Hallo Zusammen!
@ Patrick: Vielen dank für Dienen Mut! Eigentlich war ich in den letzten Tagen nur (passive) Leserin der Beiträge hier. Aber auch das hat mir schon gut geholfen, denn scheinbar gibt es da draußen auch viele andere, die dasselbe durchmachen oder durchgemacht haben.
Mein Liebster hat sich vor 4 Wochen auch nach 11 Jahren, 1 Monat und 16 Tagen getrennt. Ich bin 30 Jahre und habe somit auch all die wichtigen Entwicklungsschritte (Ausbildung, Studium usw.) mit ihm verbracht; genauso wie er mit mir. Auch wir haben versucht seit 2 Jahren Kinder zu bekommen. Ich kann nicht behaupten, dass es immer nur einfach lief, aber ich habe so an ihm und der Beziehung gehangen, dass ich viele, viele Opfer gebracht und in den Jahren immer mehr für ihn aufgegeben habe. Aber das war mir recht. die Liebe für ihn hat mir da als Grund vollkommen ausgereicht.
Er hatte aber sich seit Dezember nur noch bei facebook im chat aufgehalten. Darauf angesprochen kam er dann mit der "Wahrheit" raus. Er habe da ne alte Freundin von früher getroffen und würde sooooooo viel an sie denken, dass er es nicht länger mit sich vereinbaren könne, dann einfach mit mir auf der Couch zu sitzen. Das sei -so seine Aussage - mir gegenüber ja nicht fair.
JA VIELEN DANK AUCH!
Nicht nur ich, sondern auch Freund und Verwandte vielen aus allen Wolken. Keiner schien etwas geahnt zu haben.
Und daher kenne ich nur zu gut, die Phasen, von denen hier gesprochen werden. Zuerst konnte ich es zwei Tage garnicht glauben - war wie taub. Dann habe ich versucht - ganz cool - mit der neuen Situation umzugehen und die Gefühle (emotionale: Trauer, Schmerz und physische: nahezu ständige Übelkeit und Abgeschlagenheit) im Griff zu haben. Also habe ich ihm erst einmal zugesichert, seinem neuen Glück nicht im Weg stehen zu wollen und so schnell wie möglich aus seinem haus auszuziehen.
Das Vorhaben hat mich dann auch die folgenden 3 Wochen sehr gut in Beschlag genommen. Denn es war nicht einfach mal eben schnell eine Wohnung zu finden (mein Hund sollte ja auch mit) und all die Einrichtung, die ich noch brauchte neben der Arbeit zu organisieren.
Ich habe aber all meine verbliebene Energie in dieses Projekt gesteckt, denn weiter bei ihm im Gästezimmer übernachten müssen und zu wissen, dass er gerade auf der Couch sitzt und ihr schreibt war >1x Hölle&zurück< und das täglich.
Dann vor 10 Tagen der Umzug. Zum Glück konnte ich auf meine Familie (meine tollen, stets hilfsbereiten Brüder) bauen.
Die neue Wohnung ist auch wirklich schön und alle - Familie und Freunde- sagen, dass ich doch jetzt nen tollen Neustart machen kann und ganz neu anfangen kann und alles soooooo super wird.
Tja. Das wäre toll, wenn mein Herz es nur glauben könnte. Denn ich muss natürlich gestehen: Würde er mich zurückwollen, wäre ich sofort im Auto und bei ihm.
Und das toll neue Leben fühlt sich momentan noch garnicht so toll an.
Klar habe ich die vielen Tips aus dem www versucht umzusetzen und mich viel verabredet um auf neue Gedanken zu kommen. Aber man sieht andere Singlemänner und sagt sich: "Nicht wie er."
Man erledigt den Job und zwischendurch blitzt es auf, dass man eben nicht nach Feierabend zu ihm heimfährt sondern in die eigene Wohnung.
Man weiß, dass das Umfeld von einem Haltung erwartet und möchte sich doch nur verkriechen und im eigenen Leid baden.
Ich kralle mich momentan auch an dieses Mantra "Die Kontaktsperre ist wichtig - halte sie durch!". Aber dabei habe ich mehrmals am Tag das handy in der Hand und überlege ihn anzurufen; und es kostet viel, viel, viel Kraft, es nicht zu tun.
[Wow, wenn ich das hier jetzt mal so schreibe, mutet das ganz schön nach ner üblen freak-Braut an]
@ Patrick: All das, was Du da in den letzten Tagen beschrieben hast, spielt sich auch hier ab.
Darum: Vielen vielen Dank!
Denn die Quintessenz daraus ist doch scheinbar: "Wenn es mehr Leuten bei einer Trennung nach langen gemeinsamen Jahren so ergeht, dann besteht auch Hoffnung, dass es sich tatsächlich um einen schlimmen, schmerzhaften Weg

handelt, der aber (und das ist das Wichtige) zu meistern ist."
Und auch wenn ich noch kein Licht am Ende des Tunnels sehen kann, hoffe ich doch sehr, dass es eines gibt und er Spruch den mit momentan viele entgegensprechen "Wer weiß wozu es hinterher gut war", sich irgendwie noch bewahrheitet.
Ich hoffe, dass wir in ein paar Monaten oder spätestens einem oder zwei Jahren an dieser Stelle noch einmal posten und all den gebrochenen Herzen ein gutes, poitives Besipiel geben können.
@ hangover: Vielen Dank für den entspannten Tip. Ja eigentlich sagt ja wirklich jeder Ratgeber, man solle gerade jetzt eher Ausdauersport als Exzess betreiben. Aber ich stimme Dir da voll und ganz zu ( und das wo ich doch in 11 Jahren immer die Nüchterne war, die den betrunkenen Liebsten nach Parties immer heile heimgefahren hat). Ein paar Stunden wenigstens gepflegt alles ausblenden kann vielleicht helfen. Zumindest wird die gedankenspirale einmal unterbrochen.
Ich erspare Euch jetzt mal so nen weisen Spruch am Ende, von denen bekommt man ja dieser tage so viele um die Ohren gewedelt und wünsche einfch nur einen schönen Tag..... und dann noch einen schönen Tag... und dann noch einen. Und irgendwann haben wir vielleicht wieder eine schöne Woche gehabt oder gar einen schönen Monat ....
