pferdediebin
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Ich hab mir jetzt noch mal Gedanken gemacht.
Ich glaube, hier geht es eher um enttäuschte Erwartungshaltung. Du hattest ein bestimmtes Bild, das auch rundherum bestätigt wurde, und plötzlich stimmt es in deinen Augen nicht mehr und du fühlst dich betrogen.
Aber ich denke, dass das Bild, das dir rundherum bestätigt wurde, trotzdem stimmt. Und dass alles andere Ausnahmesituationen waren.
Ich hab schon Berichte von solchen Cluburlauben gesehen, besonders von Maturareisen, da geht es exzessiv zu, ein Dauerrausch in Kombination mit neuer Freiheit und die Hormone schlagen Räder. Vermutlich ist es da nicht weit her mit Vernunft und Verhütung. Ich kann mir das gut vorstellen, 1000e Gleichaltrige im Endlosfeiermodus, Halleluhja!
Und wenn ich mir weiter vorstelle, ich bin da mitten drunter, jung und frei, werde von allen Seiten begehrt, da ergibt es sich einfach, und keiner sucht dort seinen Lebenspartner sondern Spaß und Abenteuer.
Aber ich glaube nicht, dass auch nur 1% von denen, das als Lifestyle erwählt, jedem ist bewusst, das ist nicht die Normalität/Realität. Und mit Ende des Urlaubs gehen sie auch dahin zurück.
Als ihr euch kennengelernt habt, war das auch irgendwie eine Ausnahmesituation, eine Feier (soweit ich mich erinnere), wo über Stunden gebechert und gelacht wird (gelöste Stimmung) und dazu dein offensichtliches Begehren. Das sind Stimmungen, wo frau sich schon mal vergisst, aber das ist nicht die Norm.
Ich weiß von mir selbst: Dieses offensichtliche Begehren gibt mir die gefühlte Sicherheit, dass mein Gegenüber mich tatsächlich mag (und will). Das lässt sich im normalen Annäherungsgeplänkel nur langsam aufbauen. Wenn jemand bereit ist (und das warst du) diese Hürden schnell zu überspringen, ist das ansteckend (ich wiederhole: allgemeine, gelöste Stimmung). In meinen Kreisen sagt man: Wenn's passt, dann passt's. Und manchmal passt es einfach.
Ich bin nicht religiös, aber ich danke "Was auch immer da oben ist" auf Knien für jedes Mal, wo es so gepasst hat.
Ich halte mich selbst für einen zurückhaltenden und treuen Menschen, aber selbst mich überkommen Leidenschaften (wenn's passt
Und sie ist ehrlich gewesen, sie war sicher nicht stolz darauf, aber sie hätte lügen können, soweit hat sie dir vertraut.
Niemand erzählt gleich in der Anfangsphase von der Anzahl und den Umständen vorhergehender Beziehungen, umsoweniger von bedeutungslosen sexuellen Zwischenfällen. Nur um klarzustellen, dass man nicht heilig ist? Es würde mich auch eher befremden.
Die Dinge sind immer so, wie wir sie anschauen.
Mein Fazit ist: Sie ist ein ganz normaler Mensch, der, dem Himmel sei dank, Leidenschaften in sich trägt. Und sie, so wie wir alle, nicht ständig auslebt, sondern in Ausnahmesituationen.
Und es wird dir nicht helfen, das alles unter den christlichen Vergebungsteppich zu kehren, du wirst es bei jedem Streit wieder hervorholen.
Lass lieber ab von deiner Erwartungshaltung der moralischen Vollkommenheit, lass sie jung und dumm und Mensch sein, oder würdest du wollen, dass man dich nur für die Dinge beurteilt, auf die du nicht stolz bist? Wenn du sie überhaupt erzählst
Und übrigens: Ich hab die Pille immer morgens genommen...