Hallöchen meine lieben Foris,
Ich weiß zwar nicht was mich da grade packt aber ich habe mein Trennungstagebuch in die Hand genommen und habe einfach Lust euch ein bisschen zusammengefasst daran Anteil haben lassen. Vielleicht liest sich das ja der ein oder andere durch, auch wenn es ein extrem langer Text wird

Ich will euch damit nur aufzeigen, dass es besser werden wird.
Vor der Trennung: Ich war so glücklich jemanden wie ihn gefunden zu haben. Ich dachte ich wäre angekommen und selbst er meinte immer wieder, dass wir etwas ganz besonderes hätten und er so noch nie gefühlt und so eine schöne Beziehung gehabt hätte. Es war als hätten sich zwei Seelen gefunden, welche dafür bestimmt waren zusammen zu gehören. Obwohl ich ihn schon so lange von der Arbeit kannte, hatte ich nie wirklich Interesse an ihm. Bis ich aus einem dummen Zufall heraus eine Mail an ihn verschickte. Als ich ihm beim ersten "Date" in die Augen geblickt hatte, wusste ich, dass da etwas ganz Großes entstehen würde. Und die Zeit war wundervoll und mit so viel Liebe und schönen Momenten geprägt. Ich dachte, dass es für immer heben würde, grade weil er das gleiche selbst immer sagte, bis zum Schluss.
Der besagte Tag der Trennung / Woche 1: Es hat mich komplett auseinander gerissen, ich konnte es kaum glauben. Man konnte ihm aber deutlich ansehen, dass es ihn grade auch auseinander reißt. Die vielen Nervenzusammenbrüche die er hatte werde ich niemals vergessen, er wirkte so verloren. Ich war die Einzige, die von seinen ganzen Problemen wusste. Ich war sein Anker, den er einfach "weg schmiss".
Grade, dass er noch bis eine Woche vor der Trennung mit strahlenden Augen über eine gemeinsame Zukunft, Heiraten, Kindernamen und Umbaumaßnahmen gesprochen hatte und sogar am Tag der Trennung noch Pläne mit mir für einen Urlaub im Oktober geschmiedet hat, welchen er mit mir unternehmen wollte, war und ist am Ende für mich unbegreiflich gewesen. Ich war so geschockt, dass ich dachte, dass das alles nur ein schlechter Scherz ist. Jeder in meinem Umfeld war/ist noch der Überzeugung, dass er einfach mit sich selbst nicht mehr klar kommt und ich absolut nichts dafür konnte, es ein Schnellschuss von ihm war. Natürlich suchte ich die Schuld an mir. Ich hatte mich gehasst. Ich habe tagelang nichts gegessen und wusste nicht wo hin mit mir. Wir hatten uns für 4 Tage später verabredet und ich hatte einfach nur die Hoffnung, dass er einsehen würde, dass wir doch zusammen gehören und alles nur ein Fehler war. Er weinte wieder, wüsste nicht wo ihm der Kopf steht und wie sein Leben verlaufen soll, weil alles was er macht keinen Mehrwert hat. Er hat an nichts mehr Spaß und das schon seit Wochen. Er hat das Gefühl ausbrechen zu müssen. Und bekommt einfach die nicht genutzten Momente mit seinem toten Vater nicht aus dem Kopf. Er trägt so viel Schuldgefühle ihm gegenüber in sich. Er bereut die Trennung nicht, ich wäre nur noch seine beste Freundin und er hätte keine Gefühle mehr. Er konnte mir dabei nicht mal in die Augen sehen, er wirkte während er die Worte sprach eigenartig. Aus Selbstschutz schalteten sich meine ganzen Gefühle ab und ich erwiderte somit verbal das gleiche. Da starrte er Ewigkeiten auf den Boden. Nach einiger Zeit fragte ich, ob alles in Ordnung wäre. Er starrte immer noch zu Boden, wischte seine Augen ab und sah mich mit glasigen Augen an. Er antwortete zeitverzögert mit den Worten "klar" und wechselte sofort das Thema.
Monat 1: Und so lebte ich ein paar Tage mit abgestellten Gefühlen und fühlte nur Freiheit, bis die große Gefühlskeule kam. Ich war am Ende. Hoffnung kam wieder hoch, ich hatte Liebeskummer, konnte nicht essen und spielte tatsächlich mit Gedanken, für die ich mich heute schäme. Bei dem Anblick der Wand musste ich weinen, wenn ich mein Kissen ansah musste ich weinen, ich rannte alle paar Minuten auf der Arbeit aufs WC, um meinen Gefühlen kurz freien Lauf zu lassen. Ich war ein Schatten meiner selbst. Ich konnte das alles nicht begreifen, nicht akzeptieren. Ich dümpelte einfach nur rum, heulte vor meinen Freunden, meiner Familie. Suchte unentwegt den Grund von alldem. Wieso ausgerechnet ich? Habe ich nicht auch etwas Glück verdient? Wo war er abgebogen? Vermisst er mich? Hab ich ihm nie etwas bedeutet? Wurde nur mit mir gespielt? Was ist an mir überhaupt noch liebenswert? Ich quälte mich mit Erinnerungen und plante noch immer die Zukunft mit ihm. Ich las sämtliche Ex-Back Strategien, nur um mich danach mieser zu fühlen weil ich wusste, man kann nichts erzwingen, wenn derjenige eben nicht will. Ich verfluchte ihn, verfluchte mich und verlor jegliches Vertrauen in die gesamte Menschheit. Ich entwickelte mich langsam zu einem gefühlskalten Mistst*ck, wenn ich mich mit anderen Menschen unterhielt. Ich wollte nicht darüber reden und doch plagten mich so viele Gedanken. Ich konnte nicht ausbrechen und mein Herz schrie unentwegt nach ihm.
Monat 2: Ich wurde sauer, so sauer auf ihn und trotzdem vermisste ich alles an ihm. Selbst die Dinge, die mich manchmal zur Weißglut brachten. Ich schrieb so viele Briefe, die ich nie abschickte sondern verbrannte. Die Wochenenden waren das Schlimmste, die ganzen Tage an denen ich bei ihm gewesen wäre. Ich fühlte mich verraten, im Stich gelassen. Ich wollte auf Teufel komm raus endlich weiter gehen und abschließen. Ich machte mir unbewusst so viel Druck. Ich hatte keine Lust mehr auf das Loch in dem ich fest saß. Und so schrieb ich den letzten Brief, welchen ich ewig rumliegen ließ. Ich las ihn irgendwann und schickte ihn einfach per Post ab. Ich dankte ihm für die gemeinsame Zeit, für die schönen Momente und dafür, dass ich mehr über mich selbst lernen durfte. Ich wollte abschließen. Ich fühlte mich erneut frei und spürte zum ersten Mal wieder in manchen Minuten Glück. Ich hatte die ersten Minuten ohne einen Gedanken an ihn und ich war mächtig stolz. Ich merkte, dass es sich langsam bessert. Ich konnte das erste Mal ehrlich lachen. Aus dem Nichts heraus überkam mich Liebeskummer, ich konnte 30 Minuten nicht aufhören zu weinen und zeitgleich erhielt ich eine Antwort auf meinen Brief. Er dankte mir für die schönen Worte, er hätte Rotz und Wasser geweint und müsste darauf klarkommen. Es war wahnsinnig schön und gleichzeitig so unfassbar schmerzhaft für ihn das zu lesen. Meine Gedanken drehten sich wieder im Kreis und ich konnte daraus nicht ausbrechen. Ich wollte ihn nur wieder an meiner Seite haben.
Monat 3: Ich holte meine letzten Sachen bei ihm ab. Er erzählte viel von sich, dass er sich nicht mit alldem momentan auseinander setzen kann und er nur unterwegs ist, dass er nicht über uns nachdenken muss. Er würde sich selbst zerstören, wenn er die Gedanken zuließe. Den Brief hätte er nur einmal gelesen und danach in eine Schublade gelegt, weil er sich nicht gefühlstechnisch strangulieren will. Als er ihn las, dachte er er müsse innerlich sterben. Er würde seinen Gefühlen aus dem Weg gehen und er würde niemals ausschließen, dass wir noch mal zusammen finden könnten, wenn Gras über die Sache gewachsen wäre. Denn ich wär der Deckel zu seinem Topf gewesen, sein Anker und der Mensch, der ihm so viel Gutes geschenkt hat. Er könnte jedoch nicht sagen, dass er mich vermisst. Er denkt oft an mich, wenn Leute zu Besuch da wären wünscht er sich, dass ich da wäre und wenn er alleine ist kreisen seine Gedanken nur um mich und spürt ein Stechen in der Brust. Für mich war das als würde er sich selbst nur etwas vor machen und sich belügen. Vermissen fühlt sich immerhin genau so an. Und so verabschiedete ich mich, mal wieder mit Hoffnung und trotzdem sah ich die ersten Sonnenstrahlen am Horizont. Rückschläge kamen noch weiterhin, jedoch wurden die Abstände langsam größer. Das Gedankenkarussell war weiterhin mein schlimmster Feind. Ich überanalysierte weiterhin was schief lief und gab mir weiterhin die Schuld. Langsam fing ich jedoch an loszulassen, denn was brachte es mir weiterhin daran festzuhalten? Und so fand ich langsam wieder zu mir, ich fing langsam wieder an mich selbst zu lieben und meine guten Seiten zu sehen. Ich machte Dinge die mir Spaß machten. Ich wurde langsam wieder zu meinem alten Ich. Ich akzeptierte, dass es mit uns jetzt einfach nicht sein soll.
Monat 4: Ich zog in eine neue Wohnung und dachte, dass jetzt endlich alles besser werden würde. Ich träumte noch viel von ihm und bekam aus dem Nichts heraus weiter elendige Rückfälle. Sobald das Gedankenkarussell startete machte ich Sport. Gleichzeitig fing ich an hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, denn ich realisierte: ich hatte keine wirkliche Schuld an dem was passiert war. Alles was ich dachte, was ich falsch gemacht hatte, hatte kein Gewicht in seiner Entscheidung. Ich akzeptierte den Stand der Dinge. Ich war der Auffassung, dass alles einen Grund hat. Ich dachte das erste mal Stunden nicht an ihn.
Monat 5: Die Rückschläge blieben, wir hatten kurz Kontakt. Ich sah ein Bild von ihm und sah, dass er sich gehen lies. Gleichzeitig sagten mir gemeinsame Freunde das gleiche, ohne, dass ich nachfragte. Ich machte mir unterbewusst Sorgen und so tauchte er wieder öfter in meinen Gedanken auf. Gleichzeitig fand ich viele Dinge, die ich künftig nicht mehr haben wollte, sah vermehrt negative Seiten an ihm die ich ausgeblendet hatte. Ich merkte, dass er mich doch tiefer verletzt und enttäuscht hatte, als ich es mir eingestehen wollte. Ich verzieh ihm weil meine Seele Ruhe verdiente. Die Gedanken an ihn wurden langsam wieder weniger. Ich dachte, ich hätte es geschafft. Ich meldete mich auf Dating-Plattformen an und schrieb mit einem netten Kerl. Ich merkte jedoch, dass ich einfach nicht dafür bereit war und dass ich immer noch Gefühle für meinen Ex hatte. Der nächste Rückschlag kam und gleichzeitig ließ mich mein Bauchgefühl nicht los, dass es mit "uns" noch nicht das Ende war.
Monat 6: Die Rückschläge blieben aus. Ich war hoffnungsvoll und dachte mir, dass ich mich einfach überraschen lasse was die Zukunft bringen würde. Ich machte mir keinen Druck mehr mit allem fertig zu werden. Ich fühlte mich gut, trotz gelegentlicher Gedanken an Ex. Ich empfand zum ersten Mal Lebensfreude und lenkte meinen Fokus langsam auf mich.
Monat 7: Ich schaute nur noch auf mich und blendete den Ex fast vollkommen aus. Gedanken an ihn konnte ich nicht mehr greifen. Ich fühlte Frieden in mir. "Soll er doch machen was er will". Zu der Zeit lief ich auf Hochtouren in dem Forum.
Monat 8: Hier befinde ich mich. Wir hatten kurz Kontakt weil ich ihm etwas mitteilen musste. Ich habe ein aktuelles Bild von ihm gesehen und bin erschrocken. Dass man sich so gehen lassen kann. Mein erster Rückschlag seit Ewigkeiten kam das letzte Wochenende, Erinnerungen strömten auf mich ein aber ich lies es zu. Es braucht eben die Zeit die es braucht, um eine Trennung zu verarbeiten. Mir geht es gut. Ich träume schon lange nicht mehr von ihm, die Trennung ist akzeptiert. Ich bin gewachsen und stärker als jemals zuvor. Ich empfinde oft reines Glück, ich sehe meinen eigenen Wert. Ich weiß was ich in Zukunft will und was ich nie wieder haben möchte. Ich bin einfach ich und lasse die Zukunft auf mich zu kommen. Ich empfinde immer noch etwas für ihn aber hey, es ist okay. Meine Liebe war einfach rein und ehrlich. Es zeigt mir nur, dass ich zu viel Liebe fähig bin.
Ich fühle mich langsam bereit wieder Jemanden in mein Leben zu lassen aber ich werde nicht suchen, denn ich komme auch wunderbar allein zurecht. Ich weiß, dass ich niemanden brauche um mich geliebt zu fühlen und vor allem brauche ich meinen Ex nicht. Selbst, wenn ich ihn als noch vermisse. Mein Bauchgefühl ist immer noch da aber ich ignoriere es, denn es bringt mir nichts. Ich werde die Zeit mit ihm niemals bereuen, denn die Beziehung war wunderschön. Ich fühle mich zwar noch immer mit ihm emotional verbunden aber das kann man gut ausblenden. Er hat mich auf meinem Weg begleitet und mir gezeigt, wie schön die Liebe sein kann und dass man das niemals als selbstverständlich ansehen sollte. Niemand weiß was die Zukunft für uns alle bereit hält. Ich bin einfach nur dankbar für die Zeit, die ich mit ihm hatte. Alles wird so kommen wie es kommen soll und ich bin und bleibe gespannt. Für mich war er lange Zeit der Mann mit dem ich gerne alt geworden wäre, ist er heute irgendwie immer noch. Aber mal ehrlich, ich mache mein Glück nicht mehr von jemandem abhängig. Sollte er irgendwann auf den Trichter kommen, dass es falsch war und dass er ein Idiot is, werde ich sehen was ich mache. Davon gehe ich jedoch absolut nicht aus. Ich bin einfach gespannt wer noch alles in mein Leben kommt und ich werde jede schöne Minute meines Lebens genießen. Am Ende weiß niemand wie lange wir hier auf Erden verweilen und ich will mich nie wieder mit den Gedanken an "was wäre wenn" auseinandersetzen.
Während ich zu mir selbst gefunden und mich endlich wieder liebe, glücklich werde und gut mit mir klarkomme, lässt er sich immer weiter gehen. Vielleicht kommt der Bumerang langsam wieder zu ihm zurück.

Bleibt stark meine Lieben! Ihr seid es wert. Ihr seid so tolle Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Wir alle werden das bekommen was wir verdienen. Man muss jedoch anfangen das Glück nicht in anderen Menschen zu suchen sondern in sich selbst zu finden. Ich werde weiterhin da sein, mein Chat steht jedem jederzeit offen. Wir alle werden wieder glücklich und wer weiß, vielleicht kommen sie angeschissen, wenn man sie gar nicht mehr will oder man an sie denkt. Wenn nicht ist das auch vollkommen okay. Wir schaffen das alles.
Gemeinsam!
