Guten Abend,
bitte entschuldige ich komme gerade erst Abends richtig dazu hier mitzulesen. Antworte dir hier auf deinen Post von heute morgen an mich und lese mich mal nach vorne durch. Vielleicht kamen da schon Dinge im Laufe des Tages die ich jetzt hier anmerke.
Zitat von Gebrochenermann:Außer vielleicht, es sei denn ich habe das falsch verstanden, dass meine NF nicht manipulativ gegenüber anderen ist. Natürlich wird eine Geschichte nach außen immer so oder so erzählt, das ist immer subjektiv. Ich schätze sie nach wie vor, und das werde ich auch nach der Trennung noch tun, als sehr sehr lieben Menschen. Ich sehe ihren momentanen Zustand, ich weiß dass sie im Moment neben sich steht und ich weiß dass das für sie eine Art Notbremse ist. Auch wenn meiner Meinung nach der Zug auch während langsamer Fahrt zu reparieren wäre.
Also was ich mit Manipulation meinte ist das meine NF gegenüber anderen die Trennung so "verkauft" hat, das sie sich zwar von mir getrennt hat, aber sie daran keine Schuld trägt und so zu sagen keine andere Wahl hatte das zu tun. Und wie auch immer, hat sie das so hinbekommen wie es scheint, das es viele so auch geglaubt haben. Bis sie mal meine Seite gehört haben. Da zeigten sich dann auf einmal Zweifel unserer Bekannten und Freunde an ihrer Version der Trennung die ich nicht weiter erörtert bekommen habe. Wollte ich auch nicht. Ich bin kein Stimmungsmacher. Jeder soll sich seine eigene Meinung darüber bilden bei uns.
Ich wollte dir damit nur an meinem Beispiel zeigen, warum deine Frau eine Therapie abgelehnt haben könnte. Weil sie vielleicht in ihrer Welt, in ihrer Empfindung die Schuld einfach auf dich allein abwälzt, eurem privaten Umfeld das auch so darstellt (manipuliert) damit sie nicht als die schlechte Ehefrau da steht und in Wirklichkeit liegt das Problem nicht bei dir sondern eigentlich bei ihr bzw. in ihr. Es ist aber der Seele immer lieber die Schuld jemand anderem zu geben als sich seine eigenen Fehler einzugestehen. Und ein Therapeut kann sowas eben an die Oberfläche bringen, da er sich nicht manipulieren läßt. Und genau davor haben viele Angst die vehement eine Therapie ablehnen. Weil dann jemand anders ihnen aufzeigt ohne Chance auf Flucht das man selber daran Schuld hat. Und das können viele nicht ertragen. Muß bei euch nicht so sein, aber ich bin mir z.B. sicher das meine NF genau aus diesem Grund auch heute noch eine Paartherapie ablehnt.
Noch kurz, auch ich sehe das mittlerweile neutraler bei uns und mache deswegen meine NF keinen Vorwurf. Auch ich respektiere sie in den Dingen die uns als Eltern betreffen nach wie vor.
Zitat von Gebrochenermann:Man liest ja ab und an man solle die Trauer in Wut umwandeln, dann kann man es besser verarbeiten. Das ist das letzte was ich will! Ich liebe sie immer noch von ganzem Herzen und werde das vermutlich immer tun. Wir hatten unzählige schöne Momente die ich auch nicht vergessen will. Wir haben mehr als unser halbes Leben zusammen verbracht, die allermeiste Zeit davon glücklich. Und dies will ich so in Erinnerung behalten. Auch wenn das vielleicht in der Form nicht gerade förderlich für meine Verarbeitung der Dinge ist.
Ganz wichtiger Einwand.....du verwechselst Wut mit Hass. Du darfst und sollst in so einer Situation eine "gesunde" Portion Wut auf deine Frau haben und bekommen. Das reinigt die Seele, entlastet sie und gehört zum verarbeiten dazu. Das darf nur nicht in Hass umschwenken, denn das ist kein guter Begleiter in solch einer Lage.
Zitat von Gebrochenermann:Ich versuche mich auf mich zu konzentrieren, mir gutes zu tun, Sport zu treiben, mich abzulenken. Auch wenn das im Moment unmöglich scheint. Aber ich denke es kommen bessere Zeiten. Im Moment ist einfach nur der unsagbar große Schmerz, die Verzweiflung, die Angst, der Wille all dies zu beenden. Und es wird nicht weniger. Ich weiß, das hilft alles nicht und ich muss nach vorne schauen. Hoffentlich kann mir mein Psychotherapeut morgen da eine Richtung weisen. Mein letzte Hoffnung.
Ich werde versuchen nach vorne zu schauen und mit der Sache klar zu kommen, und wenn nicht, versuchen an meine Kinder zu denken und dass diese mich brauchen.
Ja es sieht jetzt momentan für dich alles so unglaublich dunkel, hoffnungslos und endlos aus. Aber es wird besser werden. Ablenkung, Sport sind gute Möglichkeiten diese dunklen Gedanken mal kurzzeitig weg zu schieben. Klar kommen die jetzt am Anfang dann schnell wieder. Du wirst aber im Laufe der Zeit merken das diese Gedanken auch immer kleiner und "heller" werden. Sie kommen wieder aber sind nicht mehr so schlimm. Das braucht einfach seine Zeit. Wie lange, das kann dir leider keiner sagen. Jeder hat da einen anderen Rhythmus. Aber es wird besser. Glaube daran. Setze die kleine Ziele die du erreichen willst. Und immer so weiter. Halte durch. Du schaffst das.