Löwin45
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Zitat von KPeter:Niemand hat dich gezwungen ihn wieder aufzunehmen. Es war DEINE Entscheidung und ich gehe davon aus, dass du die nicht getroffen hast, um ihm einen Gefallen zu tun, sondern dass du es DEINETWEGEN getan hast.
Genau das bringt es auf den Punkt.
Eine Affäre zu verzeihen und es erneut zu versuchen, ist eine Entscheidung die der Betrogene auch für sich selbst trifft - mit allen Konsequenzen.
Mein Partner ist NICHT für eine mein Lebensglück verantwortlich.
Das ist sicherlich schwer zu akzeptieren. Es ist aber eine wichtige Erkenntniss.
Wenn ich mich aber dazu entschließe meinen Lebensweg weiterhin gemeinsam mit meinem Mann zu gehen, dann treffe ich diese Entscheidung vorrangig ja auch für mich.
Ja klar, wenn ich ihm nicht verzeihen könnte, dann ginge das nicht. Darüber gibt es keinen Zweifel.
Dennoch, Verzeihen ist nicht nur ein mildtätiger Akt sondern beruht in erster Linie auf eigenem Interesse.
Wenn ich nicht verzeihe, dann trage ich Groll in mir, und das vergällt mein weiteres Leben.
Aber wirkliches Verzeihen ist auch schwer. Denn es verlangt auch einiges an Disziplin und Umdenken. Es geht eben nicht um Verdrängen, das so oft stattdessen praktiziert wird.
Wenn ich einem Menschen wirklich verzeihen möchte, dann kann ich diesen nicht bei jedem Streit wieder und immer wieder auf die Anklagebank setzen.
Ja, es stimmt. Die Aufarbeitung einer Affäre war ein sehr schwieriger und schmerzhafter Prozess. Wir sind beide oft an unsere Grenzen gekommen. Aber, letztendlich haben wir uns selbst und uns gegenseitig in einer Tiefe kennengelernt, die uns beiden vorher nicht bewusst war.
Natürlich war ich damals wütend und verletzt, als ich von der Affäre erfuhr.
Selbstverständlich war es mein Mann der in diesem Fall große Fehler gemacht hatte und nicht ich.
Da gab es nie einen Zweifel.
Aber ich habe mich dennoch nie überlegen gefühlt so nach dem Motto: "ICH die Gute und DU der Böse"
Denn so funktioniert es nicht.
Jeder Mensch macht Fehler - auch ich.
Wichtig wären Gespäche auf Augenhöhe. Ich wollte weder in die Rolle des Opfers noch in die Rolle des Richters. Denn beides hätte mir nicht gut getan. Das eigene Wohl dabei im Blick zu behalten, ist aber wichtig.
Viel hing damals von dem ab, was mein Mann an Worten und Taten folgen ließ.
Nun ich konnte ihm verzeihen - mit allen Konsequenzen. Ja, und das habe ich dann für mich getan, auch wenn er davon letztendlich ebenfalls profitiert hat.
Übrigens, ich habe es bis heute nicht bereut, und es ist schon einige Zeit her.
Zitat von KPeter:Nein. Die Zeit heilt da gar nichts. Das müsst ihr schon selber hinkriegen,
Das sehe ich genauso.
Worauf will man denn warten?
Dass man es vergisst?
Das klappt nicht.
Entweder man verzeiht einander oder eben nicht.
Die Zeit ändert da nichts.