Acht
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Zitat von Zugaste:Sondern die Frage ist in meinen Augen, warum fühlt er sich neben einer so starken und sicheren Frau so klein?
Das kommt der Problematik meiner Meinung nahe, ist aber, sofern er das Thema nicht von selbst aufgreift, nicht Lillys Thema.
Zitat von Lilly1981:Und ich habe einfach das Gefühl ( und deswegen habe ich nach dem unterschied Misstrauen und Bauchgefühl gefragt) das er mich weiter anlügt und mir Dinge verheimlicht.
So leid es mir tut, dass zu schreiben, aber ich denke du irrst nicht. Du spürst, dass er nicht authentisch ist. Er ist dir vom Gefühl her nicht nahe, weil er sich nicht nahe ist.
Zitat von CaveCanem:Er scheint sich ja mit seinem Defizit abgefreundet zu haben und Veränderung für überflüssig zu halten.
Das ist Dreh- und Angelpunkt des Gesamtgeschehens.
Zitat von Liesel:Naja klar, es wirkt ja auch prima, sie hält den Mund und leidet still.
Er hat ihr den Mund zum Thema verboten, aus seiner inneren Angst heraus nicht zu genügen.
Zitat von Liesel:Ich finde es halt nicht zielführend wie sie sich verhält angesichts ihrer Ziele. Ich finde auch nicht, dass es gut ist, wenn er Angst hat. Ängstliche Leute machen merkwürdige Dinge. Es kann gut sein, dass seine Ängstlichkeit die eigentliche Ursache der Krise ist, somit würde noch mehr Angst zu noch mehr Krise oder sogar zum völligen Ende führen.
Er muss sich selbst seiner Ängste bewusst werden und er muss dann ganz allein beschließen mit Lilly darüber sprechen wollen. Das darf sie ihm niemals abnehmen, denn so entsteht wieder ein Ungleichgewicht. Ich verstehe sehr genau was du meinst Liesel, sein Thema ist eine fürchterliche und riesengroße Angst, aber wenn sie diejenige ist, die das in der gesamten Komplexität auf den Tisch bringt, wird er sich immer defizitär ihr gegenüber fühlen. Der Damm muss komplett von ihm aus brechen, er baut aber im Moment im Eiertanz den Damm weiter aus und auf. Bei ihm geht´s ums Erwachsenwerden und das Letzte, was er braucht, ist dabei eine Mama.
Das Verflixte an der Situation ist nämlich, dass das großartiges Lob, das er für seine jetzigen und in seinen Augen glorreichen Taten einfordert, ihn genauso von seiner Angstthematik ablenkt und ihn damit am Reifen hindert, wie Kritik, wo er zurückschießen kann.
Und weil du immer meinst, Lilly könne über ihre Gefühle, Ziele, Ängste und Sorgen mit ihm sprechen und soll das doch endlich mal tun - funktioniert eben nicht, denn das erinnert ihn an seine eigenen Ängste und Empfindungen, die er in sich nicht greifen kann und meidet. Das ist nämlich auch der Grund, weshalb er entscheidet bzw. entscheiden möchte, über was, wie, wann und wieviel gesprochen wird.
Wessen Baustelle ist das? Ich denke seine. Denn, was will man in einer Partnerschaft nicht aufgeben? Meiner bescheidenen Meinung nach, sich und seine eigene Lebendigkeit. Er versucht aber eben das beim Gegenüber zu Brachland zu machen, was in ihm selbst brach liegt.