@Susello
Oft ist es so, dass zwei zusammen finden, wo einer das Bedürfnis nach sofortiger Klärung und Kommunikation hat und der andere Zeit zum sacken lassen braucht, dicht macht und somit verstummt.
In einem Streit knockt einen diese Gegensätzlichkeit dermaßen aus, dass man als Redner nur noch schreien möchte. Man benötigt irgendeine Reaktion mehr als alles andere und was das schlimme ist, bevor es ans inhaltliche geht, muß erst darum gekämpft werden, das man jetzt redet und provoziert dieses hilflos mit allen Mitteln.
Derjenige der schweigt ist mitunter von der Wut und dem Temperament des Redners überrollt, muß sich sortieren und drüber nachdenken. Er möchte vielleicht nicht wütend reagieren und zieht sich zurück, obwohl man lieber angebrüllt werden möchte, als das in dem Moment als aggressiv empfundene Schweigen zu ertragen.
Beide Partner befinden sich in zwei Welten, der eine möchte die Kommunikation, der andere den Rückzug. Mit diesem unterschiedlichen Bedürfnis überfordern und stressen sich beide so sehr, dass die Stichelei häufig ein Mittel ist, die eigene Spannung abzubauen. Man möchte irgendwas provozieren, um vielleicht auch die eigene Wertigkeit für den anderen abzuklopfen.
Man ist gereizt, aber man braucht auch.
Dann kommt die Märchenwelt, die ich im übrigen sehr schön finde.

Die Wogen sind geglättet, man konnte diverses klären, aber möchte auf die Art und Weise in der Zukunft verzichten.
Man möchte vernünftig sein und dem Zauber, den die Beziehung hat entsprechen und auf dämliche Verletzungen verzichten.
Bis es zu einem erneuten Konflikt kommt, bei dem einer Luft holt, um zu reden und der andere die Luft anhält, um zu sortieren.
Ich glaube, ein guter Streit ist eine Kunst und es erfordert einiges an Objektivität und Metaebene. Woher man die nehmen soll bei den ganzen Emotionen, weiß ich auch nicht. Man kann nur weiter üben und daran arbeiten.