Hallo Ihr Lieben,
Ich denke, es ist Zeit, hier mal wieder einen Zwischenstand zu veröffentlichen. Es hat sich einiges getan. Aber anders als geplant. Kann man Liebe überhaupt planen?
Kurz nach meinen letzten Zeilen hier, habe ich jemanden kennengelernt. Eine ganz verrückte Geschichte, aber das ist ein Thema für sich
Er kennt jedenfalls meine ganze Geschichte und steht mir ganz großartig zur Seite. Danke, mein Schatz! Nun will ich hier nicht über meinen neuen Partner sprechen, sondern über die Auswirkungen, die das auf meine ehemalige Affäre hat. War es eine Affäre? Wir waren immerhin lange Zeit offiziell ein Paar. Im Nachhinein muss ich sagen: ja, es war nur eine Affäre. Denn ich habe später erfahren, dass er seiner Frau auch während unserer Zeit immer wieder Hoffnung gemacht hat, dass er wiederkommt. Und jemand, der zurück geht, der war nie wirklich weg. Das ist meine Meinung. Er sieht das anders.
Jedenfalls ist meine neue Beziehung jetzt bekannt. Und erst jetzt (!) fängt ER an, zu trauern. Er vermisst mich und er leidet. Vorher war ich frei und mein Herz gehörte ihm. Vollständig. Sehr verletzt zwar, aber er spürte, dass ich ihm gehöre. Jetzt ist es anders. Und erst jetzt fängt er an zu fühlen und zu verstehen, was ich bisher durchlebt habe. Den Schmerz, die Eifersucht, das Gefühl, verlassen worden zu sein. Erst jetzt versteht er.
Wir treffen gelegentlich gezwungenermaßen aufeinander. Ansonsten gibt es keinen bzw. kaum Kontakt. Durch diese Treffen erfahre ich einiges von ihm. Er ist unglücklich. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es an der neu zusammengeklebten Ehe oder an ihm selbst liegt. Vielleicht ist er einfach ein unglücklicher Mensch, der immer vermutet, dass in der anderen Lebenssituation sein eigentliches Glück liegen würde. Ich bin sicher, dass er auch unglücklich wäre, wenn er damals anders entschieden hätte. Dann hätte ich einen unglücklichen Menschen an meiner Seite. Ich bin wirklich froh, dass er nicht bei mir ist.
Ich spüre seine Sehnsucht nach mir. Das verschafft mir irgendwie eine Genugtuung. Und das reicht mir. Ich würde ihn nicht mehr live und in Farbe an meiner Seite haben wollen. Nein. Das geht anders wesentlich besser! Nochmal: Danke, mein Schatz!
Natürlich sind diese Treffen nicht einfach. Sie sind emotional sehr anstrengend und verlangen einiges von uns beiden ab. Er leidet auch. Sehr sogar. Und das verstehe ich jetzt besser. Ich muss ihm das zugestehen, dass es nicht leicht ist für ihn.
Er hält geradezu verzweifelt an seiner Ehe fest. Er will irgendetwas wieder gut machen. Auch wenn es meine Beziehung nicht geben würde, wäre das so. Aber in dieser Situation hat er noch mehr Ängste. Sein Sicherheitsnetz (ich) ist weg. Wenn die Ehe jetzt schief geht, stehe ich nicht mehr zur Verfügung. Ich könnte das auch ohnehin nicht mehr. Mein Vertrauen in ihn ist verloren. Auch hat er mich absichtlich mehrmals verletzt - einfach aus seiner Eifersucht heraus. Er fühlt sich von mir verlassen. Seine Ehe aber hält. Sie steht allerdings auf wackeligen Beinen. Aber nicht wackelig genug, um sie zu beenden.
Er weiß noch immer nicht, was Treue und Loyalität gegenüber seinem Partner wirklich bedeutet. Er ist ihr zwar physisch treu, aber auch nur, weil ich das vorgebe. Ansonsten ist er in jeglicher Form noch immer bei mir. Zumindest tritt er mir gegenüber so auf. Sicher bin ich natürlich nicht. Er sagt, er betrüge sich selbst.
Ich allerdings entferne mich von mal zu mal mehr von ihm. Er ist mir nicht egal. Er bedeutet mir noch immer viel und er triggert meine Emotionen. Aber dieses Gefühl zusammen zu gehören, verlässt mich immer mehr. Wer immer er ist, wo immer er ist, er tut mir nicht gut. Es ist eine falsche Liebe. Ich sehe immer mehr an ihm, was ich nicht mehr vermisse. Ich bin froh, dass er dort ist. Ich muss mich nicht mehr um sein Glück kümmern. Ich habe genug anderes um die Ohren. Er ist weg. Eine Sorge weniger.
Ich hab ihn trotzdem sehr gern. Aber das auch sehr gern aus der Ferne

Und er darf mich auch gerne weiter mögen, lieben und oder vermissen. Auch das funktioniert am besten aus der Entfernung!
Liebe Grüße