Femira
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Zitat von Candle181:Du bist so eine starke Frau! Trotz deiner Lage kannst du andere aufbauen, Ratschläge geben und ermuntern!
Danke
Zitat:Darf ich fragen, was es genau bei dir getriggert hat?
Ja, darfst du. Vielleicht hilft es jemand anderes. Ich bin mit einer depressiven Mutter und somit mit einem Co-abhängigen Vater groß geworden. Als Kind habe ich gelernt, dass ich mit "richtig" verhalten muss, damit ich die Chance habe, versorgt zu werden. Also meine Eltern waren aufgrund ihrer psychischen Krankheiten mal in der Lage, sich um mich zu kümmern und dann eher zu viel und dann hat sich beispielsweise ganz plötzlich meine Mutter wochenlang in meinem Zimmer eingeschlossen und kam nicht raus. Ich hab dann gekocht usw. also habe meine Versorgung und z.T. auch ihre übernommen.
Durch die Therapie ist mir das alles klar geworden und auch, dass das Verhalten nicht "normal" ist. Und dass andere Menschen nicht so unberechenbar reagieren, wie meine Eltern. Naja, langer Weg. Ich hab also gelernt, meine Bedürfnisse wahrzunehmen, die adäquat zu formulieren und Grenzen zu ziehen.
Ich hab an sich ein ziemlich emphatischen Riecher, da ich ja immer checken musste, wie meine Eltern so drauf sind.
Was ich vermute, was bei mir passiert ist: ich hab mich verliebt, er hatte wohl starke Probleme, die er aber ne Zeit echt gut verstecken konnte. Da ich im eine zuverlässige, aber auch raumgebende Partnerin war, ist er mehr in Kontakt mit sich gekommen und seinen Problemen (interessanterweise erkennt er das auch). Das hat ihm so Angst gemacht, dass er psychotisch abgedreht ist und plötzlich Schluss gemacht hat und sich nach der Trennung auch wirklich unschön (mal verfügbar , mal nicht) verhalten hat.
Es ist der erste Mensch, der mir so nah war, der so unberechenbar reagiert.
So, das triggert bei mir, dass andere Menschen einfach nicht berechenbar sind, dass ich mir und meinem Gefühl nicht trauen kann (hätte geschworen - mein Freundeskreis aber auch- dass er tief für mich empfindet) und jaa...ich mich somit auf niemand verlassen kann. Das löst eine soziale Angst aus, die ich eigentlich erfolgreich abgelegt hatte. Die schränkt mich sehr ein. Ich kann nicht einkaufen gehen z.B., weil da Menschen sind und die Gänge so eng.
Ich bin klug, ich weiß, dass die mir nichts tun, aber die Angst ist übermächtig.
Außerdem macht es was mit meinem Selbstwert: ich kann mir nicht vertrauen und er sieht zwar (wie meine Eltern das auch wussten), dass die Beziehung mit mir schön war, weil wir echt gut harmoniert haben, aber ich bin es nicht wert, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen...und das löst interessanterweise (hatte ich noch nie) etwas aus, was in die Richtung Essstörung geht. Ich esse seit 8-9 Wochen besorgniserregend wenig, dabei war ich sonst bei Beziehungsende in der Lage, da auf mich aufzupassen. Also es gingen schon andere Beziehungen zu Ende, aber immer "berechenbar", weshalb das in der Heftigkeit nie getriggert wurde. Ich arbeite seit 8 Wochen kaum, eigentlich gar nicht. Sitze vor dem PC und weine. Nichts geht. mittlerweile gehe ich nicht mehr hin.
Ich bin da schon mal raus und ich weiß, es wird wieder gehen, aber es ist wirklich sehr schrecklich zusätzlich. Naja und da es so schlimm ist, hab ich gleich am Montag einen Termin.
Schlafen geht so 5- 6 Stunden mit Baldrian und Johanniskraut. Ich schlafe 5-6 Stunden, dann werde ich mit kaltem Schweiß und Herzrasen wach.
Es ist einfach kein Zustand.

