufgewachsen bin

Die Dynamik an sich, das, was Du als Kind erlebt haben magst, haben durchaus auch andere verstanden Cooles Gesicht . Andere haben sogar ähnliches erlebt, wie Du hier lesen konntest. Falls Dich das überhaupt interessiert.

Zitat von ZeldaFan:
und mein Ex hat es genau so erkannt und mich da raus geholt.

Nee, hat er doch anscheinend nicht. Bzw. hat er Dich vielleicht aus dem Elternhaus rausgeholt, aber nicht aus Deinen erlernten Mustern - muss er auch nicht, denn er ist nicht Dein Therapeut. Irgendwie hast Du Dich ja auch ganz gut eingerichtet in der Rolle des hilflosen Kindes; bei 18jährigen kann ich das noch nachvollziehen, bei 32jährigen nicht mehr.

Du bist seit 14 Jahren weg von Deinen Eltern, jedenfalls zumindest räumlich. Damals noch ein Teenie, heute bist Du das bereits lange nicht mehr. Du analysierst Deine Kindheit, Deine Eltern, weißt um Deine möglichen Traumata. Es wär an Dir, das anzugehen.

Wie ist denn momentan der Kontakt zu Deinen Eltern? Beschränkt sich der auf die monatlichen Überweisungen oder schlägst Du da regelmäßig zum Sonntagskaffee auf?

Zitat von ZeldaFan:
Und nicht nur aufgewachsen bin... Ihr müsst euch vorstellen, diese Dynamik fahren meine Eltern bis heute!

Sie machen es, weil sie es können. Weil Du den Absprung aus dieser Dynamik nicht schaffst, weder bei Deinen Eltern noch bei Deinem „Retter“ - der ja nun plötzlich auch nicht mehr so toll ist, wie noch in Deinem Eröffnungspost Unwissender Smiley

Zitat von ZeldaFan:
Ob ihr es glaubt oder nicht

Ach naja, ich glaub erst mal alles Cooles Gesicht .

Zitat von ZeldaFan:
Das kann man immer genau so fahren. Auch mit einem erwachsenen Kind.

Hmm. Mit einem bereits lange erwachsenem Kind, das die finanzielle Nabelschnur und auch jeden anderen Kontakt nicht kappt, ja. Ich habe nicht wirklich eine Bandbreite dafür, wenn sich jemand das gesamte Erwachsenenleben über die bösen Eltern (ich glaub es Dir ja!) beklagt, statt sich auf eigene Beine zu stellen. Noch eine Ausbildung/ein Studium mitzunehmen, das kann ich verstehen - da würde ich vielleicht auch denken „das sind sie mir schuldig“.

Ich habe auch vollstes Verständnis dafür, wenn ein/e Jugendliche/r sich noch ausprobieren will und ne Ausbildung/ein Studium schmeißt und wechselt. Aber innerhalb von 14 Jahren nichts auf die Reihe zu bekommen, um sein Leben eigenständig zu gestalten - das verstehe ich nicht. Schon gar nicht, wenn sich dann auf „das Elternhaus ist schuld!“ zurückgezogen wird. Grade dann wäre für mich die logische Konsequenz, nicht mehr von denen abhängig zu sein. Job, eigenes Geld verdienen und die schlimme Kindheit aufarbeiten wäre mein Weg.

Zitat von Ouabain:
Ich bezweifle, dass SOLCHE Eltern zahlen, weil sie so nachsichtig sind. Es dürfte eher darum gehen, dass die finanzielle Abhängigkeit mit Einfluss einhergeht. Sich selbst den Beweis zu erschaffen: "ohne uns geht es nicht".

Für mich ist es völlig egal, aus welchen Gründen die Eltern zahlen, die schreiben hier nicht. Mich interessiert, warum die TE von solchen Eltern sich auch als 32jährige trotzdem noch finanzieren lässt. Mich interessiert auch, warum der ach so total taffe (Ex)Freund mit ebenfalls 32 auch noch keinen Abschluss hat. Möglicherweise ebenfalls toxische Eltern?

x 5 #133


Löwenzeh
Zitat von ZeldaFan:
Die Botschaft meiner Kindheit war nicht: "Wir helfen dir, damit du stark und unabhängig wirst", sondern: "Ohne uns bist du nichts und kommst nicht klar."

Und seit Jahren überschreibst du es.
Es ist soweit: neue Festplatte rein und mit der Installation beginnen.
Diesmal kommt nur Gutes ins System!

(Übersetzung: eigene Bude suchen und deinen Weg gehen, wohin auch immer, erstmal in die Autonomie)

x 1 #134


Löwenzeh
Zitat von VictoriaSiempre:
Aber innerhalb von 14 Jahren nichts auf die Reihe zu bekommen, um sein Leben eigenständig zu gestalten - das verstehe ich nicht.

Sie hat viel auf die Reihe bekommen.

Vielleicht nichts, was sich hier so leicht benennen lässt.

Tausend stressige Situationen ohne das richtige Rüstzeug bewältigt.

Sich erholt von unzähligen Rückschlägen.

Wieder aufgestanden und weiter gemacht.

Ich fand deinen Text größtenteils echt gut, aber immer wieder dieser vorwurfsvolle Verweis aufs Alter stört mich .
Wenn ich überlege, was für dumme Sachen hier Fünfzigjährige schreiben.
Hängt euch doch nicht am Alter auf, meine Güte.

Jeder hat sein Tempo.
Und seine Steine im Weg.
Dann bist du halt in direkter Linie über deine Hürden geklettert.
Glückwunsch und Hut ab.
Die TE hat's vielleicht unauffälliger mit Tunnel drunter durch versucht - und findet sich verschüttet vor.

Reich ihr die Schaufel ohne zu beharren, dass sie mit 32 nun wirklich längst eine eigene haben sollte.
So eine Schaufel mit Beisatz nimmt doch keiner in die Hand.

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A


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