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Trennung nach 14 Jahren Er war mein Retter

A
@Lukrethia 💯

Und- vielleicht besonders aktuell aus meiner Perspektive - aber zum Leben eines Erwachsenen gehört nicht nur dazu, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, sondern auch für andere. Und da erkenne ich aktuell gar nichts. Weder bzgl Retter, Freunden, Eltern. Wellensittich? Im Gegenteil, sie wurde oder blieb auch noch offensichtlich eine gröbere Belastung. Und kreist um sich selbst und ihre Befindlichkeiten. Und er wird davon krank?! Und ja, auch das sollte ihr langsam mal klarwerden.

@Stella31 Und ja, kommt mir auch übertrieben vor, aber immerhin (min?) 2-Zimmer-Wohnung, offenbar viel Freizeit-Organisation, in einer Stadt, wo beide studieren können, ohne jeglichen Nebenverdienst. Wird sich unter 1200-1500 Euro pro Monat kaum ausgehen mit allen Nebenkosten. Kommt natürlich etwas auf die Stadt an. Aber muss man so nebenbei für jemand, der den Kontakt abbrach, halt auch mal aufbringen. Ich würds nicht machen. Sie nimmt mir das als zu selbstverständlich hin. Das ist es nicht!

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B
Zitat von Arnika:
Ich kann aktuell nicht soviel Schönes machen. Ich pflege meine demente fast 90jährige Mutter, die mir seit 5 Uhr morgens sofort schreit, - und ihrem verstorbenen Eltern, Ehemann, Geschwistern und Arbeitskollegen -, sobald ich nur das Zimmer verlasse. Oder aktuell sogar daneben sitze. Also was an Schönes zu machen schlägst du mir in dem Kontext vor?

Aufmunternde Emojis

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A


Trennung nach 14 Jahren Er war mein Retter

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E-Claire
Liebe @ZeldaFan

Willkommen in der Runde.

Weißt du, als meine Mutter recht überraschend unüberraschend gestorben ist, da war ich 32 und ein Jahr später saß ich das erste Mal bei meiner Therapeutin, weil es so viele Dinge gab, mit denen ich nicht zurecht kam. Ich weiß noch gut, wie kindlich und verlassen ich mich damals gefühlt habe, obwohl viele um mich herum von einer 32jährigen etwas anderes erwarteten.

Was ich damit erzählen will, ist, dass biologisches Alter nur bedingt eine Rolle spielt, wenn es an bestimmten Reife bzw Selbstwirksamkeitserfahrungen fehlt und genauso wie bei Dir lag das einen einem auf den zweiten Blick sehr ungesunden Elternhaus.

Es gibt da einen Satz: Trauma is not your fault but healing is your responsibility. Und auch wenn Du es in einem Beitrag als einen Preis bezeichnet hast, den Du jetzt zahlen müsstest, so ist das viel zu kurz gegriffen, denn natürlich wartet da jetzt ein großes Stück Arbeit auf Dich, aber eben auch Belohnungen von Dir noch sehr unbekanntem Ausmaß. Den eigenen Selbstwert Stück für Stück aufzubauen ist mühsam aber unendlich lohnenswert.

Zugleich empfinde ich aber wie einige hier eben auch manche Deiner Aussagen als schwierig. Fangen wir mit dem nicht so Problematischen an: Für die Selbstausbeutung Deines Freundes kannst Du nicht allzu viel. Es wäre seine Aufgabe gewesen sich zu beschützen, andere Grenzen zu ziehen, die dinge eben anders zu machen. Hättest du ihm da mehr auf Augenhöhe begegnen sollen? Jein. Eine Partnerin mit gesundem Selbstwert hätte das nicht nur gekonnt, sondern sicherlich auch gemacht, aber Du mit Deinem speziellen Päckchen hast sicher einfach, wie gewohnt angenommen, dass er es besser weiß und besser kann.

Eure Situation jetzt ist ein bissl konfus. Ich kann schon nachvollziehen, dass Eurer beider Loslösung voneinander nach 14 Jahren auch dauern wird. Eure Situation, die ungesunde Symbiose, das ist schon viel. Wäre es vielleicht eine Idee, die Wohnung für die noch kommenden Monate erst einmal in eine WG umzuwandeln. Statt Wohnzimmer und Schlafzimmer bekommt jeder sein Zimmer, ihr teilt die Möbel so weit es sinnvoll ist auf, jeder bekommt seinen eigenen Schreibtisch und eine Schlafgelegenheit und ihr fangt langsam an, Euch voneinander abzugrenzen. so eine Umräumaktion ist an einem Wochenende erledigt und sie kostet außer ein bissl Schweiß erst einmal nichts.

Hier ist noch so ein sehr wahrer Satz, wer zahlt, bestimmt. Jede Emanzipation, egal ob der Feminismus im Großen oder das Erwachsenwerden im Kleinen, ist von wirtschaftlicher Unabhängigkeit getragen.
So sehr ich anerkennen kann, dass Überbehütung und das Unterdrücken von Autonomiebestrebungen durch Deine Eltern schädlich für Dich waren und das natürlich auch zu großer Verunsicherung bei dir geführt haben wird, so wenig lässt sich aber dieses Werturteil einerseits vertreten und andererseits aber dann das Geld von ihnen nehmen. Das muss Dir doch selbst aufgefallen sein? Wer zahlt, bestimmt; wer zahlt, hat die Macht und wenn ich verhindern möchte, dass jemand Macht hat, dann zahle ich selbst. Die Macht über sich selbst zurück zu bekommen, Selbstwert aufbauen etc dabei kann Therapie ein gutes Werkzeug sein, aber alles, wirklich alles beginnt mit der grundlegenden Fähigkeit wirtschaftlich für sich selbst aufzukommen.

Wo wir gerade bei Therapie sind. Persönlich bin ich ein großer Fan von Selbstzahler-Therapie, aber (und da war es wieder) das muss man sich natürlich leisten können. Ich finde die Idee sich einen Therapeuten zu suchen super, mein Leben hat es massiv zum guten verändert und ich bin noch immer unendlich dankbar, dass ich mutig genug war, diesen Schritt zu gehen. Wenn ich Dir etwas raten dürfte, dann konzentriere Dich nicht auf das "warum" sondern auf das "was brauche ich, um zu". Das warum wird ohnehin immer mal wieder Thema sein, damit Du das was brauche ich entwickeln kannst, aber im Grunde ist es völlig egal, welche Diagnose man ausstellt, die wichtige und richtige Frage bleibt, wie kann ich bestmöglich damit umgehen. wie schaffe ich, dieses oder jenes, was mir besonders schwerfällt, welche Ressourcen und tools habe ich oder kann ich aufbauen, damit ich langfristig besser mit mir selbst klar komme und das Leben führen kann, welches am besten zu mir passt.

Zum Schluss noch so einer von diesen wahren Sätzen: Das Bessere ist der Feind des Guten. Oder auch Perfektion ist die Feindin des Vorankommens. Deine Eltern haben dir vielleicht das Messer aus der Hand genommen und selbst das Butterbrot gemacht. Aber die Wahrheit ist, dass Du selbstverständlich auch schon jetzt jederzeit ein Butterbrot schmieren könntest. Würde es so aussehen wie von den Eltern gewollt, vermutlich nicht, aber es wäre essbar und Schönheit bei einem Butterbrot ist nicht essenziell. Schmecken muss es. Solltest Du den sehr lohnenswerten aber arbeitsreichen Weg der Therapie wählen, dann wirst Du vielleicht in ein paar Jahren (nach der Wut, der Trauer und dem Schmerz) an den Punkt kommen, dass die wenigsten Eltern ihre Kinder mit Absicht schädigen. Eltern sind eben auch nur die Kinder anderer. Eltern machen Fehler und Eltern können leider nicht Fähigkeiten weitergeben, die sie selbst gar nicht besitzen. Hier in diesem Forum wirst du ganz viele Menschen finden mit wenig schönen Kindheiten, die es geschafft, sich davon zu befreien und ein nettes, selbstbestimmtes Leben aufgebaut haben. Allen gemein ist, dass sie erkannt haben, dass Opferhaltung nichts bringt.

Viel Glück.

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Z
Ich sage nur so viel... Meine Eltern haben mir nie ausreichend Geld gezahlt um überleben zu können. Mehr sage ich dazu nicht. Und dabei teilen wir uns ja schon die Kosten.

x 2 #184


Z
@E-Claire erstmal vielen Dank für deine Antwort. Ich möchte etwas zu dem Teil hier den du geschrieben hast sagen:

Zugleich empfinde ich aber wie einige hier eben auch manche Deiner Aussagen als schwierig. Fangen wir mit dem nicht so Problematischen an: Für die Selbstausbeutung Deines Freundes kannst Du nicht allzu viel. Es wäre seine Aufgabe gewesen sich zu beschützen, andere Grenzen zu ziehen, die dinge eben anders zu machen. Hättest du ihm da mehr auf Augenhöhe begegnen sollen? Jein. Eine Partnerin mit gesundem Selbstwert hätte das nicht nur gekonnt, sondern sicherlich auch gemacht, aber Du mit Deinem speziellen Päckchen hast sicher einfach, wie gewohnt angenommen, dass er es besser weiß und besser kann.

Ganz genau so ist es... Das ist unter anderem ein Grund wieso es zur Trennung kam. Ich habe immer gedacht er macht alles richtig und perfekt. Ich habe ihn nie hinterfragt oder kritisiert. Weil ich, dadurch, dass er mir so viel geholfen hat und ich gesehen habe, dass er so oft Recht hat, gedacht habe er ist eben perfekt. Und so habe ich ihm eben nie mal iwo helfen können freiwillig oder hatte mal eine andere Sichtweise... Er wünscht sich eine Partnerin die eben mehr kann und reifer ist. Und diesen Wunsch akzeptiere ich. Ich hätte schon vor Jahren erkennen müssen, dass er mit mir eigentlich nicht wirklich glücklich ist. Er hat seine Bedürfnisse und Wünsche eben immer hinten angestellt und gehofft ich werde mich noch mehr und schneller bessern. Und ja wir waren beide sehr jung und wussten ja noch nicht wirklich wer wir sind und was wir vom Leben wollen.

Und ja, die Tatsache wieso ich es "in Ordnung" finde, dass meine Eltern mich unter anderem finanziell unterstützen ist, weil mein Ex der Meinung ist, dass sie mir das schuldig sind, weil sie mir sonst nichts geboten haben und das das Mindeste ist. Ich habe die Meinung so übernommen. Aber ich darf mir da natürlich selber eine Meinung zu bilden.

x 2 #185


alleswirdbesser
Zitat von ZeldaFan:
weil mein Ex der Meinung ist, dass sie mir das schuldig sind, weil sie mir sonst nichts geboten haben und das das Mindeste ist.

Was haben sie dir verwehrt? Wird dein Ex auch durch die Eltern finanziert? Oder war es ihm nur wichtig, dass deine Eltern zahlen? Denn anders würde ja dieses Geld bei euch fehlen - sprich wie hättest du dich sonst an den Kosten beteiligen können? Sprich es war zu seinem Vorteil, dass das Geld von ihnen floss, denn dir traute er es offensichtlich nicht zu dein eigenes Geld zu verdienen.

x 1 #186


E-Claire
Zitat von ZeldaFan:
Er wünscht sich eine Partnerin die eben mehr kann und reifer ist. Und diesen Wunsch akzeptiere ich. Ich hätte schon vor Jahren erkennen müssen, dass er mit mir eigentlich nicht wirklich glücklich ist.

Es ist völlig ok, sich als Partner etwas anderes zu wünschen, es ist aber auch an dem, der sich das wünscht dies dann umzusetzen. Hättest Du das erkennen müssen? Schau, Dinge sind selten nur das eine oder das andere, deswegen spricht man auch immer von Anteilen, aber grundsätzlich können wir alle keine Gedanken lesen und in einer Partnerschaft darf man und muss man darauf vertrauen, was der andere einem sagt. Es war nicht an dir zu erkennen, dass er unglücklich ist, sondern an ihm das offen anzusprechen und die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

Zitat von ZeldaFan:
weil mein Ex der Meinung ist, dass sie mir das schuldig sind, weil sie mir sonst nichts geboten haben und das das Mindeste ist. Ich habe die Meinung so übernommen.

Hm, finde ich schwierig. Das Problem daran ist, dass egal, ob Dein Ex das wirklich so glaubt oder doch nicht, er hat ein Eigeninteresse und das macht diese Argumentation so schwierig. Wenn Du das Geld nicht nehmen würdest, hättest Du Dich zu diesem Teil selbst finanzieren können oder hätte einen Teil dazu beisteuern müssen oder zumindest in der Zeit, die Du dann mit arbeiten verbringst, auf dich verzichten? Das ist klares Eigeninteresse. Da geht es eben nicht nur darum, was für Dich gut oder richtig ist.

Ob Dein Ex das nun so genau durchdacht hat oder auch nicht, aber auch er hat dazu beigetragen, dich weiter im System der Abhängigkeiten zu halten.
Ich kann dir nur schreiben, was ich vorhin bereits deutlich formuliert habe, die Grundlage jeglicher Emanzipation ist wirtschaftliche Eigenständigkeit.

Ich selbst halte jetzt nicht so wahnsinnig viel von der Argumentation Deines Ex, weil ich grundsätzlich nicht glaube, dass Eltern erwachsenen Kindern finanzielle Unterstützung "schuldig" sind. Wenn Eltern ihre Kinder unterstützen wollen, ist das super. Wenn sie das nicht wollen oder nicht können, dann ist das eine völlig legitime Entscheidung.

Und ganz ehrlich, den Kontakt "abbrechen", aber dann Kohle nehmen? Funktioniert halt nicht.

#187


D
Zitat von alleswirdbesser:
Sprich es war zu seinem Vorteil, dass das Geld von ihnen floss, denn dir traute er es offensichtlich nicht zu dein eigenes Geld zu verdienen.

so sehe ich das nicht, das Leben kostet Geld, normal teilt man die monatlichen Kosten bei Miete und da ist es Nebensächlich wo sie die Kohle her bekommt, sie sind nicht Verheiratet.
ich bin ein Fan davon das einer die Wohnung Einrichtet und der Zweite mit Koffer Einzieht und auch wieder Auszieht, so gibt es keinen Streit wegen der Wohnung, aber die Kosten bleiben zu Teilen

#188


D
Zitat von ZeldaFan:
Ich sage nur so viel... Meine Eltern haben mir nie ausreichend Geld gezahlt um überleben zu können. Mehr sage ich dazu nicht. Und dabei teilen wir uns ja schon die Kosten.

wie wäre es mit einem Job in dem Alter

in deinem Alter habe ich nach Abschluß der Lehre schon x Weiterbildungen Abgeschlossen in Abendkursen neben dem Job, was Zeit und Geld gekostet hat, Urlaubstage zum Lernen und für Prüfungen genutz

#189


A


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