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Trennungsschmerz Skala 0-10

Surico
Hallo,

zum Thema Therapie. Ich bin vor über einem Jahr zur Psychotherapie gegangen, weil ich herausfinden wollte, warum ich mich so ausgebrannt fühle und zu Fressanfällen neige. Da ich gehört habe, dass es schwierig mit Terminen werden kann, war ich zufrieden, dass mich eine vom Hausarzt empfohlene Therapeutin gleich nehmen konnte. Die Gespräche waren soweit ganz nett, haben mich aber nicht wirklich weitergebracht. Sie hat mir immer erzählt, wie ich meine Gefühle Räume geben kann bzw. auch mal stoppen kann, hat mir zu positiven Ablenkung geraten usw. alles Dinge, die mir auch Freundinnen raten würden, bzw. ich mir schon selbst erlesen, erarbeitet habe. Als mein Mann sich dann im März so unerwartet getrennt hat, wollte ich eigentlich die Therapie beenden, weil ich keinen Sinn darin gesehen habe. Natürlich habe ich die Therapie dann aber erst mal fortgesetzt. Da die Trennung sehr unschön verlaufen ist, waren die Gespräche auch erst mal hilfreich. Inzwischen rät sie mir aber wieder meine Trauer zwar zuzulassen, aber einzuschränken. Immer diese Disziplin. Diese Disziplin kann ich leider überhaupt nicht aufbringen.

Eigentlich hatte ich mir von einer Therapie erwartet, dass durch Fragen raus kommt, warum man sich so verhält. Warum ich letztes Jahr ausgebrannt war und Fressanfälle hatte. Warum ich jetzt so tief in meinem Schmerz festhänge, dass ich es gar nicht schaffe alleine rauszukommen bzw. vielleicht eine zu mir passende Strategie zu entwickeln. Was erlebt Ihr in Eurer Therapie bzw. was kann man von einer guten Therapie erwarten? Hätte die Therapeutin vor einem Jahr durch Fragen herausbekommen müssen, was ich verdrängt hatte?

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SRAM_12
Zitat von Trennend:
;) Das war Vorgespräch Nummer 3 wo ich auf Warteliste stehe inkl. Therapie Erfahrung. Vielleicht bin ich ja doch nicht ganz so blöd wie du denkst? ...


Warum hast Du dich bei den Psychologen nicht auf weitere Termine eingelassen?

x 1 #29447


A


Trennungsschmerz Skala 0-10

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Luna-2020
@Tabi Ich wünsche mir so sehr, dass Deine Worte irgendwann Wirklichkeit werden; "es wird besser". Zurzeit gibt es noch zu viele Momente wo der Schmerz schier unerträglich scheint.. Danke an all die Verletzten und auch geheilten Seelen aus diesem Forum! Danke an die Menschen die dieses Forum ins Leben gerufen haben! Danke an Dich Tabi!

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T
Zitat von SRAM_12:
Warum hast Du dich bei den Psychologen nicht auf weitere Termine eingelassen?

12 Stück an der Zahl früher.

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SRAM_12
Zitat von Surico:
Immer diese Disziplin. Diese Disziplin kann ich leider überhaupt nicht aufbringen.


Dann ist die Psychotherapie wohl einfach nichts für Dich.
Eine gewisse Disziplin, konsequent an sich arbeiten, usw. sind Grundlagen einer Psychotherapie.
Wenn ich das nicht will, kann, whatever macht man eben keine Psychotherapie.

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M
Ja@Surico
In meinem Fall ist es so, dass sich meine Therapeutin die ganze Beziehung, die Trennung und die Zeit danach bis ins kleinste Detail von mir erzählen ließ. Hier und da hatte sie Verständnisfragen. Sie ließ sich auch zur Persönlichkeit meiner Ex berichten und war sehr gut in der Lage, meine persönlichen Bewertungen auszuklammern. Auch dies gelang ihr mit Fragen. Am Ende konnte sie mir aufzeigen, wo die Beziehung auseinander glitt, welchen Anteil meine Ex und ich dazu beigetragen haben und dass es im Grunde aufgrund unserer Persönlichkeiten kaum eine Möglichkeit gab, dagegen anzugehen.
In meinem Gefühlschaos war mir ein klarer Blick auf das Warum? und Wie konnte das nur geschehen? nicht möglich und nahm mir etwas die Last.
In den heutigen 1 1/2 Std ging es um mich. Ich sollte aufzeigen, was mich nach meiner Meinung ausmacht, da ich an Selbstzweifeln leide.
Das war echt schwer. Was antwortest du, wenn du das Gefühl hast, nichts mehr Wert zu sein. Immerhin bin ich ziemlich schnell ausgetauscht worden.
sie ließ nicht locker und so konnten wir Felder aufmachen, die mich wohl aktuell definieren. Es kam jedenfalls mehr als "Nichts" dabei heraus. Vieles davon ist nicht gerade erfreulich, da es Baustellen sind, an denen es zu arbeiten gilt.
Beispiel:
Ich bin
- meine Freunde (nicht viele aber doch halt da)
- meine Hobbys (laufen und wandern mit Hund, Motorrad, Kurzreisen, Saunagänge) ok, nicht gerade gesellige Hobbys
- Mein Beruf (momentan nicht möglich)
- meine Eltern
- der Liebeskummer
- meine Ängste (Einsamkeit, Selbstzweifel, Vermissen,…)
- meine Kompetenzen
- große Sehnsucht nach Liebe
- …

Damit lag erstmal alles auf dem Tisch. Und jetzt wird sukzessive daran (auf-)gearbeitet. s
Auch hier wurde das Chaos erstmal sondiert und sortiert. Mir ist nun klar, warum es heisst "Es ist ein Prozess und der braucht Zeit!"
Ich habe jede Woche einen Termin. Ich empfinde es aktuell als gute Unterstützung. Letztlich muss ich da selbst durch und es wird sicher ein hartes Stück Arbeit.

Meine Therapeutin meint, dass meine grds große Sehnsucht nach Liebe meinen Liebeskummer befeuert. Die Sehnsucht treibe mich in die Abhängigkeit und könne die Partnerin einengen.
Zum Verhalten meiner Ex hat sie auch eine klare Meinung. Die lasse ich hier aber besser mal weg 😉

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Surico
Zitat von SRAM_12:
Dann ist die Psychotherapie wohl einfach nichts für Dich. Eine gewisse Disziplin, konsequent an sich arbeiten, usw. sind Grundlagen einer Psychotherapie. Wenn ich das nicht will, kann, whatever macht man eben keine Psychotherapie.


Vielleicht habe ich mich da falsch ausgedrückt. Natürlich arbeite ich an mir. Disziplin dahingehend, dass ich meine Heulanfälle auf 5 Minuten beschränke oder dass ich meine Gedanken stoppe, wenn sie wieder in einer Spirale sind. Diese Disziplin bekomme ich nicht hin. Jetzt hatte ich einen Probetermin bei einem Therapeuten, der mir als Aufgabe gegeben hat, bis zum nächsten Mal, zu erspüren, was für ein Bedürfnis hinter meiner Gedankenspirale steckt. Dies kann ich gut eingehen. Er meinte auch, dass Gedankenstopp nicht bei jedem funktionieren würde. Es gäbe da unterschiedliche Strategien und da muss man halt schauen, welche bei mir anschlägt.

x 1 #29452


Surico
@Meridian Das hört sich wirklich gut an. Genau das meine ich, durch Fragen festzustellen, wo ich stehe, wo meine Baustellen sind. Das hatte ich mir erhofft. Aber solche Fragen kamen nie.

x 1 #29453


SRAM_12
Zitat von Meridian:
Letztlich muss ich da selbst durch und es wird sicher ein hartes Stück Arbeit.


Du merkst es bestimmt schon jetzt, dass eine andere Denkweise über sich selbst und seine Gefühle einsetzt. Das wird von Zeit zu Zeit besser, klarer, aufschlussreicher. Die Arbeit an sich selbst lohnt sich immer !

x 1 #29454


M
@SRAM_12
Ja, da gebe ich dir recht und es tut sich was.
Bin allerdings erst am Anfang und noch überwiegt der Schmerz, so schnell nach oder gar schon in der Beziehung ersetzt worden zu sein.
Es zerreißt mich, zu wissen, dass da nun ein anderer in meinem Bett schläft und …
Ich wünschte, ich hätte es erst in einem Jahr erfahren.

x 2 #29455


T
@Luna-2020
Ich weiß, es ist sehr schmerzhaft aber das ist ja auch eine absolut natürliche Reaktion. Was mir geholfen hat, ist mich wirklich in das Thema einzulesen bzw. YouTube Videos dazu anzuschauen und mich wirklich aktiv damit zu beschäftigen Wege zu finden, mich besser zu fühlen. Natürlich ist das für jeden ein individueller Weg aber am hilfreichsten fand ich Vorschläge um die Sichtweise auf die Trennung zu ändern. Und auch, wenn es bei mir nicht lang her ist, kann ich erkennen, dass mich die Trennung so viel stärker gemacht hat und mir einen Grund gegeben hat, noch mehr an meinem Selbstbild und Selbstliebe zu arbeiten.
Ich wünsche dir/euch, dass ihr das auch erkennen könnt!

x 2 #29456


Luna-2020
@Tabi Danke für Deine Antwort und dafür, dass Du Deine Sichtweise und Erfahrung mit mir teilst. Ja, ich lese auch sehr viel zu diesem Thema. Aber vielleicht sollte ich mich wirklich speziell mit der "Sichtweise" auf die Trennung beschäftigen. Hast Du da einen bestimmten Buch Tipp für mich? Danke auch für die guten Wünsche. Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute! LG, Grace

x 1 #29457


F
Zitat von Trennend:
Was soll ich mit einem Psychiater?

Die sind (hoffentlich/ wahrscheinlich) intelligent, bestenfalls gepaart mit Erfahrung.Ich war bei einem alten Herrn, ich konnte ihn alles creepige fragen zum Leben und warum Dinge so sind. Der Typ hat mir Antworten gegeben und ein Fahrplan wie ich weiter vorgehen soll. Ein Rezept auf dem Bewegung, Luft und Licht stand, täglich.
Bewegung machst du ja schon erfolgreich.
Ich hatte also nur Gespräche dort, die mir halfen.

Lange Geschichte, kurz geschnitten.

Aber Psychiater sind hoch gebildete super brains und können helfen.

x 3 #29458


MafusCage
8/10

Fühl mich extrem allein. Denke über die Dinge nach, die nicht perfekt sind bei mir und die ich mit etwas mehr Motivation vom Ex hätte verbessern können. Er hat mich aber dahingehend nicht gefordert. Ich weiß gleichzeitig, dass aber keiner zuständig ist, die eigenen Ängste und Schwächen zu überwinden. Füreinander Dasein bedeutet sowas aber doch auch. Er hat sich nichtmal offiziell darüber beschwert, aber betont nun bei seiner neuen, dass sie bei diesen Dingen voll auf seiner Welle ist (und indirekt damit viel besser ist als ich es war ... so kommt es bei mir an)

Alleine hab ich nun noch mehr Ängste vor eigentlich einfachen Dingen. Völlig bescheuert. Meine Aufgabe ist es, sich dem jetzt allein zu stellen. Werde dabei nur immer wehleidiger, dass er nicht mehr dabei ist und das alles so keinen Sinn macht. Völlig wirrer immer wiederkehrender Gedankenkreislauf. Naja ich stehe erstmal auf.

x 3 #29459


T
Zitat von FrischerWind:
Die sind (hoffentlich/ wahrscheinlich) intelligent, bestenfalls gepaart mit Erfahrung.Ich war bei einem alten Herrn, ich konnte ihn alles creepige ...

Ich war in meinem Leben 2x beim Psychiater.
1x in meinen zwanzigern. Ging um Schlafstörungen in erster Linie. Gab dann ein MRT um auszuschließen das Oragnische Schäden vorliegen. War nichts, wobei ich nicht ausschließen will das mein Partydrogen-Konsum über 2-3 Jahre keine Spuren hinterlassen hat. Aber es war immerhin eine gute Zeit. Er verschrieb dann Schlaftabletten. Ich habe mich mit meiner Situation abgefunden. Mir selbst geholfen mit Canna./Alk. Die Schlafstörungen habe ich ja immer noch (gefühlt). Wobei ich habe jetzt von 21-05:30 mehr oder weniger durchgeschlafen. So sehr gestört ist das ja gar nicht.

Das 2x war am Ende meiner zwanziger als ich mein Leben wieder auf die Spur bringen wollte. Situation exakt so wie jetzt. Gab dann halt diverse Mittelchen und Anti-Depressiva und halt die Therapie. Alles abgebrochen. War zu dem Zeitpunkt die richtige Entscheidung. Lief ja alles nach Plan bis es 2-3 Jahre später wieder Richtung Abgrund ging und sich alles wiederholt hat.

Stand jetzt knapp 4 Monate nach Trennung.

Kummer 4/10
Depression 4/10
Drang sich zu melden 3/10 (wird noch passieren, die Frage ist nur wann, darf sie ruhig wissen was hier los ist, nichtmal auf Mitleid)

Immer noch Dro./Alk frei, täglich 1-1,5 Stunden am laufen, immer wenn es körperlich anstrengend wird (Gefühle) irgendwelche Kraftübungen machen (Liegestütz, Kniebeugen, Kettle-Bells bewegen). Kein Fernsehen, keine lustigen Social-Media Videos, wenig Nachrichten.

Quasi habe ich alles auf 0 gebracht. Das soll bis Jahresende so gehen.

"Nichts was ein:
- aufregt
- Freude bereitet
- traurig macht
- zum Lachen bringt
- interessant ist
- abschalten lässt
- einfach nur beschallt
- …. "

Essen, laufen, arbeiten, schlafen. Und dann wieder von vorne. Einfach die Einsamkeit und sich selbst aushalten und ertragen.

Das bringt aber auch Erkenntnisse die überhaupt nicht positiv sind. Ob das auch unbedingt gut ist was ich hier mache ist auch noch so eine Frage. Vieles erscheint ein noch sinnloser. Gerade im Zwischenmenschlichen. Wenn einem bewusst wird wie stumpfsinnig man sein müsste um gut durch zu kommen. Um nicht "einsam" zu sein.

Es ist alles ein Spiel zwinkern

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A


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