Zitat von VictoriaSiempre: Du hast hier so viel rumgelogen
Warum regt es dich auf? Warum log er?
Oft geschieht dies, wenn das besagte "Vertrauen" fehlt, auch um sein Gegenüber zu testen, ob es ernstgenommen wird, vermisst wird, ob man sich Gedanken um es macht.
"Lügen" sollte man aufdecken, erkennen und ihnen auch begegnen. Sich selbst erkennen in dem Wirrwarr.
Wenn du vor einer unüberwindbaren Mauer stehst, es 100m links noch rechts kein durchkommen ist, Flieg darüber oder stell dir vor, was dahinter ist. Worauf du hoffst, was dort an "Wundern" auf dich wartet - entdeckt zu werden. Die Mauern hast du erreichtet, um dich zu beschützen vor Drachen, bösen Geistern oder der Realität"
Ich weiß auch um dein Konstrukt, deiner Lügen bezüglich Unfall usw. Wobei man mit Taschenspielerpsychologie durchaus darauf kommen kann, warum du dies einst gemacht hast. Sehe ich vor mir einen kleinen verwirrten Jungen, kann ich es verstehen, erwarte ich von einem Mann um die 30 jedoch mehr Reife.
Doch Reife wird mit Erfahrungen gewonnen, Erfahrungen sollte man zulassen, gute wie schlechte, weil nur dadurch lernt man für das Leben.
Dir fehlt etwas, du suchst aktiv. Du willst Dir Stabilität geben und diese halten. Find ich gut. Der Weg wird nicht einfach oder leicht, wird immer voll Hindernisse sein, geht uns auch oft so. Vermeintlich kommt man mit Lügen schneller über die Hindernisse, doch Du hast es schon bemerkt, das Lügen an sich, diese Hindernisse eher erhöhen, als sie verschwinden zu lassen.
Natürlich auch, will man nicht ständig darauf hingewiesen werden. Wobei ich es jetzt zum ersten Mal tue. Ich verweise darauf, nicht mahnend oder wertend, nur zeigend. Du weißt es ja schon selbst, Mist gebaut. Mehr als entschuldigen und es bereuen geht auch nicht. Wenn ich mir vorstelle, vor mir steht ein Mann, der viele frühkindliche Erfahrungen in einer Welt machen durfte / musste, die so wenig mit dem kindlichen Wesen in sich tief drin gemeinsam hat, mit anderen Kindern, die behütet bei den Eltern groß werden durften.
Fehlt dir eben. Wenn man weiß, das die Welt mit Kinderaugen völlig andere Perspektiven hat. Dann liest man auch deine Welt besser. Vieles, was Kinder sehen, ist in der Erwachsenenwelt einfach nur ein Bus, ein Bagger oder ein Haus. In Kinderaugen jedoch ein Drache oder ein Geisterhaus, da wird die erzählte Geschichte einfach vollkommen anders wahrgenommen.
Was dir als Erwachsener leider um die Ohren fliegt, weil deine Fantasie vollends mit dir durchging. Du deine innere Zerrissenheit dir vorspielt, nur so kommst du davon. Somit habe ich, und auch dies ist meine Einschätzung zu dir, vor mir einen Mann der Mauern aus Kinderperspektive wahrnimmt. Die Mauer ist so hoch, das du den Kopf in den Nacken legen musst und siehst kein Ende, genauso der Blickwinkel nach rechts oder links. Lass die Mauer noch leicht gekurvt sein und der Eindruck der Endlosigkeit ist erweckt.
Du bist eigentlich kein Kind mehr. Du bist laut Pass erwachsen. Deine Mauer ist nicht unendlich hoch. Deine Vorstellung spielt dir Streiche. Die Mauer kann durchbrochen werden, wenn du dich darauf einlässt, Erfahrungen zu machen, die schmerzen können, die aber auch, und das ist das Schöne daran, sehr glücklich machen können, wenn man es zu lässt.
Du willst solche Erfahrungen machen, willst jedoch den zu erwartenden Schmerz, der durchaus auch möglich ist, schon im Vorfeld ausgrenzen, ohne zu wissen, ob dich jenseits Schmerz oder Zauber erwartet. Wenn man den Schmerz annimmt, als das was er ist, eine Erfahrung, die einen selbst weiter bringt, als jedes Glück, dann erfährt man Reife.
Diese Reife macht dich zu dem Menschen, der dich auszeichnet. Der Dich zu dir selbst werden lässt, ein Mensch mit Ecken, Kanten und Kurven. Das Leben ist nun mal kein Ponyhof, aber wir dürfen alle darauf reiten
