Zitat von Plentysweet:Luko, in diesem frischen Trennungsstadium gilt:
"Glück ist, wenn die Katasstrophe eine Pause macht."
Guter Wahlspruch.

Ich überlege zur Zeit ziemlich viel, warum mich das so hart trifft gerade.
Das ist sicherlich die psychische Disposition, da gibt es einfach eine erhöhte Grundvulnerabilität, das ist sicher einfach erstmal so. Da setze ich relativ viel Hoffnung in die hoffentlich bald beginnende Therapie.
Da ist aber auch das folgende, dass ich seit dem Studium eigentlich ziemlich entfremdet lebe. Im Studium wars eine große WG mit vielen Leuten, Kommilton*innen eh.
Im Referendariat war dann einfach so extrem viel Stress, dass keine Zeit war, überhaupt ein Leben außerhalb der Schule zu führen. Das ging dann im ersten Berufsjahr noch so weiter.
Jetzt bin ich seit 5 Jahren in diesem Beruf, alles hat sich eingeschliffen, war auch erstmal okay, in einer sehr ländlich-verschlafenen Region in die Rolle reinzukommen. Aber irgendwie hab ich nicht gemerkt, dass mein Leben dabei immer langweiliger geworden ist. Und dass ich in dieser Stadt, in der ich lebe, einfach nicht Fuß fasse und auch nicht Fuß fassen will. Da leben nämlich wirklich nur Langweiler*innen mit sehr begrenztem Horizont.
Ich beneide ehrlich gesagt alle ein bisschen, die nicht fünfmal in ihrem Leben komplett die Region gewechselt haben und einfach in ein soziales Umfeld reingewachsen sind und in einem guten Ort leben, der ihnen vertraut ist, das kann ein ziemlich großer Schatz sein, der gerade in einer solchen Situation wie die, in der ich jetzt stecke, Halt gibt.
Es ist halt wahnsinnig schwer, so empfinde ich das jedenfalls, sich mit Mitte 30 ein neues soziales Umfeld aufzubauen.
Mein gegenwärtiger Plan sieht erstmal vor, vielleicht umzuziehen. Stuttgart wäre gut. Wenns halt nicht so unfassbar teuer wäre.
Ein bisschen stelle ich zur Zeit auch fest, dass ich in den letzten Jahren sehr ängstlich geworden bin. Ich weiß nicht genau, woran das liegt. Ich werde beim Gedanken an einen Umzug total nervös.
Hm. Gedanken, Impulse, Ratschläge?