Zitat von Blanca:Narzissmus ist nicht heilbar.
Viele Therapeuten lehnen es im übrigen auch ab, Narzissten als Patienten aufzunehmen.
Und das aus gutem Grund.
Sorry, aber da hätte ich gerade von Dir doch etwas mehr Differenziertheit erwartet.
1. Narzissmus ist eine Persönlichkeitsdimension, die nicht nur aus zwei Polen (normal / Narzisst) besteht, sondern aus ganz vielen Zwischenstufen von den Persönlichkeitszügen über die Aktzentuierung, den Stil und schließlich die Persönlichkeitsstörung. Leute wie Otto Kernberg setzen dann auch noch den sog. malignen Narzissmus oben drauf.
Außerdem gibt's männlichen und weiblichen Narzissmus, den man unterscheiden muss und der nicht, wie vielleicht suggeriert, immer geschlechtskongruent sein muss. Bei der männlichen Form muss zwischen erfolgreich (das ist das, was man langläufig als narzisstisch bezeichnet), nicht erfolgreich und gescheitert unterscheiden.
2. Es geht bei Persönlichkeitsstörungen nicht um "Heilung", sondern darum, dass die Betroffenen lernen, besser mit ihrer Persönlichkeitsstruktur umzugehen, vor allem, um damit ihrem sozialen Umfeld weniger auf die Senkel zu gehen und weitere psychische "Kosten" zu reduzieren oder zu vermeiden.
Die beste Datenbasis gibt's momentan für Borderline-PS und DBT - da sind Chancen auf längerfristige Besserung bei entsprechender Therapie am besten.
3. Ja - viele Therapeutinnen mögen keine Klienten mit
ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen.
Es gibt aber auch eine Reihe von Therapeutinnen, die speziell mit Persönlichkeitsstörungen arbeiten und dafür entsprechende Verfahren wie DBT, ACT, Schematherapie usw. parat haben.