Arnika
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ich finde es erschreckend, wieviele - gerade junge - Menschen kein eigenes Leben führen. Denn auch, wenn du natürlich schon einiges erlebt hast, unterm Strich lebt die überwiegende Mehrheit der Menschheit unter deutlich tragischeren Umständen - und kommt damit zurecht.
Aber gut. Du wirst dein Gespräch bekommen, wenn dein Freund wieder da ist. Ich weiß zwar nicht, wie eure Beziehung ablief, aber wenn ich davon ausgehe, was du uns mitteilst, kann ich ihn schon verstehen. Ein Mensch, der keine eigenen Ziele und Träume hat, dessen einziger Lebenszweck ich bin, der mich 1000mal fragt, ob irgendwas eh für mich ok ist - so jemand würde mich an meiner Seite zumindest langweilen. Vermutlich auch nerven. So ein ausgeprägtes Helfersyndrom haben die wenigsten. Und dass er mal mit Kameraden weggehen konnte, ist ja wohl das mindeste.
Was ich mich frage: Wenn es dir so wichtig ist, gebraucht zu werden - warum engagierst du dich dann nicht für Menschen, Tiere, politische Aktionen, für die Umwelt? Werde Sozialarbeiterin, setz dich gegen das Bienensterben ein, geh nach Indien und unterrichte an Lebra erkrankte Kinder. Es gibt ja auf diesem Erdenrund sehr vieles zu verbessern und sehr sehr vieles, was man unterstützen kann. Wo du wirklich gebraucht wirst, und mehr, als einem erwachsenen Mann eine Suppe zu kochen.
Fast jeder erwachsene Mensch hat mal an die finale Exitstrategie gedacht. Aber die allerwenigsten setzen das dann um. Einfach, weil man auch eine gewisse Verantwortung trägt und weil die wenigsten so Ich-konzentriert sind. Was sollten denn deine Geschwister noch alles mitmachen in ihrem Leben? Wie sollte dein Soldat, denn du ja angeblich so sehr liebst, mit diesem Gepäck auf seinen Schultern klarkommen?
Wieso suchst du - mit Verlaub - kleines Wohlstandskind dir nicht etwas, worin du einen Zweck im Leben siehst? Schreibe einen Blog, wie du es aus der Magersucht geschafft hast zb. Damit andere, die in der selben Situation sind, von deinen Erfahrungen lernen können. Engagiere dich gegen Mobbing. Gründe eine Selbsthilfegruppe für Kinder Alk. Eltern. Egal was. Andere können von deinen Erfahrungen profitieren, da kannst du wirklich helfen. Und hast selbst Freude dabei. Also hör bitte auf, so egozentriert zu sein, sondern mach dich nützlich. Das bringt Freude ins Leben. Du wirst merken, was du alles hinkriegst, wenn du nur einen Schritt nach dem anderen setzt. Und dann werden sehr schnell sehr viele Menschen sagen: Wow, schön, dass es dich gibt. Alles Gute!