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Unterschiedliche Ansichten im Bereich Abgrenzung

Waris07
Hier wird mit fachlicher Begrifflichkeit aus der reinen Schilderung der TE eine sehr weitreichende
Vater-Tochter-Dynamik abgeleitet. Für mich fehlt dabei die nötige Differenzierung und Zurückhaltung bei so einer einseitigen Datenlage.
Man hält hier im Grunde nur 1(!) Puzzleteil in der Hand (die Schilderung der TE) und leitet daraus ein vollständiges Gesamtbild ab (?)
Das erscheint mir sehr weitgehend und schwer abgesichert.

x 4 #256


S
Zitat von ElGatoRojo:
Warum willst du missverstehen?

Weil er es so geschrieben hat.

Zitat von ElGatoRojo:
Es kommt doch eher darauf an, wie Aussenstehende urteilen.

Das verstehe ich nicht - entweder ist es Missbrauch, oder es ist kein Missbrauch.

Zitat von ElGatoRojo:
Und mit Tochter und Vater ist eben mehr Aufregungspotential.

Nein, es spielt doch gar keine Rolle...
...es spielt nur die Rolle, ob das Kind noch ein Bedürfnis danach hat, oder eben nicht. Ich meine, ich sehe doch mein Kind nicht sexualisiert, oder so.

Ich würde genauso mit meiner Tochter kuscheln, wenn ich eine hätte und die das wollte - warum denn auch nicht?

x 5 #257


A


Unterschiedliche Ansichten im Bereich Abgrenzung

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ElGatoRojo
Zitat von Schnuddel74:
Das verstehe ich nicht - entweder ist es Missbrauch, oder es ist kein Missbrauch.

Darum geht es doch nicht. Klar nehmen wir mal an, es ist keiner. Aber auch du wirst schon davon gehört haben, wie Leute aufgrund ungefährer Kenntnis durch unbedachte Worte in Verdachtsituationen kamen. Wier die Erfahrung zeigt, geht es leicht, ein Gerücht und einen Verdacht zu erzeugen. Töchterchen braucht nur ein paar unbedachte Bemerkungen loslassen, zum Beispiel.

Als ich 13 war hatte ich ein gewisses Gefühl für Unabhängigkeit. Ich war da froh, dass wir endlich wieder eine eigene Wohnung hatten und ich nicht mehr im Untermiete-Zimmer mit meiner Mutter oder - an anderem Ort - meines Vaters schlafen musste. Auf jeden Fall schon im eigenen Bett, aufklappbar, damit es am Tage nicht zuviel Platz wegnahm.

x 1 #258


Fenjal
Was ich kaum nachvollziehen kann, warum reden der Vater und die Te nicht mit der 14Jährigen?
Ihr sagen, dass sie jetzt mit 14 in ihrem Bett schläft, das sollte sie akzeptieren, die Grenze wahren.

Ich glaube, dass dieses ständige Kopfstreicheln, kaum Konsequenzen aufzeigen, Kinder zu schnell gefrusteten Erwachsenen werden lässt.
Klare Ansage,..du bist 14, hast ein Zimmer, künftig schläfst du in deinem Bett.
Was ist daran falsch? Dass der Teenie nicht die Routine hat in ihrem Bett zu schlafen ist für mich ungewöhnlich.
Jeder von uns war mal 14,.. sich mehr Freiheiten nehmen zu können, war doch das Grösste damals.
Mehr und mehr als erwachsen gesehen zu werden und "wichtige " Arbeiten übernehmen zu können.

Z.B. habe ich mich manchmal im Sommer gern rausgeschlichen, wollte Eulen suchen, mit dem Hund etwas durch das Gelände schleichen 😉 . Im Bett bei Erwachsenen zu liegen? Darauf wäre ich nicht gekommen.
Auch nicht als Kleinkind. Ich hatte immer mein Bett.
Warum dieser Teenie lieber bei Papa im Bett liegt, ist für mich doch seltsam.
Die Te kann ich zu 100% nachvollziehen.

#259


VictoriaSiempre
Keine Ahnung, was die TE mit diesem zweiten Thread bezweckt hat. Er nimmt genau den gleichen Verlauf wie der erste; einige Beiträge empfinde ich als echt unangenehm und sehr übergriffig. Hier gibt es genauso wie in dem anderen Thema vorrangig 2 Positionen: Die einen finden es völlig in Ordnung, wenn die Tochter (die vor 2 Monaten noch 13 war, aber auch nicht jede/r 14jährige ist bereits „fast erwachsen. Die, die ich kenne, sind noch ziemlich weit davon entfernt), die anderen empfinden es als „unnormal“, fast pathologisch, wenn ein Kind in dem Alter zu den Eltern/einem Elternteil ins Bett krabbelt.

Nun ja. Schlafen Erwachsene nur deshalb in einem Bett, weil es ausschließlich um Sex geht? Oder weil sie sich die Nähe und Wärme wünschen bzw. einfach nicht gerne alleine schlafen? Wieso sollte ein Kind nicht genau solche Wünsche haben, die absolut nicht sexuell konnotiert sind?

Für Vater und Tochter ist das völlig in Ordnung, aber wildfremde Menschen beurteilen hier? Ich finds schräg. Zumal sich dieses „Problem“ mit Sicherheit in absehbarer Zeit von selbst erledigt.

Die TE ist nicht wildfremd, ihr passt die Situation nicht. Kann ich aus ihrer Warte durchaus nachvollziehen, aber dann ist es aus meiner Sicht an ihr, die Gegebenheiten zu händeln. Trennen will sie sich nicht und Kompromisse (Tochter kommt nicht mehr ins Bett, wenn sie 1 x die Woche dort übernachtet) reichen ihr nicht.

Statt dessen scheint es ihr um Zustimmung zu gehen, dass ihre Sicht die richtige ist. Bekommt sie ja auch, nur nicht von allen. Aber auch die Zustimmung geht mir in die falsche Richtung, nämlich in das Sezieren des Verhaltens von Vater und Tochter. Für mich müsste es mehr um das Empfinden von Liebesleben gehen - das kann ihr niemand absprechen. Aber dafür ist sie verantwortlich und sie muss entscheiden, wie sie damit umgeht. Ihr wird da kein dritter und vierter Thread mit gleichem Inhalt weiterhelfen.

Erschwert wurde für mich das ganze auch durch widersprüchliche bzw. Wenig konkrete Aussagen von ihr: So ist es z. B. erst „Spielzeug für Erwachsene“, das dann zum harmlosen Öl mutiert. Und was genau bedeutet „Tochter kommt wieder häufiger ins Bett“ (wohlgemerkt, wenn sie nicht da ist!) - täglich?

Die Beziehung läuft erst wenige Monate und es wird an etwas rumgekrittelt, das sie nicht mittragen muss. Es zwingt sie niemand in diese Partnerschaft Unwissender Smiley

Darüber hinaus lässt sie aus meiner Sicht durchaus zu, dass hier sowohl ihr Freund als auch das Mädchen teilweise in einem Licht dargestellt werden, in das ich den Menschen den ich liebe (oder in den ich verliebt bin) gar nicht erst bringen wollen würde.

x 8 #260


A
Zitat von Manchmal_Hexe:
Aber aus der Ferne, anhand dieser weniger Informationen, so weitreichende entwicklungspsychologische oder gar sexualisierte Interpretationen abzuleiten, halte ich für schwierig und ehrlich gesagt eher unprofessionell.

🎯

#261


Y
Ich bin mir nicht sicher, ob alleine schlafen können ein Zeichen von Abnabelung und gesunder Autonomie ist. Tatsache ist, dass die wenigsten Menschen auf der Welt alleine schlafen. Es entspricht also nicht zwingend dem nötigen Entwicklungsschritt eines Menschen, andersherum sollte die Tatsache, dass ein Mensch nicht alleine schlafen möchte oder kann, also auch nicht pathologisiert werden.

Alleine Schlafen ist ein Konstrukt der eher reichen, westliche Zivilisation. Wir müssen überhaupt nicht weit schauen, um Familien zu finden, in denen kaum ein Kind ein eigenes Zimmer hat. Und Einzelkinder eher untypisch sind. Weiter geschaut ist es in der ärmeren Schicht oft sogar die Regel, dass Eltern und Kinder sich ein Zimmer teilen. In welchem dann auch weitere Kinder gezeugt werden.

Historisch gesehen sind Einzelzimmer auch eher ein Modell der Reichen bzw. der letzten Jahrhunderte.

Viele Erwachsene bevorzugen es mit einem Partner zusammen zu schlafen oder zumindest die Option zu haben.

Die klare Abgrenzung zum Eltern-/Paarzimmer halte ich daher nicht für so zwingend, wie du @tauris es hier darstellst. Auch bedeutet 14 nicht zwingend, dass die Pubertät bereits begonnen hat. Ein kindliches Nähebedürfniss bedeutet auch nicht unbedingt Regression, wenn ich mir das in diesem Fall dennoch gut vorstellen kann.

x 1 #262


A
Zitat von tauris:
das hast du falsch verstanden

Nee, nee, nee meine Gute. Keine Schuldumkehr. Ich habe nichts falsch verstanden. Du hast mistig zitiert.

Und nach deiner Expertise habe ich gefragt, welche deine gewagten Thesen verstehen wollte. Aber lass stecken bitte.

#263


Fenjal
Je mehr ich in manchen Threads lese, umso besser kann ich nachvollziehen, dass 18, 19, 20, Jährige kaum noch belastbar und schnell gefrustet sind.
Nach einer Ansage, krank feiern und Therapie brauchen.
Was da in manchen Elternhäusern los ist, möchte ich gar nicht wissen.

x 1 #264


tauris
@Yoffi
Das ist ein interessanter Exkurs in die Kulturgeschichte. Es stimmt absolut: Das Einzelzimmer ist ein Privileg der westlichen Moderne. Aber der Vergleich hinkt in einem entscheidenden Punkt: Es besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen räumlicher Enge aus Notwendigkeit und emotionaler Grenzverschiebung aus psychologischer Dynamik.

In Kulturen, in denen Familien in einem Raum schlafen, existieren dennoch extrem strikte soziale und psychologische Tabus und Schranken, die die Intimität der Eltern schützen. Dort ist das Zusammenleben durch klare Rollenbilder geregelt.
In unserem aktuellen Fall geht es jedoch nicht um Platzmangel, sondern um ein Mädchen, das in einem Umfeld mit eigenen Rückzugsräumen aufwächst und dennoch aktiv die physische Nähe im Bett des Vaters sucht – und das genau in dem Moment, in dem eine neue Partnerin diesen Raum beansprucht.

Warum die ‚Westliche-Zivilisations-Karte‘ hier nicht sticht:
Autonomie ist keine Frage des Zimmers: Autonomie bedeutet nicht zwangsläufig, in einem eigenen Raum zu sein, sondern die Fähigkeit, die eigene emotionale Sicherheit in sich selbst zu finden, statt sie durch die physische Verschmelzung mit einem Elternteil zu erzwingen.
Der Kontext der Partnerin: In den von dir zitierten Kulturen würde eine neue Partnerin niemals in ein System eintreten, in dem sie um ihren Platz neben dem Mann ‚bitten‘ muss. Die Rollen der Erwachsenen sind dort klar definiert. Hier wird jedoch das Unbehagen der Partnerin als ‚zweitrangig‘ abgetan – und das ist keine kulturelle Tradition, sondern eine Respektlosigkeit innerhalb einer Paarbeziehung.
Pubertät und Biologie: Zu sagen, mit 14 habe die Pubertät vielleicht noch nicht begonnen, ignoriert die biologische Realität der heutigen Zeit. Selbst wenn sie spät dran wäre: Ein 14-jähriger Mensch ist kognitiv und emotional kein Kleinkind mehr.
Wir tun Kindern keinen Gefallen, wenn wir Grenzüberschreitungen mit anthropologischen Vergleichen rechtfertigen. In einer Patchwork-Konstellation ist Klarheit die einzige Währung, die langfristig Frieden stiftet. Wer die Paarebene nicht schützt, opfert am Ende die Stabilität des gesamten Systems – und damit genau die Sicherheit, die das Kind eigentlich sucht.

x 1 #265


S
Zitat von ElGatoRojo:
Als ich 13 war hatte ich ein gewisses Gefühl für Unabhängigkeit.

Das ist ja bei jedem anderes...

x 1 #266


A
Zitat von Schnuddel74:
Das ist ja bei jedem anderes...

Das wollen hier manche ums Verrecken nicht gelten lassen.

#267


tauris
@Waris07
Natürlich haben wir hier nur dieses eine ‚Puzzleteil‘ – aber genau das ist doch der Sinn eines Austauschs in einem Forum: Auf Basis der Schilderung mögliche Dynamiken aufzuzeigen, Impulse zu geben und den Blick für Hintergründe zu schärfen.

Niemand behauptet, die absolute Wahrheit über diese Familie gepachtet zu haben. Aber wenn ein Puzzleteil so markant ist – eine 14-Jährige, die sich auffällig Verhält –, dann ist es kein ‚Raten ins Blaue‘, auf bewährte entwicklungspsychologische Erkenntnisse hinzuweisen.

x 2 #268


E-Claire
Zitat von tauris:
Hier wird jedoch das Unbehagen der Partnerin als ‚zweitrangig‘ abgetan

Das stimmt nicht. Es gab in diesem Thread, wie im ersten Thread viele Stimmen, die das Unbehagen absolut Ernst nehmen.

Sich hinzustellen und zu behaupten, es kann nur ein erst- und zweitrangig in dieser Konstellation geben, ist mE weltfremd.

Zitat von tauris:
In einer Patchwork-Konstellation ist Klarheit die einzige Währung, die langfristig Frieden stiftet. Wer die Paarebene nicht schützt, opfert am Ende die Stabilität des gesamten Systems – und damit genau die Sicherheit, die das Kind eigentlich sucht.

Bitte was?

Also ich unterstelle jetzt mal, dass diese Aussage stimmt, an welcher Stelle wird denn hier die Paarebene geopfert? Bitte mal ganz konkret benennen, an welcher Stelle Du hier die Paarebene geopfert siehst.

x 1 #269


FloraVita
Zitat von tauris:
eine 14-Jährige, die sich auffällig Verhält


In Augen mancher. In Augen anderer aber nicht.

x 3 #270


A


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