Zitat von Patricia22:Auch von mir ganz viel Kraft für dich! Mir geht es nun seit 2 Monaten schlecht und ich komme auch nicht richtig heraus aus meinem Loch... Zu dem Thema Körperlichkeiten ausweichen möchte ich was aus Frauensicht sagen: irgendwie sind sich hier viele Männer sicher, dass sie einen anderen hat. Was mir wiederum auf meine eigene Situation bezogen die Augen öffnet... Ich bin in der Beziehung auch immer mehr den Körperlichkeiten ausgewichen. Das wurde zur Qual für meinen Freund. Er wurde immer unsicherer und fühlte sich immer ungeliebter. Bis er schließlich die Beziehung ...
Hallo Patrizia. Die Sichtweise einer Frau! Ja, so ähnlich schilderte sie es mir. Sie wollte einfach nicht mehr so wie ich (küssen und mehr). Die Ursachen hierfür weiß sie selbst nicht, woher das kam (meine Vermutung: aufhören mit der Pille). Das ist aber ein anderes Thema. Die Auswirkungen aber waren klar: sie konnte mir das nicht mehr so geben, was ich brauchte > Ich zunehmend unglücklich > Sie unter Druck gesetzt, weil ich unglücklich sei und sie der Grund dafür ist > Sie ist ebenfalls unglücklich, weil sie mir das nicht geben kann und die Beziehung belastet > ich strenge mich noch mehr an, ein super Ehemann zu sein > sie sieht das, kann es aber nicht erwidern, was für noch mehr Distanz ihrerseits sorgte > Die Abwärtsspirale im vollen Gang. Eine Affaire oder anderen kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre auch dank der immensen räumlichen Nähe (selbe Firma) kaum möglich. Wir saßen fast 24/7 aufeinander. Das schließe ich für mich aus, auch wenn andere Leute hier im Forum das als einfache, logische Erklärung sehen.
Zu deiner anderen Frage: Ja, wir stritten oftmals, weil das Zusammenleben nicht immer einfach war. Sie ist ein schwieriger Mensch und ihre Einzelberatung seit Februar zeigte auch auf, dass sie immer Bestätigung von anderen Menschen braucht, weil sie es wohl in der Kindheit zu wenig bekam. Zudem gab es noch die Schwester, an deren Erfolg sie ihr Leben ausrichtete. Somit ergaben sich auch an mich Anforderungen, die ich schwerlich erfüllen konnte. Oftmals eskalierten kleinste Dinge. Dinge wie, ich besuchte aus ihrer Sicht zu lange an Weihnachten meine Mutter (die ich bestenfalls alle paar Wochen sehe). Ihr Fazit: sie stehe nicht an erster Stelle, da ich in diesem Moment meine Mutter aus ihrer Sicht den Vorrang gab, anstelle halt nur kürzer zu ihr zu fahren. Es war echt nicht übertreiben oder lange. Auch wenn ich mal mit einem Kumpel was Essen ging, was so absolut selten vorkam. Es wurde halt mal ne Stunde länger. (Ich bin nie um die Häuser gezogen oder habe mit Kumpels einen drauf gemacht). Ich musste mich nach ihr richten. Eigene Entscheidungen waren oft der Quell für Diskussionen, was ich bei ihr klar auf ein mangelndes Selbstwertgefühl zurückführe. Ein Selbstwertgefühl, dass wie ein Energievampir stete Zufuhr von Anderen brauchte. Und mich oft wie leer saugte (schwer das grad anders zu beschreiben). Das führte zu solchen Anforderungen, die ich einfach nicht mehr erfüllen konnte. Ich hatte so oft das Gefühl, egal was ich tue, es reicht nicht. Niemals. Zudem hab ich noch meinen Nebenberuf, bei dem ich aus meinem Hobby noch Geld machen konnte. Es ging so weit, dass ich Nebenberuflich mehr verdiente, als im Hauptjob als Ingenieur (wohlgemerkt bei einer großen, renommierten deutschen Firma). Das war super fürs Konto und um ein großes Haus hinzustellen, schöne Urlaube und gutes Essen. Jedoch klar, es kostet Zeit! Wobei diese Zeit für mich war, weil wie gesagt ich nur das Glück habe mit dem Hobby noch Geld zu machen. Der Tagesablauf sah häufig so aus: 35h Woche im Hauptjob, ca. 16:00 Uhr heimfahren. 16:30 Uhr vor den PC zuhause und am eigenen Business weiterwerkeln bin ca. 20:15. Dann Gemeinsamkeit. Oft saß ich auch deutlich weniger vor dem PC, wenn wir was unternahmen (Baggersee, Spatziergang). Aber ja, das sorgte oft für Streit und hier habe ich auch, so denke ich, Fehler gemacht. Ich hätte mir mehr Zeit für sie nehmen sollen. Hilft diese Schilderung weiter?