Ich habe Bekannte, die ihre Tochter bis 28 mit dem Studium unterstützt haben. Sie hat auch 2x das Fach gewechselt und hatte dann mit 28 noch keinen Bakk - und das Gericht hat dann bestimmt, dass die Eltern nicht weiter zahlen müssen. Wohlgemerkt, hier war sogar eine Krankheit im Spiel - aber Eltern sind nicht ewig verpflichtet, ein Bummelstudium zu finanzieren, wenn nicht glaubhaft vermittelt werden kann, dass das Studium ernsthaft verfolgt wird. Auch Krankheiten sind nicht für alles eine Ausrede. Sie musste sich dann einen Job suchen und auch das Studium abbrechen, damit sie ihr Leben finanzieren kann. Es gibt kein Recht auf ein abgeschlossenes Studium - man muss dafür auch dementsprechende Leistungen erbringen.
Ich bin ebenfalls mit einer sehr kontrollierenden Mutter aufgewachsen. Mein Weg war auch der, mit 18 auszuziehen. Auch finanziell wollte ich möglichst schnell unabhängig sein.
Ich verstehe nicht - und halte das für höchst ungesund - dass bei dir nicht längst der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit von den Eltern aufgekommen ist. Du musst ja eigentlich ständig in der Angst leben, dass sie die Zahlungen einstellen könnten. Warum sie noch zahlen, erschließt sich mir auch nicht, wo doch kein Kontakt mehr besteht. Weißt du, warum sie weiterhin überweisen?
Generell scheint mir, dass du in diesem Kind-Schema extrem feststeckst. Du arbeitest nicht - weder Teilzeit noch geringfügig. Du musst zum Lernen motiviert werden. Du hast offenbar Probleme, alleine zu schlafen. Du hast ständig Phasen, wo du aufgebaut und getröstet werden muss. Ich verstehe, dass dein Partner ausgebrannt ist - auf emotionaler Ebene, weil du wie ein Kind bist, das nicht erwachsen wird in manchen Bereichen.
Um deine Muster zu unterbrechen, solltest du dir unbedingt Hilfe holen. Alleine zu analysieren hilft dir gar nichts, weil du - wie jeder Mensch - blinde Flecken hast und genau da nicht hinschaust, wo du hinschauen solltest.
Ich meine, gelesen zu haben, dass du schon mal bei einem Psychologen warst, das aber nicht gepasst hat. Das lese ich sehr oft, dass Leute Therapie abbrechen, und sie reden sich dann auf einen nicht passenden Therapeuten raus - das sind aber oft die besten, nämlich die, die genau da den Finger drauf legen, wo es weh tut. Natürlich gibt es auch Konstellationen, wo es gar nicht passt, aber das merkt man in der Regel schon nach 1-2 Sitzungen. Wenn dir jemand sagt, was du nicht hören willst, dann bleib sitzen, genau da musst du nämlich hinschauen.
Und ich finde, es wäre sehr wichtig, dass du dir einen Job suchst. Es reicht ja, samstags irgendwo an der Kassa zu sitzen. Das ist extrem wichtig für die Entwicklung der Selbständigkeit und auch für soziale Kontakte. Du lebst sonst in einer Blase und das ist schlecht. Auf der Arbeit lernt man in der Regel ganz viele unterschiedliche Menschen kennen, und da kann man extrem viel lernen und auch viel entdecken, was Spaß macht. Vielleicht sogar Freunde gewinnen. Man muss lernen, dass man nicht der Nabel der Welt ist und gleichzeitig auch, für seine Rechte einzustehen. Studium oder Schule sind mit dem Arbeitsleben gar nicht vereinbar. Und im Lebenslauf macht es sich auch gut.
Es ist gut, dass du schon mal erkennst, dass eure Dynamik ungesund war. Der Weg in die 100%ige Unabhängigkeit ist nicht einfach. Aber er zahlt sich aus.
In deiner Situation würde ich ehrlich gesagt darüber nachdenken, das Studium vorerst ruhen zu lassen, mir einen passenden Job zu suchen, auf eigenen Beinen zu stehen und zu versuchen, es später berufsbegleitend wieder aufzunehmen. Denn zusammen wohnen zu bleiben wird dich schwer weiterkommen lassen. Eine komplette Loslösung ist unabdingbar für die Verarbeitung einer Trennung. Dass du hier in dieser Abhängigkeit bleibst, ist nicht notwendig und sollte daher auch nicht der Weg sein, den du gehst. (Meine persönliche Meinung natürlich)
Alles Gute!