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Und wöchentlich grüßt das Murmeltier

Lukrethia
@Löwenzeh ich finde euren Umgang miteinander sehr problematisch. Ihr schafft es beide nicht, offen und ehrlich miteinander zu kommunizieren. Dann herrscht Stille, es kommen wieder vage Annäherungsversuche, halbgare Aussprachen usw usf. Dann staut sich wieder ganz viel an und es kommt zur Explosion.

Also wenn mein Nochmann während unserer Ehe ein einziges Mal "verpiss dich" zu mir gesagt hätte, das wärs gewesen, wirklich. Und aus dem Grund noch dazu! Du weißt nicht mal, wo er sich schlafen legt. Er sagt auch nichts zu dir. Das ist kein Verhalten, das Erwachsene an den Tag legen sollten.

Du bist depressiv und traurig, weinst aber "heimlich". Warum darf er das nicht mitkriegen? Er sollte dich trösten. Das sollte ihm ein Anliegen sein und ich finde, es sollte auch dir ein Anliegen sein, getröstet zu werden. Auch, wenn es mitten in der Nacht ist. Es reicht vielleicht schon, wenn du dich an ihn kuscheln kannst und er dich in den Arm nimmt. Einfach, damit man ein bisschen Geborgenheit spürt, das macht schon viel aus. Und das geht auch im Halbschlaf und ist auch sicher nicht jede Nacht so.

Ihr müsst dringend an eurer Kommunikation arbeiten, die strotzt vor unterdrückter Wut, Unsicherheit, Abwertung und Frust. Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass ihr euch gern habt, aber auf Dauer sind bei so einem Umgang miteinander die Zukunftsaussichten nicht rosig.

Du bist krank und überfordert und er ist als Partner auch überfordert. Weil bei junger Elternschaft sowieso viele schon überfordert sind und das kommt bei euch noch on top. Das ist auch alles legitim, aber ihr solltet euch externe Unterstützung holen. Das kann eine Therapie sein oder die Familienhilfe. Es gibt in Ö vom Jugendamt zum Beispiel Unterstützung in Form von Haushaltshilfe oder jemanden, der stundenweise nach Hause kommt und auf das Kind aufpasst, damit man sich einmal erholen und schlafen kann für ein paar Stunden. Sowas gibt es sicher auch in D.

Es ist traurig, wenn zwei Menschen, die sich lieben, so überhaupt nicht auf eine Ebene kommen können. Du schreibst, dass du nicht verstehst, dass er wütend ist. Ich verstehe das schon, er ist dauerwütend. Und du auch, denn Depressionen haben ja sehr auch oft etwas mit nach innen gerichteter Wut zu tun.

Wut ist per se nichts Ungesundes, aber wenn sie ein Dauerzustand ist, explosionsartig auftritt oder sich unkontrolliert äußert, dann erreicht sie ein ungesundes Level.

Ich hoffe für euch und den kleinen L., dass ihr eure Probleme in den Griff bekommt, alles Gute.

x 4 #121


alleswirdbesser
@Löwenzeh es war zwar nicht deine Frage, aber bezogen auf die Antwort einer anderen Userin - du darfst Mutter sein und dir Zeit für dein Kind nehmen, KiTa, Schule, Hort, das kommt alles noch früh genug, genieße die Zeit, die du uneingeschränkt für dein Kind da sein kannst, sie kommt so nie wieder. Diese Zeit ist für die kindliche Entwicklung essenziell und es ist ganz natürlich, dass man als Mutter sie selbst gestalten möchte und es nicht in fremde Hände geben. Menschen, die es in ihrer Kindheit anders erfahren haben, können es eventuell nicht nachvollziehen oder gönnen es anderen Kindern nicht, keine Ahnung. Bei uns ist die Oma eingezogen und war da, während die Eltern gearbeitet haben. Und dennoch fand und finde ich es andersrum besser, wenn man das realisieren kann. Ich habe die Elternzeit in Anspruch genommen und bereue es nicht. Habe nur auf Minijob Basis bei meinem AG gearbeitet.

„Verspiss dich“ und das im Kinderzimmer, wo du mit ihm nicht rechnen konntest, war absolut unangebracht. Galt das auch für das Kind? Ist ja sein Zimmer.

x 2 #122


A


Und wöchentlich grüßt das Murmeltier

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Fenjal
Ich glaube, dass eine überforderte, gefrustete Mutter nicht gut für ein Kind ist.
Ein Kind älter als 1 Jahr kann durchaus in einer Kita Kontakt mit anderen Kindern aufnehmen, neue Eindrücke sammeln und auch soetwas wie Gemeinschaft erleben, bereichernd eben.

In dieser Zeit kann die Mutter durchatmen, Sport machen, Haushalt in aller Ruhe erledigen, oder shoppen, Kosmetik, Abwechslung erleben, das hebt die Stimmung und führt aus dem Haus.

x 3 #123


alleswirdbesser
Ich weiß ja nicht wie es heutzutage ist, aber muss man nicht berufstätig sein, um für ein einjähriges Kind einen KiTa Platz zu bekommen? Bezahlen muss man das dann auch. Wovon, wenn man nicht arbeiten geht? Und sobald man wieder arbeitet, dann ist nichts mit Gym, Shoppen und Kosmetikerin in der Zeit (was ebenfalls Geld kostet), man ist froh das Kind rechtzeitig abholen zu können, wenn es nicht gerade einen Ganztagsplatz hat. Ich glaube jedenfalls, dass der Anspruch auf einen Platz mit Berufstätigkeit begründet sein muss und nicht mit der Freizeitgestaltung der Eltern.

x 2 #124


B
Zitat von Löwenzeh:
Ich muss mal wieder weinen

Wirst du aktuell engmaschig psychologisch betreut, hast du mit deinem Arzt über deine anhaltenden Heulattacken gesprochen, vielleicht hat der Hormonwirbel um Schwangerschaft und Geburt deine Psyche so durcheinander gewirbelt, dass du medikamentös anders eingestellt werden solltest. Was sagt dein Psychiater dazu?
Zitat von Löwenzeh:
Ich weine lautlos und ich erwarte nichts. Musst mich nicht trösten oder zur Kenntnis nehmen, ich würde sogar lautlos die Nase hochziehen, aber das kann ich nicht.

Bist du sicher, dass du nichts erwartest? Mein Eindruck ist, eure Paarkommunikation über Gefühle und Bedürfnisse ist derartig am Boden, dass ihr euch gegenseitig passiv-aggressiv manipulativ versucht, aus der Reserve zu locken.
Zitat von Löwenzeh:
Mein Mann folgt mir in die Küche und will wissen, was ich denn habe.
Ich sage, wenn ich`s erklären muss, hat es keinen Wert und er solle mich bitte in Ruhe lassen.

Warum formulierst du nicht deine Enttäuschung klar und verständlich, so dass dein Mann zumindest den Hauch einer Chance hat, darüber nachzudenken. Stattdessen schweigst du dich aus, bist enttäuscht, dass er deine Gedanken und Gefühle nicht lesen kann und die nächste Krise ist angezündet. Dass euer Junge in diesem Spannungsfeld entspannt und zufrieden sein kann, ist nicht sehr wahrscheinlich, oder?

x 6 #125


Z
Ihr seid also weiterhin völlig übermüdet. Dein Sohn schläft immer noch im Beistellbett im Elternschlafzimmer mit euch beiden? Und nachts gibt es dann Fläschchen? Und alle drei sind dann wach. So einige Stunden.
🤫

x 2 #126


Löwenzeh
Zitat von Brightness2:
deine anhaltenden Heulattacken

Sind gelegentlich 5 min in denen ich durchaus handlungsfähig bleibe. Ich mache die Dinge dann halt weinend und so oft ist es nicht.
Ich habe jetzt eine Mutter-Kind-Kur beantragt. Psychologische Unterstützung habe ich seit vielen Jahren durchaus erfolgreich nicht und wenn dann möchte ich auch nicht wieder die einzige sein, die hier an sich arbeitet, so wie es seit jeher zu sein scheint.
Zitat von Brightness2:
Warum formulierst du nicht deine Enttäuschung klar und verständlich, so dass dein Mann zumindest den Hauch einer Chance hat, darüber nachzudenken.

Habe ich bisher immer gemacht.
Gesagt, was mich verletzt hat, warum und dass ich eine Entschuldigung möchte.
Er ist erwachsen. Ich wünsche mir die Sozialkompetenz, die er jedem abspricht, sonst nichts

#127


B
Zitat von Löwenzeh:
Psychologische Unterstützung habe ich seit vielen Jahren durchaus erfolgreich nicht und wenn dann möchte ich auch nicht wieder die einzige sein, die hier an sich arbeitet, so wie es seit jeher zu sein scheint.

Das klingt für mich trotzig. Wenn du das einfach nur für dich und dein Wohlbefinden angehst, ist das nicht genügend Anlass für dich, völlig abgesehen von seinen Maßnahmen? Was würdest du sagen, wenn deine beste Freundin dir das schildert, würdest du ihr nicht empfehlen, ihren Trotz abzulegen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die ihre Psyche wieder in ein Gleichgewicht bringen können? Für dich. Nicht für andere.
Zitat von Löwenzeh:
Er ist erwachsen.

Auf dem Papier seid ihr beide erwachsen. Benehmt euch beide nicht entsprechend. Für euer Kind ist zu wünschen, dass sich das auch irgendwann in eurem Verhalten widerspiegelt. Dafür tragt ihr beide gleichermaßen Verantwortung. Auch mit eurer Überforderung umzugehen.

x 3 #128


D
Zitat von Löwenzeh:
Ich habe jetzt eine Mutter-Kind-Kur beantragt

Super! Hoffentlich wird sie bald bewilligt.
Zitat von Löwenzeh:
dann möchte ich auch nicht wieder die einzige sein, die hier an sich arbeitet, so wie es seit jeher zu sein scheint.

Ea kommt einem oft so vor, dass die eine Seite an sich arbeitet, um besser mit der Seite klarzukommen, die nicht an sich arbeitet. Besser wäre, meiner Meinung nach, sich dieser Seite nicht mehr auszusetzen. Aber du möchtest unbedingt mit ihm zusammenbleiben, oder?
Alles Gute und viel Kraft bis zur Kur.

x 3 #129


Löwenzeh
@Deejay
Unbedingt, na ja, in solchen Momenten bin ich im Kopf immer schon bei Trennung, Scheidung und Wohnungssuche.
Und ich weiß einfach nicht: ist das jetzt Flucht oder nötig? Ich will mich weiterentwickeln, kann ich das (nicht?) mit ihm? Ist es besser oder schlechter?

Er wirft mir nun vor, für seine Gefühle sei nie Raum, dass ich alles mit meinen okkupiere. Kann das sein? Ich denke, ich bin durchaus raumeinnehmend...
Im positiven wie negativen.

Aber er redet von Dauerbelastung, geht 30 Std arbeiten und macht dann quasi gar nichts. Dass seine Eltern alle zwei Wochen ihren Enkel besuchen wollen, ist zu stressig. Die bringen Essen mit und ich hab mal eine Stunde die Hände frei, weil sie mit L. spielen!
Nach zwei Stunden gehen sie unaufgefordert. Ich kenne keinen Besuch, der mir lieber wäre und sagte meinem Mann das auch.

Er hat seiner Mutter gesagt, alle drei Wochen lieber. Und ich denke mir, meine Welt, die ich auf ihn fokussiert hatte, wird zu klein.
Mein Kind braucht auch andere Menschen um sich und von meinem Gesocks kommt keiner mal rum.
Außer Oma, die fünf Stunden sitzen bleibt und mir da einfach keine Bereicherung ist.

x 1 #130


Löwenzeh
Ich habe Angst, etwas Gutes wegzuwerfen - aus Trotz, Sprachlosigkeit, Überforderung.
Ich denke, das kann man doch klären?
Zugleich bin ich die ständig nötigen Klärungen auch leid.
Es könnte alles so einfach sein...

#131


B
Zitat von Löwenzeh:
Ich habe Angst, etwas Gutes wegzuwerfen - aus Trotz, Sprachlosigkeit, Überforderung.
Ich denke, das kann man doch klären?

Wahrscheinlich kommt ihr nicht aus diesem Wust an gegenseitiger Überforderung, Sprach- und Hilflosigkeit raus. Habt ihr mal daran gedacht, euch einen Mediator zu suchen, einen Therapeuten, der euch hilft eure Kommunikation auf einen vernünftigen Level zu heben? Liebe ist ja wohl beiderseits da, es wäre schade, wenn es nun an diesen blöden Alltagssachen, Trotz und Überforderung scheitert. Ihr könnt lernen, vernünftig zu kommunizieren, die Wünsche und Bedürfnisse gegenseitig anerkennen. Um deine Depression solltest du dich allerdings prioritär kümmern. Sei dir wichtig genug.

x 3 #132


Fenjal
Um ehrlich zu sein, wenn ich dich lese, kommt bei mir ein Hauch von mimimi an.
Dieses Kind scheint dich an der Leine zu führen, 100% Präsenz deinerseits muss gegeben sein, dass sich dieser Einjährige wohlfühlt?
Oder ist das mehr der Gedanke von dir, Leute, was mach ich für einen Job, sogar nachts komm ich nicht zur Ruhe, mein Mann ist nur genervt, hilft nicht, weh mir? Ständig bin ich müde, kleine Anlässe führen zu 5 minütiger Heulattacke, Himmel hilf.

Aus meiner Erfahrung liegt der Hund bei dir begraben, du bist nicht bereit etwas in deiner Routine zu ändern.
Einfach 4h morgens Kita,... Zeit für dich, das Kind kann auch von anderen bespasst werden, was ihm gut tun würde.
Wenn man mit Situationen unzufrieden ist, heult man nicht andere voll, sondern sucht nach Lösungen, die hast du, nur du bist nicht bereit deinen Mutterthron zu verlassen um mehr an dein Frausein oder deine Interessen zu denken.
Anmeldung in der Kita, ab mit ihm unter die Kinder und du atmest durch, dein Nervenkostüm glättet sich und auf Paarebene geht die Waagschale in deine Richtung.

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alleswirdbesser
Zitat von Fenjal:
Einfach 4h morgens Kita,...

Hast du dich schon über die Kosten informiert? Beim fehlenden Einkommen eines Elternteils?
Zitat von Fenjal:
Anmeldung in der Kita,

Die Wartezeiten sind dir auch bekannt? Oder meinst du das ist immer ein Platz frei, falls eine Mutter ins Gym möchte?

x 2 #134


Fenjal
@alleswirdbesser sicher, wenn man Veränderung anstrebt sehen einige immer nur aber, aber, aber.
Daher lohnt es sich nicht nach Lösungen zu suchen, bleibt man lieber hocken und heult, echt Frau, wer so durchs Leben geht, kann einpacken.

x 3 #135


A


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