Ich habe meinem Mann seine Affäre verziehen... Darauf basierend beantworte ich deine Fragen aus dieser Sicht:
Zitat von Schaf: - Dauer der Affaire? Kurz versus lang
- Aufgeflogen oder/ Geständnis des Partners?
- Ehrlichkeit beim Geständnis versus Salamitaktik mit Lügen?
- geplantes Fremdgehen versus äußere Umstände wie Alk./ Kollegin/ Gelegenheit/ Fremdverlieben
- reine Sechs Affaire oder mit Gefühlen/ Verliebtheit?
- Dauer der Ehe / Beziehung / gemeinsame Kinder?
- Verhalten des Partners danach?
Die Affäre war lang, viel zu lang. Aber ich denke nicht, dass es für mich weniger schlimm gewesen, wäre sie kürzer gewesen.
Die Affäre hatte er beendet (das war für mich am wichtigsten) bevor ich davon erfuhr. Seine Ex-AF hatte mich Monate später informiert. Damit habe ich ihn dann konfrontiert.
Mir war wichtig, dass er mir dann wenigstens alles sagt. Rückblickend hat er mir zu viel erzählt. Details, die ich lieber nicht gewusst hätte. Ich glaube aber nicht, dass ich alles weiß. Das ist mir jedoch nicht mehr wichtig, da es die Vergangenheit betrifft. Lügen würde ich aber seit Auffliegen wissentlich nicht mehr akzeptieren. Ich reagiere heute bereits allergisch, wenn er einen offensichtlich Spaß macht und dies faktisch eine Lüge ist. Wäre er geplant auf die Suche gegangen und hätte gezielt gesucht, wäre das für mich mit Sicherheit noch schlimmer gewesen. So war es eher ein "Gelegenheit macht Diebe". Immer noch nicht toll, aber nicht so gezielt. Einen Seitensprung mit besoffenem Kopf hätte ich aber vielleicht weniger schlimm gefunden als die Affäre, die er mit einer Kollegin hatte.
Hätte mein Mann eine reine Sexaffäre gehabt, hätte mich das noch mehr getroffen, da ich das erst recht nicht verstanden hätte. Schließlich hätte er zuhause davon soviel haben können, wie er wollte. Die Tatsache, dass wir damals fast 20 Jahre zusammen waren und unsere Kinder betroffen waren, haben mich sicherlich überhaupt nur darüber nachdenken lassen, die Ehe weiterzuführen. Wäre das nach kurzer Beziehung ohne Kinder passiert, hätte ich ihm wahrscheinlich keine 2. Chance gegeben. Aber nicht missverstehen. Ich bin noch bei ihm, weil ich ihn liebe. Nicht der Kinder wegen! Aber natürlich macht man sich bei einer langen Beziehung und Kindern einmal mehr Gedanken, bevor man eine finale Entscheidung trifft.
Die letzte Frage ist in meinen Augen die wichtigste. Hätte mein Mann mir auch nur eine Teilschuld an der Affäre gegeben, wäre ich weg gewesen. Würde er sich beschweren, wenn ich das Thema besprechen will, wäre ich nicht mehr freundlich. Er hat sich von sich aus verändert. Er ist heute ein anderer als damals. Also das Verhalten des Partners danach ist für mich die Grundlage, ob ein Neuanfang gelingen
kann.