Zitat von Smashed: aber einen harten Entzug packe ich nicht mehr
Ging mir ganz genau so. Die letzten Wochen hatte ich das Gefühl, ich stehe kurz vor einem Herzinfarkt; hatte Herzstolpern, Herzstiche und Atemnot. Abends hatte ich Angst einzuschlafen, weil ich befürchtet habe, dass mein Herz im Schlaf stehen bleibt. Ich habe sogar Kollegen auf der Arbeit informiert, dass ich in letzter Zeit diffuse Herzschmerzen habe (den Grund dafür habe ich nicht genannt, sie wissen nichts von der Trennung), damit sie dies dem Rettungsteam übermitteln können, falls ich mal plötzlich zusammenbreche.
Nach jedem Kontakt mit dem Ex waren die Beschwerden kurzfristig verschwunden, selbst wenn wir eine hitzige Diskussion hatten. Hauptsache Kontakt.
Ich denke, es gibt kein Richtig oder Falsch bei der Verarbeitung einer Trennung.
Mag sein, dass das Leid bei der einen oder anderen Methode kürzer dauert; letzten Endes sollte man aber den Weg gehen, der für einen selbst "leichter" ist. Es bringt nichts, sich für eine "bessere" Methode zu entscheiden, wenn man sich gegen diese innerlich so heftig wehrt, dass man das Gefühl hat, daran zugrunde zu gehen.
Vielleicht kann dir eine geführte Meditation helfen, die darauf abzielt, die Gefühle zuzulassen, bewusst zu spüren und anzunehmen anstatt den Schmerz zu lindern.
Ich mache dies jetzt seit einer Woche und fühle mich schon etwas besser.
Dieser brennende Hass in mir wird weniger, weil ich ihn zulasse anstatt zu versuchen, ihn zu unterdrücken, ihn mir zu verbieten oder ihn anderweitig zu kanalisieren.
Die Wut und der Hass dürfen da sein. Und jeder Gedanke und jede Fantasie, die damit einhergehen, dürfen da sein.
Ich nehme meinen Hass an, spüre ihn ganz bewusst und lebe ihn gedanklich für mich aus. Ich verurteile mich nicht mehr dafür und fühle mich nicht mehr schuldig, egal wie H@rdcore meine Fantasie ist.
Am Ende der Meditation komme ich zu des Pudels Kern. Nämlich dass hinter jedem Gefühl -einerlei ob Wut, Angst, Trauer oder Schmerz- Ohnmacht und Hilflosigkeit stehen. Und auch diese gilt es zuzulassen und anzunehmen.
Mir hilft diese Meditation besonders, wenn ich mal wieder den Wunsch verspüre, meinen Ex zu kontaktieren und ihm meinem Hass ins Gesicht zu kotzen. Es gab jetzt seit einer Woche keine beleidigenden Nachrichten mehr von mir.
Vorgestern habe ich es sogar geschafft, eine WA von ihm erst einen Tag später "offziell" zu lesen und gar nicht erst darauf zu antworten. Seine hingeschissenen Mitleids-WhatsAppen kann er sich in die Haare schmieren.
Er möchte mit mir befreundet bleiben? Dann soll er sich mehr Mühe geben, wie ein Freund zu schreiben und nicht nur nichtssagende Ein-Satz-Nachrichten hinzusch@issen, nach dem Motto: Ich melde mich mal bei ihr, damit sie Ruhe gibt.
Fxck you!