Zitat von hahawi:Lieber @Gebrochenermann
Ich gehöre eigentlich eher zur liberalen Fraktion hier im Forum, der für vieles Verständnis aufbringt und zu versachlichen versucht.
Aber, ehrlich gesagt, bei einer therapeutischen Behandlung wegen depressiver Symptome den Partner aussen vorzulassen und ihn dumm sterben zu lassen, da hört sich auch für mich der Spaß auf.
Das ist ein massiver Vertrauensbruch und eine sehr deutliche Abwertung der Partnerschaft.
Ich kann nachvollziehen, was Du meinst. Möglich, ist aber auch das genaue Gegenteil. Viele Menschen mit Depressionen, empfinden sich als Ballast, als unglaubliche Belastung, als endlose und sinnlose Qual, weil sie ihr Selbstempfinden 1:1 ihrer Außenwirkung gleichsetzen. Daher ziehen sie sich oft zurück und versuchen "allein damit fertig zu werden". Hier geht es dann nicht um mangelndes Vertrauen, sondern darum, dem Partner all das zu ersparen. Ihnen ist in diesem Moment nicht bewusst, daß der Partner nicht sieht, was sie selbst sehen, nicht fühlt, was sie selbst fühlen und daß seine Nähe und Unterstützung, seine Zuversicht und Gelassenheit auch für sie selbst wichtig sind, um aus dieser Abwärtsspirale heraus zu kommen. "Mir kann eh niemand helfen, mich kann man sowieso nicht verstehen, es ist also
sinnlos, ihn damit zu belasten" ist eine Einschätzung, die dem Krankheitsbild geschuldet ist.
Hier sollte man dringend differenzieren und mit sehr viel Fingerspitzengefühl vorgehen.
Liebe Grüße
Simply