Zitat von alina84:Danke für die ausführliche Antwort ! Dass der andere einiges anders wahrgenommen hat , als man selbst, denke ich auch. Aber wie verarbeite ich denn ...
Es heißt natürlich, dass man sich damit auseinander setzen soll und reflektiert aber reflektieren, heißt nicht ständig die Beziehung komplett auseinander zu nehmen. Für mich heißt es eher: wo bin ich Kompromisse eingegangen, welche ich jetzt nicht mehr eingehen würde? Auf was habe ich verzichtet während der Beziehung? Was habe ich vernachlässigt? Den Fokus hier auf dich selbst lenken und nicht auf ihn. Deine Trennung ist ja auch schon etwas länger her. Hast du Erkenntnisse daraus gewonnen die ganze Beziehung immer und immer wieder auseinander zu nehmen? Wenn du schlauer daraus geworden bist, dann nehme ich natürlich alles zurück.
Es heißt ja auch nicht, dass man nicht mehr an den Ex denken darf, in Erinnerungen zu schwelgen, ich mach das selbst ja auch noch, weil die Beziehung wirklich wundervoll war aber nach Monaten ist mir bei mir selbst aufgefallen, dass es so ein Zwang / eine Gewohnheit wurde, immer und immer wieder alles gedanklich durchzuspielen und soll ich dir was sagen? Ich habe bis heut nicht rausgefunden was schief lief, außer seine ganzen Baustellen die er hat, eine Lebenskrise, eventuelle Angst vorm Erwachsenwerden und vor zu viel Verantwortung. Es sind und bleiben aber nur Vermutungen, die ich selbst aufgestellt habe. Er hat bis heute keine Antwort auf meine Fragen. Und das zu akzeptieren fällt wirklich schwer.
Klar fallen einem auch Dinge auf, wo man hätte anders reagieren können aber hätte es etwas an der jetzigen Situation geändert? Ich denke nicht. Ich glaube zwar nicht an Schicksal oder ähnliches aber ich glaube, dass es einen Grund hatte wieso es so gekommen ist wie es gekommen ist. Man weiß nur noch nicht den Grund. Aus jeder Trennung kann man mit etwas Abstand etwas positives ziehen. Ich habe eine wunderschöne Wohnung, habe Kontakt zu alten Freunden, welche ich vor Jahren aus den Augen verloren habe. Wir haben uns per Zufall beim einkaufen in meinem neuen Wohnort getroffen. Ohne die Trennung hätten wir bis heute keinen Kontakt. Ich bin endlich wieder in der Feuerwehr aktiver, das habe ich nämlich schleifen lassen in der Beziehung, mache ich nie wieder. Und ja, der Mensch fehlt einem im Leben aber am Ende brauchen wir sie nicht.
Gewisse Situationen zu analysieren ist ja auch richtig aber wenn du beim siebten oder achten Mal keine neuen Erkenntnis bekommen hast, wirst du sie beim 25. Mal finden?
Ich finde eher, dass wenn du gedanklich davon Abstand nimmst und es akzeptierst, dass es eben jetzt nicht sein soll, dann gehst du einen Schritt weiter. Als ich es akzeptiert habe, habe ich ihm verziehen. Nicht weil er es verdient hätte, sondern nur weil
ich die Ruhe verdiene zu heilen und glücklich zu werden. Und ich darf nicht leugnen, dass ich ihn immer noch liebe, auch wenn wir seit über einem halben Jahr getrennt sind. Aber es ist einfach okay. Es zeigt mir einfach, dass ich zu unendlich tiefer und ehrlicher Liebe fähig bin und das ist ja auch irgendwo was schönes. Wir akzeptieren so oft nur bis zu einem gewissen Maß die Trennung weil wir zu mehr erstmal nicht in der Lage sind, weil wir das Gefühl haben den anderen so vollends zu verlieren oder aus dem Leben zu streichen. Dabei ist derjenige ja schon weg, egal, ob er irgendwann zurück will wenn er aufwacht oder nicht. Die Momentaufnahme ist, dass derjenige nicht da ist und es tut weh, höllisch weh aber wir benötigen in der Zeit der Trennung die ganze Kraft für uns selbst.
Wir alle werden das durchstehen und wir alle werden irgendwann wieder glücklich, egal ob mit demjenigen oder ohne ihn. Das Leben hält so viele wundervolle Erfahrungen und Momente für uns bereit. Wir packen das
