@Wolfstanz
Entschuldige die späte Antwort.
Ich beschäftige mich ungern mit negativen Emotionen und Situationen... Ausweicherirtis, wie du sagst.
Vielleicht antworte ich danach auch wieder nicht; das Recht behalte ich mir vor, sowie auch niemand gezwungen ist, mir zu antworten.
Ich muss meine Weiterentwicklung in meinem eigenen Schneckentempo vollziehen.
Dein Text traf ziemlich ins Schwarze, deshalb ... hab ich mich lieber mit anderer Leute Problemen beschäftigt.
Zitat von Wolfstanz: Er scheint grundlegend bequem, vielleicht faul, drückt sich wohl gerne vor seiner Verantwortung.
Ja.
Zitat von Wolfstanz: Du: Seit langem schon überfordert und überlastet, weil Du Dich, wohl zu Recht, im Stich gelassen fühlst. Nicht unerhebliche Probleme bei der Emotiinsbewältigung und Kontrolle. Auch die Impulskontrolle hat Defizite (Türen knallen), zudem ein hohes Maß an Aggressivität.
Ja.
Zitat von Wolfstanz: Das T. immer wieder droht "Ich nehme L und Du siehst uns nie wieder"
Nicht immer wieder: zweimal.
Und dabei ist es geblieben. Ich habe darüber mehrfach mit ihm gesprochen. Ihm auch das Zugeständnis abgerungen, dass er weiß, wer hier alles für das Kind macht und wo es am besten aufgehoben ist. Das war mir wichtig zu hören, ob er das weiß/so sieht.
Es waren emotionale Ausnahmesituationen, die, definitiv, wiederkehren könnten.
Zitat von Wolfstanz: macht offensichtlich, daß er sich bereits mehr als einmal Gedanken über Trennung gemacht hat
Ja, immer wieder spricht einer von uns beiden in Streitereien das Thema Trennung/Scheidung/Auseinanderziehen an.
Anfangs (der Beziehung) war ich das ,glaube ich, häufig.
Er hat aber große Verlustängste und ich dachte irgendwann, dass mein Verhalten kontraproduktiv sei, dass ich jedes Mal die Mauer hochgehen sehe, wenn ich diesen Ton einschlage.
Ich ließ es und plötzlich war er es, der in jedem Streit damit anfing.
Das verunsicherte mich extrem; ich denke eigentlich, dass er mich absolut nicht verlassen will.
Zitat von Wolfstanz: Was für Gedanken machst Du Dir?
Dass ich ihn auch nicht verlassen will.
Dass es besser geworden ist.
Beide haben wir mittlerweile in schwelenden Konflikten deeskalierend gewirkt.
Und wenn es doch zum Streit kommt, dann legen wir ihn schneller bei (ein halber Tag statt zwei voller, grob geschätzt).
Das ist scheinbar mein Verdienst und Verschulden. Ich versuche, eher auf ihn zuzugehen, Gedanken zu benennen und nicht mehr ewig zu schmollen, weil ich emotional überfordert bin. Er lehnt zwar gerne ein Gespräch ab; er braucht auch seine Zeit. Aber ich habe gelernt, dann nicht zu warten, zu brodeln, zu fordern.
Ich neige zum emotionalen Fatalismus. Haben wir Streit, ist alles sch.. Haben wir keinen, ist alles gut.
Ich weiß um die Extremheit meiner Gefühlswelt; ich kann es bestenfalls regulieren, nicht abschalten.
Grundlegend passen mir einige Dinge nicht recht zusammen bei uns. Vielmehr missfallen mir Dinge in T.s Verhalten.
Veränderbare Verhaltensweisen und selbstauferlegte Einschränkungen, die meiner Meinung nach auf Sozialphobie fußen.
T. geht eigentlich nur zur Arbeit. Allein mit dem Kind ist keine Option.
Ich würde so gerne mal einen Spaziergang abtreten. Aber er kommt höchstens mit. Und ist dabei unentspannt und fernab von Leichtigkeit.
Ca. 10 gemeinsame Spaziergänge in 20 Monaten (Kind L. ist 20 Monate alt).
Anfangs wünschte ich mir Unterstützung dabei, in die neue Rolle zu finden; ich hatte auch Hemmungen mit dem Kind alleine rumzurennen. Plus bleischweres Körpergefühl nach 30 kg Gewichtszunahme und Kaiserschnitt.
Ich bin alleine reingewachsen. Hab alleine mein Kind Tag für Tag vom dritten Stock in den Keller geschleppt, den Kinderwagen vom Keller nach draußen und ab dafür.
Jetzt wünsche ich mir, T. würde das alles sehen. All diese schönen Spielplatzmomente, die das ganze Mühsal erst wert machen. Und er verpasst soviel. Nicht nur wegen der Arbeit, das ist nunmal notwendiges Übel.
Wegen der Tatsache, dass er nicht mit uns rauskommt.
Ich bedränge ihn schon lange nicht mehr; ich brauche keinen zum Rausgehen. Und wenn ich ehrlich bin, bin ich lieber alleine draußen. T. ermahnt und sorgt sich; ihm ist zu lautes, ausgelassenes Verhalten unangenehm, nicht nur seines, auch meines. Und ich bin nunmal und ich bin es gerne, laut und ausgelassen.
Er mag das schon auch; ich denke, dass er meine Begeisterungsfähigkeit liebt. Aber sobald öffentlicher Raum ins Spiel kommt, ist er nicht mehr ganz bei mir; er ist bei allem und allen. Sieht alles, hört alles, riecht alles. Er ist sehr geruchsempfindlich und beschwert sich, dass es nach Zwiebeln stinkt, wenn er heimkommt.
Wie oft hab ich schon gesagt: Ich würde mich freuen, wenn ich heimkäme und es DUFTET nach Essen!
Solche Sachen stören mich.
Die Vorhänge macht er ständig zu, fühlt sich beobachtet von allen Seiten, duscht ohne Licht. Wegen der Silhouette.
Muss sich komplett ordentlich anziehen, um kurz Müll rauszubringen (oder lieber morgen machen, jaja), will die Haustür nicht öffnen in Jogginghose bei Lieferant, Paketbote &Co. Mann. Ich würde ihm so gerne seine kleine Welt leichter und heller machen, aber er will nicht. Und natürlich ist es nicht meine Aufgabe, aber ich liebe ihn. Er soll glücklich sein.
Nichts, was man nicht lösen könnte, aber auch nichts, an dessen Lösung hier irgendwer feilt.
Die beste Idee war es eine Gästematratze zu kaufen und das Kind in sein Zimmer zu stecken. L. schläft kein Stück besser und für mich ist es eigentlich nur schlechter; ich liege ziemlich bescheiden auf hartem Untergrund oder habe Weg zu überbrücken.
Es entstand mal wieder aus Streit heraus und ich hatte vor, nie wieder ins Schlafzimmer zu kommen.
Nach ein paar Tagen tat mir alles weh von dem unbequemen Ding, also doch wieder im Bett schlafen.
Mittlerweile bleibe ich meist um Mitternacht oder 2 Uhr im Kinderzimmer liegen, so kann T. bis 4/5 Uhr noch etwas ungestört schlafen vor der Arbeit und ich hab nach viermal laufen eh keine Lust mehr auf Raumwechsel.
Seither keine nächtlichen Konflikte mehr.
Ich kann in dieser empfindlichen Nachtphase ungestört weinen, wenn ich das brauche (und es IST einfach unglaublich frustrierend, wenn man mit totalem Schlafdefizit im Zwei-Stunden-Takt geweckt
wird, dreimal, viermal, fünfmal und am besten noch mit Wachliegen, obwohl todmüde und der Morgen naht).
Er kann in dieser empfindlichen Nachtphase , ein, zwei Stunden vorm Aufstehen zur Arbeit bestenfalls ungestört weiterschlafen.
War jedenfalls eine gute Idee.
Quasi mein Update. So weit erstmal.