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Unterschiedliche Ansichten im Bereich Abgrenzung

FloraVita
Zitat von tauris:
Wer sich im Bett mit dem Partner wie ein Eindringling fühlt, schützt seine Integrität, indem er geht.


Wie war das nochmal mit Selbstregulation? Bisschen einseitig das von einem Kind zu erwarten, einem Erwachsenen aber zugestehen, dass er flüchtet wenn es unangenehm wird, statt zu kommunizieren.
Das zieht sich aber auffällig durch alle deine Beiträge

x 1 #316


E-Claire
Zitat von tauris:
dass das Paar der Architekt der Familie ist.

Aber das trifft ja eben nicht auf Patchwork zu.

Darf ich fragen, woher diese Theorien sind?

#317


A


Unterschiedliche Ansichten im Bereich Abgrenzung

x 3


tauris
@E-Claire


Du hast recht: Patchwork ist ein Prozess und braucht Behutsamkeit, besonders nach einer Trennung. Aber gerade diese Behutsamkeit erfordert Stabilität durch klare Strukturen.
Unabhängig von der Partnerschaft zur TE wäre der Vater Alleinerziehende auch dann bleibt das Schlafzimmer privater Raum des Vaters. Bei Alleinerziehenden besteht oft die Gefahr der Parentifizierung. Das Kind rutscht unbewusst in die Rolle eines Partner-Ersatzes (nicht sexuell, aber emotional)

Ein Schlafzimmer wird in dem Moment zum gemeinsamen Raum des Paares, in dem sie sich entscheiden, die Nacht dort zu verbringen. Indem sie eine Beziehung beginnen. Wer @Liebeleben hier zur ‚Gästin‘ deklassiert, nimmt ihr die Augenhöhe. Wahre Sicherheit für das Kind entsteht nicht durch das Besetzen von Erwachsenen-Räumen, sondern durch verlässliche Grenzen.

Es ist ein Unterschied, ob ein Kind Trost braucht oder ob eine 14-Jährige einen Platz besetzt, der symbolisch für die Paarebene steht. Erziehung bedeutet für mich, dem Kind zuzumuten, eigene emotionale Stärke zu entwickeln, statt es in einer kindlichen Rolle zu fixieren. Zum Beispiel durch schrittweises Entwöhnen aus dem Elternschlafzimmer(Schlafzimmer des Vaters) umsiedeln auf die Couch oder andere Rituale.

Ich bin in einem alten Bauernhaus aufgewachsen bei meinen Großeltern- mein Opa hatte eine Klingel installiert- wenn ich Nachts einen (Nähe)Notfall hatte, habe ich geklingelt.

x 3 #318


ElGatoRojo
Zitat von E-Claire:
Es ist das Schlafzimmer des Vaters. Dieser kann sich, so sich das Paar darüber einig ist, langsam über die Zeit in ein gemeinsames Schlafzimmer entwickeln. Das alleinige hin und wieder Übernachten der neuen Freundin macht aus diesem Zimmer aber nicht einfach mal so, deren gemeinsames.

Da gibt es offensichtlich verschiedene Auffassungen. In dem Moment, wo Monogamie und Exclusivität vereinbart ist hat man eben auf den privaten Status des Rückzugsraumes zu achten. Es ist eine Frage des Respektes für den Partner.
Zitat von E-Claire:
Die tatsächliche Frage, ob dass der TE reicht oder dieses Unbehagen sich nicht eben doch auch aus anderen Motiven speist,

Sollte man wirklich hier auch noch dieses Fass aufmachen nach dem doch schon im ersten harmloseren so viel Gährung war? 🤔

x 1 #319


tauris
@FloraVita

Selbstregulation bedeutet nicht, Grenzüberschreitungen klaglos auszuhalten, bis man sich im eigenen Beziehungsraum fremd fühlt. Wahre Selbstregulation bei Erwachsenen bedeutet, die eigenen Grenzen zu kennen und sie konsequent zu kommunizieren.

Niemand erwartet von der Tochter, dass sie sich ‚alleine‘ reguliert, ohne dass man es ihr beibringt. Aber es ist die Aufgabe des Vaters, sie dabei zu unterstützen.
Einem Kind beizubringen, im eigenen Bett zu schlafen, ist ein Akt der elterlichen Fürsorge. Es gibt dem Kind die Sicherheit: ‚Ich traue dir zu, dass du das schaffst.‘
Wenn der Vater stattdessen die Partnerin aus dem Bett ‚vertreibt‘ (indem er zulässt, dass die Tochter den Platz beansprucht), reguliert er nicht das Kind, sondern er opfert die Paarebene, um kurzfristig Konflikten aus dem Weg zu gehen.
Es ist auffällig, dass hier konsequent so getan wird, als sei das Einfordern von Privatsphäre ein Angriff auf das Kind. In Wahrheit ist es die Voraussetzung für ein funktionierendes System. Wer den Erwachsenen den Schutzraum abspricht, nimmt dem gesamten System die Stabilität

x 4 #320


Plentysweet
Also, wenn das die Regel wird, dass die Tochter mit 14 Jahren im gemeinsamen Paarbett schläft, dann ist das alles andere als normal und gesund.
Im ersten Thread hatte ich noch dafür plädiert, weil es nach Ausnahme klang und danach, die Tochter langsam an die neue Lebenssituation zu gewöhnen.
Zur Regel sollte das wirklich nicht werden. Aus Gründen, die hier alle schon standen.

x 3 #321


tauris
@E-Claire

Liebe @E-Claire - natürlich kannst Du fragen -
Off Topic
Kleiner Ausflug in die systemische Familientherapie: „ Die Paarbeziehung ist die Achse, um die sich alle anderen Familienbeziehungen drehen.“ Virginia Satir Theorie vom Dreieck oder so ähnlich.
Das Paar bildet die „Exekutive“. Wenn die Architekten (die Erwachsenen) sich nicht einig sind, wo die Wände stehen, stürzt das Haus für die Kinder ein. Die Kinder spielen die Erwachsenen gegeneinander aus - um mal ein Beidpiel zu nennen - dann sind die Kinder die Exekutive. Auch wenn die Partner nicht die leiblichen Eltern aller Kinder sind, bilden sie das Führungsteam. Wenn dieses Team keine Einigkeit über den Schutzraum (das Schlafzimmer) hat, gerät das Kind in einen Loyalitätskonflikt oder in eine Machtposition, die es völlig überfordert.

Bert Helliger - ähnliche Theorie - Name vergessen ( bin da jetzt auch zu faul das rauszusuchen. Persönlich interessant fand ich noch Salvadore Minuchin, er unterscheidet strikt zwischen dem Paar-Subsystem und dem Eltern-Subsystem.
Häufiges Problem im Patchwork- Oft wird nur noch im „Eltern-Modus“ agiert. Das Paar-Subsystem (Intimität, Exklusivität) wird vernachlässigt. Ich persönlich sehe das Grundsätzlich häufig als Problem und nicht nur im speziellen in Patchwork-Beziehungen.

x 3 #322


FloraVita
Zitat von tauris:
Wahre Selbstregulation bei Erwachsenen bedeutet, die eigenen Grenzen zu kennen und sie konsequent zu kommunizieren.


Eben! Wegzulaufen und das beinahe wortlos, mitten in der Nacht, ist jedoch keine Kommunikation die eines Erwachsenen würdig ist. Erst recht nicht eines Erwachsenen, der der Selbstregulation mächtig ist.

Zitat von tauris:
Selbstregulation bedeutet nicht, Grenzüberschreitungen klaglos auszuhalten, bis man sich im eigenen Beziehungsraum fremd fühlt.


Hat weder das Kind, noch der Vater erwartet. Mehr noch: sie waren einsichtig und sind den Kompromiss eingegangen.

Zitat von tauris:
Einem Kind beizubringen, im eigenen Bett zu schlafen, ist ein Akt der elterlichen Fürsorge. Es gibt dem Kind die Sicherheit: ‚Ich traue dir zu, dass du das schaffst.‘


Das muss dem Kind hier beigebracht werden?

#323


S
Zitat von Plentysweet:
Im ersten Thread hatte ich noch dafür plädiert, weil es nach Ausnahme klang und danach, die Tochter langsam an die neue Lebenssituation zu gewöhnen.

Das war aber nicht so, wenn die TE nicht da war, durfte die Tochter bei ihren Vater schlafen.

Zitat von Plentysweet:
Also, wenn das die Regel wird, dass die Tochter mit 14 Jahren im gemeinsamen Paarbett schläft, dann ist das alles andere als normal und gesund.

Solche Aussagen finde ich sehr befremdlich...
...wer bestimmt, dass das nicht gesund ist?

x 3 #324


ElGatoRojo
Zitat von tauris:
Einem Kind beizubringen, im eigenen Bett zu schlafen, ist ein Akt der elterlichen Fürsorge. Es gibt dem Kind die Sicherheit: ‚Ich traue dir zu, dass du das schaffst.‘

👍🎯

Vielleicht sollte man dem Vater mal beibringen,. dass er diese Aufgabe schon vor fünf Jahren hätte beenden sollen -- so dass es jetzt wirklich Zeit wird, damit konsequent weiter zu machen

Zitat von tauris:
Das Paar-Subsystem (Intimität, Exklusivität) wird vernachlässigt. Ich persönlich sehe das Grundsätzlich häufig als Problem und nicht nur im speziellen in Patchwork-Beziehungen.

🎯

x 2 #325


Plentysweet
Zitat von Schnuddel74:
wer bestimmt, dass das nicht gesund ist?

In meinem Wertesystem ist das nicht gesund. Es handelt sich hier nicht um ein Kleinkind, sondern ein geschlechtsreifes Mädchen.
Sry, aber in meiner Welt und ich denke in der von vielen anderes ist das beinahe unsittlich, wenn so ein Zusammenschlafen wirklich zur Gewohnheit wird.
Du darfst auch nicht vergessen, dass hier die Partnerin mit im Spiel ist. Wäre es die leibliche Mutter, wäre es auch nochmal anders i.S. von Familienbett oder so. Aber selbst, dann, ne.
Oder wäre es eine Kommune oder Naturvolk, was weiß ich.
Hätte mein Partner seine Teenietochter ständig mit im Bett, no way: Ich wär weg.

x 4 #326


HeavyDreamy
Zitat von Plentysweet:
sondern ein geschlechtsreifes Mädchen.

welche aber laut TE noch kindlich ist - also?

x 2 #327


S
Zitat von Fenjal:
Katzen fasse ich grundsätzlich nicht an, nur dann wenn sie sich gestreckt haben, um ehrlich zu sein.

Nur wenn sie sich gestreckt haben, oder auch wenn sie einen Katzenbuckel gemacht haben? Wobei, sie machen ja eigentlich oft beides hintereinander.

Ich finde es auch schön, wenn Katzen sich nach einem Schläfchen strecken. Es sieht so wohlig aus. 🥰

x 2 #328


ElGatoRojo
Zitat von Plentysweet:
Also, wenn das die Regel wird, dass die Tochter mit 14 Jahren im gemeinsamen Paarbett schläft, dann ist das alles andere als normal und gesund.

Zitat von Schnuddel74:
Solche Aussagen finde ich sehr befremdlich... ...wer bestimmt, dass das nicht gesund ist?

Ich will ja nun nicht anfangen mit Altmeister Freuds "Totem und Tabu". Aber es sollte doch schon jedem klar sein, dass ein Mädchen mit 14 Jahren kein Kind im asexuellen Sinne mehr ist. Und dem Kind das Gefühl für Autonomie zu geben ist Sache des Vaters -- und zwar altersgerecht und rechtzeitig. Sich über seine so anhängliche Tochter zu freuen sei ihm meinetwegen gegönnt - ist aber auch gewisser Egoismus von ihm. Auch Eltern sollten zeitgerecht loslassen.

x 5 #329


alleswirdbesser
Zitat von tauris:
Ich persönlich sehe das Grundsätzlich häufig als Problem und nicht nur im speziellen in Patchwork-Beziehungen

Ich auch. Ich habe es hier schon mehrmals erwähnt, Eltern, die nicht getrennt und alleinerziehend sind, würden die kinderfreien Wochenenden, die ein Alleinerziehender Elternteil, meist die Mutter, regelmäßig hat, gut tun. Ich habe das auch erst festgestellt, als ich mich damit abgefunden hatte. Hätten wir das früher gehabt, wer weiß wo wir jetzt wären, mein Exmann und ich. Stattdessen war ich total stolz darauf unsere gemeinsamen Kinder so gut wie ohne Unterstützung der Großeltern rund um die Uhr selbst betreuen zu können. Bei meinem Sohn aus der ersten Ehe war das noch anders, ich war sehr jung, nach kurzer Zeit geschieden. In Ausbildung, meine Eltern waren seine Zweiteltern quasi. Auch hatte ich damals für Pärchen Zeit gesorgt, den ersten Urlaub mit meinem zweiten Mann habe ich ohne Kind verbracht, da war mir reine Paarzeit noch wichtig. Als wir dann gemeinsame Kinder bekamen, ging das ziemlich unter, denn ich wollte es diesmal anders machen, denn schließlich waren wir beide Eltern dieser Kinder - keine freien Wochenenden (Nur sehr selten für die Partys), die Kinder waren immer da. Ein Jahr vor der Trennung bin ich mit drei anderen Frauen in Urlaub gefahren für vier Tage. Das war ein tolles Erlebnis, so ganz anders, wenn man nur sich im Fokus hat. Die Erholung ist eine ganz andere.

x 3 #330


A


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