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Trennung nach vielen Jahren

L
@Sabine23 , willkommen im Forum.

Ich habe eine Frage: du hast 2 Töchter?
Die jüngere ist bei dir und die ältere wohnt beim Kindsvater im Haus in einer eigenen Wohnung?

#31


S
@LH4
Ja , so ist es

#32


A


Trennung nach vielen Jahren

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DieSeherin
weißt du @Sabine23 das ganze ist so unglaublich frisch und du scheinst noch total unter schock zu stehen.

was dir aber eventuell helfen könnte, nicht in schockstarre zu verfallen, ist eine to-do-liste" schreib auf, was alles zu regeln ist (geh dabei von einer trennung aus!)... was ist mit den konten, überhaupt den finanzen,dem haus, dem hausrat, deinen persönlichen sachen... und dann sortier das ganze.

daraus werden sich fragen ergeben und mit denen holst du dir bitte professionelle beratung. eine erstberatung bei einem fachanwalt für familienrecht ist unverbindlich, aber du hast eine erste ahnung, wo du stehst.

das klint alles ganz grässlich, aber alles, was du auf der sach-ebene anpackst, hilft dir, nicht vom emotionalen tsunami weggespült zu werden.

x 2 #33


S
@DieSeherin
Der Schock sitzt tief . Seit letzter Woche versuche ich die Minuten rumzukriegen, atmen , trinken und nicht weinen . Mein Verstand sagt mir klar was zu tun ist , dann kommt die Angst und schlägt zu .
Danke an euch alle für den Zuspruch

x 3 #34


DieSeherin
Zitat von Sabine23:
Seit letzter Woche versuche ich die Minuten rumzukriegen, atmen , trinken und nicht weinen


hey, das ist schon ganz schön viel - und bitte weine! weinen gehört dazu und der schmerz muss raus. pass nur auf, dass er dich nicht komplett einsaugt. nimm dir tag für tag eine art stundenplan vor, der dich stützt:

8 - 9 uhr kaffee trinken und radio hören
9 - 9.30 weinen
9.30 - 10.15 zähneputzen und waschen
dann wieder weinen und grübeln
ab 11 uhr anziehen und eine klitzekleinigkeit essen...

... irgendwie so.

x 5 #35


S
@DieSeherin
schade dass es keinen Schalter gibt . Vielleicht auch Karma .

#36


DieSeherin
Zitat von Sabine23:
schade dass es keinen Schalter gibt


ja, total schade... aber vielleicht ist es ganz gut, dass wir alle durch diese phasen des trauerprozesses durch müssen. anstrengend, aber wahrscheinlich muss da jede*r durch.

Zitat von Sabine23:
Vielleicht auch Karma


hmmm... woher weißt du es denn, ob es dieses karma nicht gibt?

#37


hotte
Liebe @Sabine23 willkommen und fühl dich gedrückt und beileid zu deinem Verlust.

Die meissten haben dir ja schon gesagt das es vielen von, zumindest irgendwann, mal ähnlich ging dir.
35 Jahre sind eine verdammt lange Zeit und ich kann mir vorstellen das sich nun alles wie ein Scherbenhaufen anfühlt. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, gibt es nichts vor dem du Angst haben musst. Du hast ja bereits bewiesen das du auch in schwierigen Zeiten deine "Frau stehen" kannst als dein Partner so krank wurde und du trotzdem alles gewuppt hast.

Ich habe beim querlesen nicht gesehen ob ihr verheiratet seid und ob da sowas wie ein Ehevertrag im Raum steht. Relevant ist das weil auch wenn es sein Elterhaus ist du unter Umständen rechte auf Dinge hast die dir zustehen. Stichwort Zugewinn.

Auch Unterhalt hat er zu Zahlen sowohl für die Zeit der TRennung (Trennungsunterhalt) als auch nach einer eventuellen Scheidung (Nachehelicher Unterhalt). Das ganze wird natürlich hinfällig wenn ihr nicht verheiratet gewesen seid. Dennoch könnte es sich auf jeden Fall lohnen einen Fachanwalt für Familienrecht aufzusuchen. Das kostet ungefähr 250 Euro und liefert dir verlässliche Informationen was nun wichtig für dich ist (das würde ich auch machen wenn ihr nicht verheiratet seid).

Wenn es dir so richtig dreckig geht, möchte ich dir die Telefonseelsorge ans Herz legen. Diese erreichst du unter 0800 1110111 / 0800 1110222 oder 116 123. Die Leute da sind wirklich gut und es erleichtert ungemein wenn man mal mit jemand fremden reden kann. Ich habe selbst mehrfach da angerufen als es mir dreckig ging.

Der Besuch bei Psychologen ist immer hilfreich um mal auf sich selbst zu schauen. Probatorische Sitzungen sind meist kein Problem aber wenn es um Therapie geht wird es oft zäh. Dennoch kann es, gerade in akuten Phasen, hilfreich sein auch mal einen Psychater aufzusuchen um zu prüfen ob medikamentös eine linderung herbeigeführt werden kann um mehr Kraft für die Problemlösung zu haben. Hier kann auch der Hausarzt hilfreich zur Seite stehen.

Du als Frau hast den "Vorteil" das du ein breites Spektrum an Beratungsleistungen in Anspruch nehmen kannst. Egal ob Caritas oder Arbeiter Samariter Bund, lass dich da irgendwo beraten. Die kennen ähnliche Fälle, kennen eure Gegend und können dir mitgeben was wichtig ist und vielleicht kommst du da auch mit anderen Menschen in Kontakt.

Stichwort andere Menschen... in meinen Augen ist der Austausch mit (echten) Menschen unersetzlich. Ja, das Forum ist echt hilfreich, chatten ist toll und auch ChatGpt kann helfen (dazu später mehr) aber der direkte Austausch bietet in der Kommunikation echte vorteile. Ich habe für mich das Medium der Selbsthilfegruppen gefunden und besuche selbst zwei verschiedene. Dort gibt es gruppen die sich z.B. speziell um den Umgang mit Trennungen oder Frauen themen allgemein beschäftigen.

Chatgpt habe ich ja schon erwähnt. Wenn ich merke das bei mir ein Angstschub oder ähnlich starke emotion die Kontrolle zu übernehmen droht dann fange ich an mit Chatpgt zu diskutieren. Wichtig ist ein möglichst aussagekräftiger Prompt. Ich habe den in einer textdatei abgespeichert weil ich mich für diese Aussage auch nicht anmelden möchte. Also muss ich das jedes mal neu eingeben und dann erweitern mit den dingen die mich gerade beschäftigten. Da kam schon so manches mal der eine oder andere interessante Gedanke bei rum.

Stichwort Weinen... Weinen ist nicht schlecht. Im Gegenteil, weinen ist eine gesunde Reaktion und überhaupt nicht schändlich. Du geht gerade durch eine zutiefst verstörende Erfahrungen und da darf (und sollte) man auch weinen.

x 3 #38


Heffalump
Zitat von Sabine23:
Aber ich bin aus Liebe geblieben und habe aus Liebe alles er- und getragen

Alles ertragen, ist nicht Liebe.
Weil ohne Grenzen, macht er, was er will.

x 4 #39


S
@Heffalump
du hast aus deiner Sicht vielleicht Recht , ich aus meiner kann sagen dass es so war . Es heißt doch in guten wie in schlechten Tagen? Es waren schlechte , die Liebe und Fürsorge blieb

x 2 #40


S
@hotte
ChatGPT habe ich auch schon bemüht . Es war mir egal ob künstliche Intelligenz oder was auch immer . Glaube in meiner Verzweiflung hätte ich mit allem gesprochen was geht . Alles was rechtliche Schritte betrifft kann ich mich nicht gehen , ich bemühe mich gerade aufrecht zu stehen und ab und an was zu essen . Den Druck was zu regeln fühle ich deutlich , ich kann mich nicht aufraffen.
Fühle mich zerschmettert mit nachträglichem Tritt .
Unverzeihlich mich so zu behandeln und in die Wohnung meiner Mama zu schicken , die so ist wie sie sie verlassen hat. Ein bisschen konnte ich schon verändern, alles auf einmal schaffe ich nicht.
Hoffe auf meine Wut 🙏

x 1 #41


Stella31
Zitat von Sabine23:
Den Druck was zu regeln fühle ich deutlich , ich kann mich nicht aufraffen.

Dann vertrau dich Menschen an, die dir nahe sind. Freunde, Familie usw. Deine Kinder würde ich etwas weniger mit reinnehmen, um sie nicht durch Loyalitätskonflikt zu sehr zu beanspruchen.
Aber einfach mit Anderen reden, hilft schon sehr!

x 1 #42


DieSeherin
Zitat von Sabine23:
Ein bisschen konnte ich schon verändern, alles auf einmal schaffe ich nicht.


das erwartet niemand von dir und auch du solltest das nicht von dir verlangen! geh einen kleinen schritt nach dem anderen in deinem tempo!

x 1 #43


Heloise
Zitat von Sabine23:
Alles was rechtliche Schritte betrifft kann ich mich nicht gehen , ich bemühe mich gerade aufrecht zu stehen und ab und an was zu essen . Den Druck was zu regeln fühle ich deutlich , ich kann mich nicht aufraffen.

Erlaube dir zu trauern. Zwing dich zu nichts. Aber setze dir ein Zeitlimit. Zb eine Woche nur Atmen, weinen, trinken und essen. Und nächste Woche nimmst du Küche putzen dazu. Oder was anderes. Hauptsache nichts, was dir zu viel abverlangt aber auch gar keinen Stillstand.

x 1 #44


hotte
Zitat von Sabine23:
@hotte ChatGPT habe ich auch schon bemüht . Es war mir egal ob künstliche Intelligenz oder was auch immer . Glaube in meiner Verzweiflung hätte ich mit allem gesprochen was geht . Alles was rechtliche Schritte betrifft kann ich mich nicht gehen , ich bemühe mich gerade aufrecht zu stehen und ab und an was zu essen ...

Danke für deine Offenheit... wie wäre es in der Wut einen Buchstaben zu tauschen und stattdessen einen Mutanfall zu bekommen?

Du bist ein erwachsener Mensch der schon so einiges in seinem Leben gewuppt hat. Warum solltest du das jetzt nicht hinbekommen? Selbst wenn man "heult wie ein schlosshund" kann man ein zimmer oder eine Wand neu streichen (man sollte nur vermeiden zu viel in die Farbe zu weinen weil die sonst verwässert!). Du musst auch nicht alles auf einmal machen. Jeder Weg den du zurück legst besteht aus vielen kleinen Schritten. Ich habe mal gelesen "Wir glauben immer das sich nichts veändert aber wenn wir zurück blicken ist auf einmal alles anders!"

Ganz ehrlich, es WAR die Wohnung deiner Mutter. Jetzt wird es Zeit das du, zumindest eine Ecke, zu deiner machst. Du brauchst etwas eigenes und wenn es nur ein Sessel zum Lesen in der Ecke ist (mit einem Kosmetikeimer daneben für gebrauchte Taschentücher). Irgendwas das du als DEIN EIGENES ansehen kannst.

Glaub mir, ich habe GENAU so gefühlt wie du als meine Ehe in die Brüche ging. Allerdings hatte ich das Problem das ich nicht richtig weinen konnte. Ich bin gefühlt Amok gelaufen. Eine Freundin beschreibst das sehr zutreffend als "Tiger im Käfig". Was mir in den Situationen extrem geholfen hat war Spazierengehen. Klingt doof ist aber toll. Am Anfang hab ich mir ne Dose B*er (also ne kleine, nicht so nen faxe ding) mitgenommen. Alk. ist gefährlich! Es kann mal ein wenig helfen aber es ist keine Lösung (also irgendwie chemisch ja schon aber du weisst was ich meine) aber wenn du merkst das es ohne gar nicht mehr geht dann lass lieber die finger davon. Ich hatte für mich Regeln aufgestellt z.B. nicht vor 17 uhr und nur in geringen mengen und niemals wenn ich Medikamente genommen hatte. Das hat für mich gut geklappt allerdings hatte ich damals auch noch nen dickeren Stock im hintern als heute.... wenn man also nicht so überkonsequent ist sollte man vielleicht doch die finger davon lassen.

Glaub mir... es wird irgendwann besser. Ob es wieder gut wird hängt von dir ab und was DU dir selbst wert bist. Ich glaube ja nicht das du gerade die Ruhe zum lesen hast aber wenn das irgendwann kommt empfehle ich dir das Buch "Die Liebe in dir" von Vanessa Göcking... tolles Buch das mir persönlich sehr weitergeholfen hat.

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