tauris
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Es ist ein fundamentaler Irrtum zu glauben, Erziehung und Beziehungsführung seien exklusive Rechte, die man nur über die Biologie erwirbt.
Wer ist Architekt? Oder wer hat die Autorität?
Natürlich ist man nach sieben Monaten in einer anderen Phase als nach sieben Jahren. Aber: Führung findet jetzt statt. Wer in einem Haushalt präsent ist, übernimmt automatisch Verantwortung für die Atmosphäre. Dabei ist es egal ob wir hier von Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann oder Großeltern sprechen! Wenn der Partner zum bloßen ‚Zuschauer‘ degradiert wird, der keine Meinung zum Schlafzimmer oder zu Grenzen haben darf, dann wird er im System entwertet. Ein Partner ist kein Gast, den man im Flur abstellt, sondern die Person, mit der man eine Zukunft plant. Wenn die Weichen für Respekt und Räume nicht am Anfang gestellt werden, wann dann? Und das ist besonders gut im System Patchwork zu beobachten- stellt man nicht an Anfang die Weichen endet das häufig mit: Du hast mir gar nichts zu sagen du bist nicht mein(e) ……
Patchwork und die Achse:
Zu behaupten, im Patchwork sei das Paar nicht die Achse, ist das sicherste Rezept für ein Scheitern der Beziehung. Wenn das Kind-Eltern-System dauerhaft über dem Paar-System steht, hat die neue Partnerschaft keine Überlebenschance. Das Kind wird unbewusst zum Regenten über das Liebesleben des Vaters. Das ist keine ‚moderne Pädagogik‘, das ist das Fehlen von elterlicher Führung. Das ist gesunder Menschenverstand - und diesen Fehler kann man im Forum zum Thema Patchwork häufig finden!
Erziehung ist kein leibliches Privileg:
Natürlich bleibt die leibliche Mutter außen vor, wenn sie nicht im Haus ist – wer denn sonst? In dem Moment, in dem @Liebeleben dort ist, bilden sie und der Vater das Team. Wenn sie nicht als Team agieren dürfen, weil ‚die Gene fehlen‘, dann spielt das Kind die Erwachsenen gegeneinander aus. Das hat nichts mit ‚schwarzer Pädagogik‘ zu tun, sondern mit Klarheit und Struktur. Wer Kinder liebt, gibt ihnen den Rahmen, in dem sie Kind sein dürfen, statt sie in die Rolle des Entscheidungsträgers über das elterliche Bett zu zwingen.
es gab mal eine schöne Reportage ich meine, sie lief auf ARTE, und da kamen Kinder zu Wort, die Eltern hatten aus der 68-Generation. Diese Kinder wuchsen mit wenig bis keine Grenzen auf. Auch die Grenzen der Intimität der Eltern wurden nicht gewahrt. Diese Kinder kamen dort selbst fort. Sie sind ja jetzt erwachsen und beschrieben, dass sie sich nicht geliebt fühlten, dass sie überfordert waren etc. PP