Zitat von Clara_:Es lebt sich ja auch einfacher damit einen Schuldigen zu suchen, anstatt die eigenen Anteile daran genauer unter die Lupe zu nehmen.
Ich finde nicht, dass es hier um Schuldzuweisungen geht. Ich war selbst sechs Jahre in einer "Beziehung" mit einem Narzissten, was mir allerdings erst lange Zeit später bewusst geworden ist. Diese Erkenntnis - mithilfe von Psychotherapie, Literatur, YouTube und co - hat mich Meilen nach vorne gebracht. Gerade nach solchen Beziehungen neigt man logischerweise dazu, den Fehler stets bei sich zu suchen. Und das ist insofern richtig, als dass man seine eigenen Anteile und Empfänglichkeiten für sowas erkennen muss. Nichtsdestotrotz ist es mindestens genauso wichtig zu erkennen, dass diese Menschen manipulativ sind und enorme Psychospielchen treiben, die traumatisierend sein können. Ich weiß, wovon ich rede.
Ebendiese Spielchen können die Persönlichkeit verändern, Unsicherheiten auslösen bzw. verstärken und Selbstvertrauen komplett zerstören. Als mir das bewusst geworden ist, konnte ich endlich weitere Schritte gehen, ein Selbstwertgefühl aufbauen und die Schuld nicht mehr ausschließlich bei mir suchen für alles, was falsch gelaufen ist.
Es geht nicht darum, sich als Opfer zu sehen, sondern als jemand, der eben empfänglich für die genannten Mechanismen ist - mit Schuld hat das nichts zu tun. Grenzensetzen will gelernt sein, und das kann man erst, wenn man versteht, was da genau passiert ist und wie man sich in Zukunft davor schützen kann. Insofern, lieber TE, wünsche ich dir viel Kraft und Zeit für diesen Prozess - hab vor allem Geduld mit dir selbst. Irgendwann wirst du diese schlimme Zeit überwinden können und viel über dich gelernt haben.
Ich kann an dieser Stelle den YouTube Kanal "Lohrey Training" empfehlen, die m.E. wertvolle Tipps gibt und einen guten Kontext liefert.