Zitat von tauris: Team Katze
Verstehe ich deine Antwort hier so, dass du mit einer Katze im Bett schläfst? Wäre deiner Theorie nach nicht deine Autonomie erheblich gestört, wenn dem so wäre? Oder ist die Katze Teil deiner Paarbeziehung?
Zitat von tauris: Wahre Autonomie bedeutet auch, die eigenen Emotionen und die nächtliche Ruhe alleine halten zu können
Was die Tochter auch kann. Als sie aus dem Bett des Vaters sollte, wenn die TE anwesend ist, hat sie dies klaglos verstanden und hält sich daran. Das könnte sie nicht, wenn ihr Selbstregulation nicht möglich wäre. Eine Regulation, zu der die TE nicht fähig war, sprang sie doch mitten in der Nacht fluchtartig aus dem Bett, um nach Hause zu fahren.
Etwas nicht können oder etwas lieber haben, sind zwei verschiedene Dinge. Hier wird die Abgrenzung der TE zur Projektionsfläche auf die Tochter.
Zitat von tauris: Das ist ein interessanter Exkurs in die Kulturgeschichte.
Und mein Beitrag war auch kein kultureller Exkurs. Sondern sollte aufzeigen, dass es nicht dem natürlichen Verhalten von Menschen entspricht alleine zu schlafen. In Ermangelung von Geschwistern wird hier halt beim Vater geschlafen.
Menschen sind Herdentiere, die sich durch die kognitiven Errungenschaft zwar von ihrem ursprünglichen Verhalten abkoppeln können, dennoch steckt das noch tief in uns drin. Alleine schlafen, alleine Leben, sich alleine versorgen läuft dem eigentlichen Verhalten komplett entgegen. Was einige Zivilisationskrankheiten zur Folge hat. Die Suche nach Bindung, entspricht dem ersten Überlebensinstinkt eines Babys. Die Autonomie kommt später und ist zwar wichtig, aber nicht ans Überleben gekoppelt. Bindungsstörungen sind dann vorhanden, wenn die Bindungsphase gestört war. Wenn Bindung keine Sicherheit bedeutet hat. Autonomie kann nur in einer sicheren Bindung wachsen. Bindung ist damit ein zentrales Element menschlichen Seins. Alleine sein können ist es nicht.
Zitat von tauris: In Kulturen, in denen Familien in einem Raum schlafen, existieren dennoch extrem strikte soziale und psychologische Tabus und Schranken, die die Intimität der Eltern schützen.
Dem würde ich aus meinen Erfahrungen widersprechen. Dafür hätte ich auch gerne eine Beleg.
Zitat von tauris: Ein 14-jähriger Mensch ist kognitiv und emotional kein Kleinkind mehr.
Das ist klar. Aber das bedeutet nicht, dass sie bereits in die lösende Phase der Pubertät eingetreten sein muss.
Zitat von tauris: Wer die Paarebene nicht schützt, opfert am Ende die Stabilität des gesamten Systems – und damit genau die Sicherheit, die das Kind eigentlich sucht.
In erster Linie sollte die Familie geschützt werden. Dann kommt die Paarebene. Wer das andersherum handhabt, zeugt kranke, bindungsgestörte Erwachsene, die sich an ihre Paarebene klammern, weil sie (wie du ja selbst schreibst) in sich keine Sicherheit verspüren.
Sicherheit und Selbstregulation sind das Ziel. Kinder müssen das Lernen. Ein erzwungener Prozess, wie es früher im Sinne von "lasst das Kind schreien, dann lernt es sich zu regulieren" gelebt wurde, ist dabei grundfalsch und auch wissenschaftlich völlig überholt.