balou
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Bin seit fast 13 Jahren verheiratet und habe ein wundervolle 8-jährige Tochter. Seit 3-4 Jahren merke ich, wie ich in meiner Beziehung unglücklicher werde. Habe ziemlichen Drang nach draußen und vernachlässige meine Familie dadurch auch sehr. Unsere Ehe gleicht in den letzten Jahren auch eher einem Bruder-Schwester-Verhältnis. Eine Trennung kam für mich aber nie in Frage. Vor ca. 4 Monaten habe ich mich schlagartig in eine Arbeitskollegin veliebt. Wir kennen uns schon länger, hatten aber zuvor normale Distanz, wobei sie mich wohl schon einige Monate früher ins Herz schloss. Auch sie ist in einer Beziehung, aus der sie sich aber aus verschiedensten Gründen nicht lösen kann. Da eine Trennung für mich nicht in Frage kam, wollte ich zumindest ein guter Freund sein und meiner Kollegin bei der Lösung ihrer Probleme helfen. Diese sind recht umfangreich, weshalb ich ihr auch professionelle Hilfe empfohlen habe. Vor 3,5 Monaten hatte ich ein Gespräch mit meiner Frau, bei der ich ihr von meinen Gefühlen erzählte. Seitdem ist unser Leben die Hölle. Obwohl ich bis heute keinerlei s.uelle Beziehung zu meiner Kollegin hatte, stirbt meine Frau vor Eifersucht. Gleichzeitig kann ich aber von meiner Kollegin nicht lassen, da ich glaube, sie in eine entscheidende Phase ihres Lebens geführt zu haben und sie jetzt nicht hängen lassen zu können. Gleichzeitig sind aber nun auch unsere Eheprobleme zur Sprache gekommen und ich habe mich entschlossen, auszuziehen. Dies einerseits, um die fürchterlichen Lebensumstände in den letzten 3 Monaten zu beenden und andererseits um mir über meine Gefühle klar zu werden. Aufgrund der grausamen Streitigkeiten und der Eifersucht meiner Frau - für die ich Verständnis habe - ist ein Zusammenleben so nicht mehr möglich und gleichzeitig wird die Liebe zu ihr immer kleiner. Ich weiß, daß ich dieses Alleinsein brauche um mir über mich klarzuwerden. Andererseits habe ich aber total Schiß davor, weil ich weder meiner Frau noch meiner Tochter etwas böses will. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich für immer oder nur für eine gewisse Zeit trennen will. Das muß die Zeit bringen. Aber da meine Frau alles nur in Verbindung mit meiner Kollegin bringt, ist es schier unmöglich, mit ihr eine Basis zu finden, die wir alleine schon unserer Tochter willen haben müßten. Ich will keine schmutzige Scheidung und ich habe auch nicht vor, in kürzester Zeit mit meiner Kollegin ein neues Verhältnis anzufangen. Aber ich will für mich ein Stück Freiheit zurück und mir über mein Leben klar zu werden. Ich merke aber, daß meine Frau damit überhaupt nicht klarkommt und ich mache mir wahnsinnige Sorgen um sie. Denn selbst wenn ich sie vielleicht nicht mehr so liebe, wie es eine gute Ehe bräuchte, so empfinde ich doch eine sehr große Nähe und auch ein sehr starkes Verantwortungsgefühl für sie. Ich will ihr Leben nicht kaputt machen, merke aber, daß meins nicht so weitergehen kann. Sie wirft mir vor, daß man daran arbeiten müßte und es versuchen muß. Aber wie soll ich das, wenn mir das Gefühl dafür fehlt, weil jeden Tag Streit herrscht. Wenn ich zurück will, dann nur, wenn ich das sichere Gefühl habe, diese Beziehung wirklich mit ganzem Herzen weiterführen zu wollen.
Und wenn wir uns trennen sollten, dann will ich das mit der nötigen Portion Respekt und Achtung voreinander tun. Denn wegen unseres gemeinsamen Kindes müssen wir ohnehin auch inZukunft miteinander auskommen, und je besser wir das können umso leichter wäre es für unsere Tochter, eine Trennung zu verkraften. Und andererseits kann ich mir nicht vorstellen, daß es so schwer ist zu verstehen, daß man für einen Menschen zwar noch große Zuneigung verspürt, aber eben nicht mehr die Liebe und Leidenschaft, die ein Weiterleben befriedigend machen. Kann frau das einfach nicht akzeptieren, daß man getrennte Wege geht und die Zukunft darüber entscheiden läßt, ob sie einen nochmal zusammenführt oder ob man getrennt glücklicher ist.
Bin ich wirklich zu naiv, wenn ich glaube, daß man sich auch anständig trennen kann und die gemeinsame Vergangenheit als schöne Erinnerung behält oder muß ich akzeptieren, daß man eine Ehe um alles in der Welt erhalten muß, und sei es auf Kosten des eigenen Glücks.
Tut mir leid, wenn das alles doch was lang wurde. aber es ging nicht kürzer. Habe schon viel weggelassen. ich danke Euch für eure Geduld.