Zerknirschter
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bei uns ist es jetzt ernst geworden. Ich hatte bereits vor längerem im Trennungsforum geschrieben und von den Problemen geschrieben.
Die Kurzfassung: verheiratet seit 8 Jahren. Die Kinder 5 und 8, der große mit Ar. und starker Intelligenzminderung aufgrund Frühgeburt.
Die letzten Jahre waren sehr stressig, vor den Kindern haben wir noch über mehrere Jahre ein eigentlich schrottreifes Haus kernsaniert, ich bin selbstständig, daher konnte ich meine Zeit aufteilen.
Dann der Schock mit der Geburt kurz nach der Hochzeit, monatelang im Krankenhaus zugebracht.
Ich habe meine Frau immer sehr viel unterstützt, habe meist nur halbe Tage gearbeitet um sie zu entlasten.
Dann kam noch unsere Tochter (topfit aber seehr anhänglich) dazu. Das ging dann über unsere bzw. auch meine Belastungsgrenze.
Das Verhältnis zu meiner Frau wurde auch immer schlechter. Sie immer noch fordernd, sehr bestimmend, alles muss genau so laufen wie sie das möchte. Selbst eigentlich sachliche Gespräche sind oft zum regelrechten Kampf geworden. Ich wurde oft angegriffen, für Alltags-Kleinkram.
Ständig war der Haussegen schief. Mich hat der Stress von allen Seiten (Beruf, Frau, Kinder) dann regelrecht in eine Depression gebracht.
Ich mache auch seit einiger Zeit eine Therapie, die mir hilft.
Wir haben viele Runden gedreht, hatten auch mehrere Sitzungen bei einer Paartherapie. Aber es kam immer wieder nach einigen Wochen "aus dem nichts" zu einem Streit. (Meist wegen "nichts", was falsches eingekauft, paar Minuten später von der Arbeit gekommen, Geschirr stehen lassen etc) Sie geht mich aggressiv an, lässt sich nicht beruhigen, ich steige mit in den Streit ein, werde laut, richtig laut.
Dann bin ich natürlich sofort der Böse. Wie oft gab es Geschrei und Streit vor den Kindern. Immer und Immer wieder. Der Sommerurlaub war auch eine Katastrophe. Ich habe gemerkt wie ich mich nach jeder Runde mehr zurück gezogen habe, auch wenn wir eigentlich wieder versöhnt waren. Gedanken an eine Partnerin die mich respektiert und wirklich liebt, nicht nur als Hausmeister, Geldesel und Babysitter. Irgendwann Anfang letztes Jahr hat sie mich aus dem nichts raus gefragt ob ich sie denn noch liebe. Ich habe ohne groß drüber nachzudenken gesagt: Ich glaube nicht. Das war für sie natürlich ein Drama, für mich aber auch irgendwie ein Schock das so auszusprechen.
Dann jetzt nach Weihnachten (Stimmung war schon angespannt da Kinder rund um die Uhr zuhause und zunehmend anstrengend) kam es wieder zum Streit. Wir haben zusammen Mama einen Kaffee ans Bett gebracht. Was ich nicht wusste, sie hatte schlecht geschlafen und war nachts lange wach. Normalerweise schreiben wir uns dann nen kurzen Hinweis per Whatsapp damit der andere Bescheid weiß. Sie ist dann richtig wütend geworden hat herumgeschrien. Anstatt drum zu bitten das sie weiter schlafen kann wieder Streiterei und Geschrei. 14 Tage nur das nötigste besprochen. Dann von ihr die Frage was denn jetzt wäre, sie hätte keine Lust mehr mit so einem Eisblock verheiratet zu sein.
Das war dann für mich der Punkt wo ich endgültig beschlossen habe dem ganzen ein Ende zu setzen.
Diese ganze Streiterei geht auch auf meine angeschlagene Gesundheit.
Wir haben beschlossen das Trennungsjahr im gemeinsamen Haus zu verbringen, was erst mal holprig gestartet ist. Anwälte sind informiert.
Wir übernehmen tageweise die Kinder, ich koche, wasche etc. separat. Die Kinder allerdings wissen noch von nichts.
Der große wird es vermutlich auch nicht richtig verstehen, der ist ziemlich in seiner Welt. Die kleine hat die Ohren schon gespitzt, bei einer Freundin im Kiga gab es auch eine Trennung.
Ich habe mir schon jahrelang Gedanken gemacht, sogar schon viel Zeit auf Immoscout verbracht. Habe viel aufgeschrieben, mit der Therapeutin gesprochen. Meine Frau liebe ich nicht mehr, bzw. ich spüre da schon lange Zeit nichts mehr.
Trotz allem, bin ich jetzt richtig down und traurig, sitze hier mit Tränen in den Augen und habe ein schlechtes Gewissen. Insbesondere gegenüber den Kindern.
Die können dafür gar nichts. Aber die Streiterei ist für sie sicher dauerhaft noch schädlicher.
Eigentlich müsste ich mich befreit fühlen. Dem ist aber nicht wirklich so.
Es fühlt sich wie das Aufgeben der Familie an...Versagen... Schei...e
Wie seit ihr damit umgegangen? Wie habt ihr die Zeit überstanden?