Surico
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zum Thema Therapie. Ich bin vor über einem Jahr zur Psychotherapie gegangen, weil ich herausfinden wollte, warum ich mich so ausgebrannt fühle und zu Fressanfällen neige. Da ich gehört habe, dass es schwierig mit Terminen werden kann, war ich zufrieden, dass mich eine vom Hausarzt empfohlene Therapeutin gleich nehmen konnte. Die Gespräche waren soweit ganz nett, haben mich aber nicht wirklich weitergebracht. Sie hat mir immer erzählt, wie ich meine Gefühle Räume geben kann bzw. auch mal stoppen kann, hat mir zu positiven Ablenkung geraten usw. alles Dinge, die mir auch Freundinnen raten würden, bzw. ich mir schon selbst erlesen, erarbeitet habe. Als mein Mann sich dann im März so unerwartet getrennt hat, wollte ich eigentlich die Therapie beenden, weil ich keinen Sinn darin gesehen habe. Natürlich habe ich die Therapie dann aber erst mal fortgesetzt. Da die Trennung sehr unschön verlaufen ist, waren die Gespräche auch erst mal hilfreich. Inzwischen rät sie mir aber wieder meine Trauer zwar zuzulassen, aber einzuschränken. Immer diese Disziplin. Diese Disziplin kann ich leider überhaupt nicht aufbringen.
Eigentlich hatte ich mir von einer Therapie erwartet, dass durch Fragen raus kommt, warum man sich so verhält. Warum ich letztes Jahr ausgebrannt war und Fressanfälle hatte. Warum ich jetzt so tief in meinem Schmerz festhänge, dass ich es gar nicht schaffe alleine rauszukommen bzw. vielleicht eine zu mir passende Strategie zu entwickeln. Was erlebt Ihr in Eurer Therapie bzw. was kann man von einer guten Therapie erwarten? Hätte die Therapeutin vor einem Jahr durch Fragen herausbekommen müssen, was ich verdrängt hatte?