Auch wenn mir Deine aktuelle Situation leid tut und ich sehe, dass es Dir nicht gut geht - aber nur bedauern kann ich Dich nicht. Du hast Deinen eigenen Anteil an Deinem Leben und dafür solltest Du Verantwortung übernehmen. Mag ja sein, dass Dein Mann sich blöd verhält, aber er schreibt hier nicht.
Zitat von SugarMami: Mein Mann und ich sind seit 6 Jahren zusammen und seit gut einem Jahr verheiratet.
Ihr seid seit 6 Jahren zusammen. Du damals 23, er 25, wenn ich nach Deinen Angaben richtig rechne. Also grade aus dem Teeniealter raus. Du warst „schon länger“ nicht mehr glücklich, hast ihn aber trotzdem vor einem Jahr geheiratet. Warum?
Zitat von SugarMami: Im August habe ich unseren Sohn zur Welt gebracht (war kein Kind der Liebe, sondern des Kalenders - S. haben wir kaum, es macht mir keinen Spaß)
Das liest sich für mich ganz schlimm: „Kein Kind der Liebe“. Sowas braucht kein neuer Erdenbürger, der ungefragt auf die Welt gesetzt wurde.
Wie soll ich „Kalender-Sex“ deuten? Euer Sohn war trotz fehlender Liebe geplant oder Ihr habt beim auf den Kalender gucken die fruchtbaren Tage nicht richtig beachtet und sowieso auch nicht verhütet?
Zitat von SugarMami: Ich hatte schon Zweifel an der Hochzeit, hätte aber mein Leben mit ihm so gelebt und die Situation so akzeptiert.
Joah, da konntest Du halt nix dafür? Trotz Zweifel mal eben heiraten, weil…? Es vor einem Jahr gereicht hat, Du ein Kind wolltest bzw. es bereits unterwegs war? Dass Du „Ja“ gesagt hast, obwohl Du gezweifelt hast und es „schon länger“ nicht mehr rund lief, ist nicht die Schuld Deines Partners, sondern das hast Du so für Dich entschieden. War vermutlich ein Fehler und den kann man/kannst Du revidieren. Das ginge auch völlig ohne Lug, Betrug und Affäre.
Von mir bekommst Du keinen Orden dafür, dass Du Dein Leben bisher so mit Deinem Mann gelebt und die Situation auch weiter akzeptiert hättest. Mit diesem Vorhaben vergeudest Du Lebenszeit: Deine und die Deines Mannes. Und mittendrin ein Kleinkind, das kein Kind der Liebe ist
Wie schlimm, dass Du so weitergemacht hättest, wenn nicht der rostige Ritter in Form Deines Arbeitskollegen aufgetaucht wäre…
Zitat von SugarMami: Ich habe die Missstände und was mich stört so oft angesprochen, aber es ändert sich einfach nichts.
Nö, ES ändert sich nichts. Was auch? Du kannst das Verhalten Deines Mannes nicht ändern, sondern nur Dein eigenes. Du magst „so oft“ angesprochen haben, was Dich stört - aber irgendwelche Konsequenzen hast Du nie gezogen! Nö, statt dessen noch Hochzeit und Kind.
Jetzt soll Dich der Kollege retten? Aber nur, wenn die Eckdaten stimmen; z. B. eine genehme Wohnsituation samt neuen Partner und neuen Kindern.
Wenn ich so unglücklich wäre in meiner Beziehung, mein Partner - so wie von Dir geschildert - nur noch desinteressiert, lethargisch und fies, dann würde ich meine Ehe klären und notfalls das angebotene Kinderzimmer bei meiner Mutter in Anspruch nehmen. Auch, wenn es da ungemütlich und laut ist.
Ich würde mit meinem Mann sprechen (und zwar ernsthaft! Und mit Konsequenzen), zu einem Fachanwalt für Familienrecht gehen und den Kindesumgang regeln. Eine Scheidung ist bei einer einjährigen Ehe ansonsten relativ problemlos; kein Versorgungsausgleich, eher überschaubarer Ehegattenunterhalt, Kindesunterhalt - Zack, fertig.
Worauf wartest Du? Darauf, dass Dir Dein Arbeitskollege den roten Teppich ausrollt und sich ab da zuständig fühlt für Dein Lebensglück?
Sowohl Du als auch Dein Nochmann seid so jung; ihr habt beide noch alle Möglichkeiten der Welt, um glücklich zu werden. Wenn auch nicht miteinander.